#MeToo-Studie: Weniger sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

#MeToo-Studie: Weniger sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Die #MeToo-Bewegung mit der Debatte um Alltagssexismus scheint die Situation für Frauen am Arbeitsplatz verbessert zu haben. In Befragungen berichteten Amerikanerinnen zuletzt, dass sie weniger sexuellen Belästigung ausgesetzt seien als zuvor. Das fanden US-Forscher der Leeds School of Business in Boulder an der University von Colorado bei einem Vergleich von Angaben aus den Jahren 2016 und 2018 heraus.

Text von dpa

Es sei die erste derartige Analyse über Veränderungen am Arbeitsplatz seit Beginn der #MeToo-Bewegung im Oktober 2017, schreiben die Wissenschaftler im Fachjournal „PLOS ONE“. Sie hatten insgesamt mehr als 500 Frauen im Alter von 25 bis 45 Jahren zu Vorfällen sexueller Belästigung auf der Arbeit und zu ihrem Selbstwertgefühl befragt. Die erste Befragung mit 250 Frauen erfolgte im September 2016. Die zweite Erhebung mit 263 Frauen fand im September 2018 statt.

Insgesamt berichteten 87 Prozent der befragten Frauen, mindestens einmal sexuell belästigt worden zu sein. 2018 gaben aber weniger von ihnen an, schwerere Übergriffe wie etwa sexuelle Nötigung oder Begrapschen erfahren zu haben. Die Forscher vermuten, dass mögliche Täter aus Angst vor Enthüllungen und negativen Auswirkungen im Zuge der #MeToo-Bewegung abgeschreckt würden. Viele der Befragten gaben 2016 an, dass sie aus Scham oder Angst nach Übergriffen geschwiegen oder auch die Schuld bei sich gesucht hätten. 2018 erklärten mehr Frauen ihre Bereitschaft, Vorfälle anzusprechen, auch gestärkt durch die Erfahrungen und Solidarität anderer Frauen. Die Autoren verweisen darauf, dass weitere Studien nötig sind, um die Beobachtungen zu bestätigen und die Ursachen zu analysieren.

Foto: Damian Dovarganes/AP/dpa

Fridays for Future: Fuldas OB will mit Organisatoren sprechen

Fridays for Future: Fuldas OB will mit Organisatoren sprechen

Teilerfolg für “Fridays for Future Fulda”: In einem Brief an Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld sprachen sich die Klimaschützer dafür aus, in Fulda den Klimanotstand auszurufen. Der OB zeigt sich nun zu einem Gespräch bereit.

In dem Schreiben der Organisatoren von “Fridays for Future” heißt es wortwörtlich: „Wir fordern hiermit auf, einen, wenn auch erstmal nur symbolischen Schritt in die richtige Richtung zu machen, der schon lange fällig ist: Fulda kann als Vorbild in Hessen agieren und seine Naturverbundenheit bestärken, wenn künftige Entscheidungen generell und obligatorisch hinsichtlich ihrer Klimarelevanz überprüft werden.“

 

Treffen mit “Fridays for Future” Ende August?

 

Den Klimanotstand hatten in der jüngsten Vergangenheit bereits mehrere Städte ausgerufen, darunter Konstanz und Kiel. Sie wollen mit besonderer Dringlichkeit Klimaschutzmaßnahmen umsetzen. Wie die Fuldaer Zeitung schreibt, ist jedoch offen, ob Fulda sich dem anschließt.

In einem ersten Schritt habe OB Wingenfeld die Organisatoren zu einem Gespräch eingeladen. Er will sich demnach mit den Beteiligten über das Thema Klimaschutz in der Stadt und auch das bestehende Klimaschutzkonzept austauschen. Laut Stadt soll das Treffen am 30. August stattfinden.

Video: Zweiter Demozug von “Fridays for Future” in Fulda

Höflichsein schadet nicht! Volontärin Constanze über asoziales Verhalten im Alltag

Höflichsein schadet nicht! Volontärin Constanze über asoziales Verhalten im Alltag

Bitte, Danke, Entschuldigung – höflich, oder gar freundlich zu sein, gehört zu einem harmonischen Miteinander – sollte man meinen. Einige jedoch scheinen diese Höflichkeiten nicht mehr zu kennen oder sie schlichtweg zu ignorieren. Auf ihrem ersten Festival spürte das Volontärin Constanze nur zu gut.

Yeah! Mein erstes kleines Festival. Das Wireless in Frankfurt. Ich freute mich vor allem auf Bausa, KC Rebell, Summer Cem und Rita Ora und natürlich auf viel Spaß mit den Mädels. Also ging es Samstag los, und schon im Zug merkte ich, dass meine Laune langsam abfällt. Nicht, weil ich keinen Bock mehr hatte, sondern aufgrund der Tatsache, dass einige vergessen haben, wie man sich beim Ein- und Aussteigen benimmt. Nämlich, dass du dich als zusteigender Passagier nicht auf Biegen und Brechen durch die Masse drängelst, sondern wartest, bis die anderen den Zug verlassen haben.

Getränke holen schwer gemacht

Irgendwann haben wir es trotzdem geschafft, ohne zu drängeln oder zu schubsen. Doch dem nicht genug: Wir, als vierer Gruppe, wollten in einem Vierer sitzen. Das gestaltete sich schwerer als gedacht: Gefühlt jeder Vierer war von je einer einzelnen Person besetzt, obwohl fast alle Doppelsitze frei waren. Wieso? Ist es denn so schwer, sich umzusetzen, wenn du siehst, dass eine Gruppe zusammensitzen möchte? Dass wir natürlich hätten fragen können, ist uns auch zu spät eingefallen. Aber eigentlich könnte derjenige auch selbst reagieren, oder? Drei Wagons später dann der ersehnte Vierer.

In Frankfurt angekommen, lief alles wie am Schnürchen. Also erkundigten wir voller Vorfreude auf die Acts das Gelände und die, naja, sehr interessanten Outfits der Festivalbesucher. Da es heiß war, musste erst mal was zu Trinken her. Dann Klappe, die Zweite: „Menschen, denen ich gerne ins Gesicht spucken möchte“: Wer regelmäßig unser Magazin liest, weiß, dass ich nicht zu den größten Menschen gehöre, also auch oftmals einfach übersehen werde. Aber dass mich ein 1,80 Meter großer Typ an der Theke einfach wegschubst und sich vor mich drängelt, ist auch mir noch nicht passiert. Beziehungsweise, wenn ich so darüber nachdenke, passiert mir das häufiger beim Feiern. Vor allem in kleinen Locations, die so überfüllt sind, dass ich untergehe. Nach einem „Ehm, geht’s noch?“ und einem weiteren Schubser – dieses Mal von mir – stehe ich dann wieder an meinem Platz. Klar, die feine Art war das nicht, aber anders scheinen es viele nicht zu raffen.

Wer Bier verschüttet, ist blöd

Ich bekam auf jeden Fall irgendwann mein Getränk, bedankte mich höflich bei den Leuten hinter mir, die mich ohne Murren durchließen, und wir zogen endlich los zur Bühne. Tja, und auch da wurden wir nicht verschont. Denn zu sehen gab es für uns anstatt der Künstler eher die Performance von Mädels und Jungs, die sich noch vor uns in die zehn Zentimeter breite Reihe reinquetschten – alle natürlich mindestens einen Kopf größer als wir. Dazu gab es eine kostenlose Bierdusche und eine gefühlte Rauchvergiftung. Wohlgemerkt bei jedem Song.

Ignorantes Vordrängeln scheint ein neuer Trend zu sein: In der Apotheke oder auf der Bank missachten einige einfach den Diskretionsstreifen und stellen sich vor mich. Das passiert mir übrigens am häufigsten mit älteren Herren. Meine Laune war auf jeden Fall am Tiefpunkt, die Liste meiner Top Five „Dinge, die ich hasse“ füllte sich rapide. Das Benehmen der Festivalbesucher hat dazu beigetragen, dass mein erstes Festival ein Flop wurde. Danke dafür!

Schon mal was von Mülltonnen gehört?

„Die Alte soll sich nicht so aufregen“, denkt sich jetzt wahrscheinlich der ein oder andere. Aber ganz ehrlich: Ich erlebe solch asoziales Verhalten nicht nur beim Feiern, sondern auch im Alltag. Und es nervt, es nervt mich tierisch. Und ich spreche nicht nur über Teenager, auch Leute in meinem Alter oder Senioren denken, die Welt gehört ihnen. Spoiler: gehört sie nicht. Ach, eine Sache noch, die in diese Sparte passt: Müll oder Zigarettenstummel auf die Straße werfen gehört sich auch nicht. Das ist ähnlich ignorant, asozial und unhöflich gegenüber der gesamten Stadt, in der man lebt. Schon mal was von Mülltonnen gehört?

Also tue mir und euren Mitmenschen den Gefallen: Sag Danke und Bitte. Entschuldige dich, und an alle werdenden Eltern: Zieht bitte keine Arschlöcher auf. Eine Gesellschaft funktioniert nämlich ohne soziale Regeln, ohne ein rücksichtsvolles Miteinander nicht.

Mord an Lübcke: CDU-Mann aus Fulda entsetzt wegen AfD-Einladung

Mord an Lübcke: CDU-Mann aus Fulda entsetzt wegen AfD-Einladung

Klare Ansage vom Fuldaer Bundestagsabgeordneten Michael Brand. Der CDU-Mann erteilt der AfD eine Absage bezüglich einer Einladung zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion. Brand ist entsetzt von der Partei und im Speziellen vom Neuhofer Abgeordneten Martin Hohmann.
Zwischen CDU und AfD geht es in Sachen Mord an Walter Lübcke (CDU) heckenhoch her. Aus Reihen der Union heißt es, die AfD sei wegen ihrer Rhetorik mitverantwortlich für den Tod des Kasseler Regierungspräsidenten. Martin Hohman, AfD-Bundestagsabgeordneter aus Neuhof, teilte daraufhin mit: “Der AfD dabei eine Mitverantwortung zuzuweisen, sei ungeheuerlich. Hinter diesem ungeheuerlichen Vorwurf wollen die CDU-Politiker ihre eigene Verantwortung verschwinden lassen.” Hätte es den von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu verantwortenden “Massenzustrom an Migranten nicht gegeben, würde Walter Lübcke noch leben”.

Walter Lübcke ist vor gut einem Monat auf der Terrasse seines Hauses erschossen worden. In der Vergangenheit hatte er den Unmut der rechtsextremen Szene auf sich gezogen. So hatte Lübcke das Handeln von Merkel während der Flüchtlingskrise verteidigt. In diesem Zusammenhang erinnerte er an christliche Werte, die auch den Einsatz für Notleidende beinhalteten. „Und wer diese Werte nicht vertritt“, sagt Lübcke, „der kann jederzeit dieses Land verlassen, wenn er nicht einverstanden ist.“  Einige sehnten im Internet seinen Tod herbei. Und auch nach der Ermordung hatten viele Nutzer auf Facebook nur Hohn und Spott für Lübcke übrig.

Brand ist entsetzt von der AfD

Vergangene Woche Dienstag hat Martin Hohmann schließlich auf Facebook eine öffentliche Podiumsdiskussion angekündigt. Thema: “Politischer Klimawandel – Argumente oder Ausgrenzungen: Welche Rolle spielen AfD und CDU?” Dieses Posting hatte Hohmann veröffentlicht, bevor zwei CDU-Politiker – Peter Tauber und Michael Brand aus Fulda – auf die Einladung zu dieser Diskussion reagiert haben. Ob Hohmann beide im Falle einer Absage bloßstellen wollte? In der Einladung heißt es jedenfalls: “Eine Veröffentlichung dieses Gesprächsangebots soll in Bälde erfolgen.”

Die Reaktion von Brand folgte vor wenigen Tagen – ebenfalls auf Facebook. Dort veröffentlichte der Bundestagsabgeordnete sein Antwortschreiben an die AfD. Der Fuldaer schreibt unter anderem:

Sie missbrauchen, wie die AfD-Funktionäre von Höcke bis Gauland, die Sorgen und den Ärger vieler Menschen, denen Sie, oft wider besseres Wissen, einreden wollen, mit primitiven Lösungen und Parolen – und auch Hassbotschaften – wären deren Probleme zu lösen.

Diese Hetze hat nicht nur meinen Freund Walter Lübcke auf dem Gewissen.

In der Logik Ihres Denkens ist der aufrechte Patriot Walter Lübcke mit seiner zutiefst christlichen Haltung und seiner anständigen Hilfe für die Flüchtlinge „selbst schuld“ an seiner Ermordung. Mir fehlen dazu die Worte, um Entsetzen und auch „heiligen Zorn“ angemessen zum Ausdruck zu bringen.

Dass Sie nicht einmal mehr die Pietät, den Anstand besitzen, die Familie wenigstens in der Trauerphase mit Ihrer völlig wahnwitzigen Rechtfertigung des Mordes an Walter Lübcke zu verschonen, zeigt den Grad der Radikalisierung, der auch bei Ihnen zutage tritt.

Brand schließt sein Schreiben mit einer klaren Absage an die AfD bezüglich der angekündigten öffentlichen Podiumsdiskussion. “Eine Plattform für Hetze unter dem Vorwand von Dialog werden wir Ihnen dabei nicht bieten”, schreibt er.

UPDATE: Am Dienstagmorgen hat sich schließlich Martin Hohmann per E-Mail bei move36 gemeldet. Die Mail beinhaltet Hohmanns Antwort auf die Antwort von Michael Brand. Darin schreibt der AfD-Mann unter anderem: “Ihre maßlosen und unhaltbaren Vorwürfe gegenüber mir und der AfD sind es, die zur Spaltung unseres Landes beitragen. Die ‘Schuld’ hierfür suchen Sie dann bei der AfD. Ein unmittelbarer Austausch von Argumenten wäre möglich gewesen. Schade, dass Sie sich dem Gespräch verweigern. Meine Dialogbereitschaft besteht weiter.”

Die Briefe von Michael Brand und Martin Hohmann findest du vollumfänglich und im Wortlaut weiter unten. Die Äußerungen der Politiker stehen nicht stellvertretend für die Haltung von move36.

Antwort von Michael Brand (CDU) an Martin Hohmann (AfD) im Wortlaut

Sehr geehrter Herr Kollege Hohmann,

Ihr Schreiben vom 26. Juni 2019 legt offen, dass es Ihnen mitnichten um eine öffentliche Diskussion, sondern um reine Inszenierung geht. Sie werden nicht erwartet haben, dass dieses Manöver gelingen würde. Sie wollen, wie die Begleitmusik zu der „Einladung“ belegt, nicht reden. Sie scheuen nicht einmal davor zurück, den Mord an einem großartigen Patrioten zur Verbreitung von Hetze zu nutzen, wie der erkennbar nicht von Ihnen allein produzierte Post auf Facebook zeigt.

Wir beide stammen aus demselben Landkreis, waren einmal in derselben Partei, den Weg eines Christdemokraten haben Sie verlassen. Auch Erika Steinbach kenne ich, wie Sie wissen, seit vielen Jahren aus langer parlamentarischer Zusammenarbeit. Nicht nur ich, sondern viele Kolleginnen und Kollegen haben mit Bedauern, Unverständnis und später auch mit klarer Ablehnung die Selbstradikalisierung einer Frau beobachtet, die sich einmal den Opfern von Diskriminierung, Vertreibung und Gewalt verpflichtet fühlte. Was ist aus Erika Steinbach und Ihnen bloß geworden, dass Sie sich als Projektionsfläche und Plattform für Hetze, ja sogar Mordaufrufe zur Verfügung stellen?

Sie missbrauchen, wie die AfD-Funktionäre von Höcke bis Gauland, die Sorgen und den Ärger vieler Menschen, denen Sie, oft wider besseres Wissen, einreden wollen, mit primitiven Lösungen und Parolen – und auch Hassbotschaften – wären deren Probleme zu lösen.

Diese Hetze hat nicht nur meinen Freund Walter Lübcke auf dem Gewissen.

In der Logik Ihres Denkens ist der aufrechte Patriot Walter Lübcke mit seiner zutiefst christlichen Haltung und seiner anständigen Hilfe für die Flüchtlinge „selbst schuld“ an seiner Ermordung. Mir fehlen dazu die Worte, um Entsetzen und auch „heiligen Zorn“ angemessen zum Ausdruck zu bringen.

Dass Sie nicht einmal mehr die Pietät, den Anstand besitzen, die Familie wenigstens in der Trauerphase mit Ihrer völlig wahnwitzigen Rechtfertigung des Mordes an Walter Lübcke zu verschonen, zeigt den Grad der Radikalisierung, der auch bei Ihnen zutage tritt. Dass Sie die für einen Christen so zentralen Gebote wie Nächstenliebe und Mitmenschlichkeit dabei mit Füßen treten, müssen Sie mit Ihrem Gewissen vereinbaren.

Mit der Ermordung meines Freundes Walter Lübcke erreicht unser beider Verhältnis eine andere Qualität. Ich werde nicht den Hass predigen, so wie Sie es tun. Aber ich verachte und missbillige ausdrücklich Ihre Haltung und Ihre Äußerungen zu diesem schrecklichen Verbrechen.

Die Anständigen haben inzwischen begonnen, sich zur Wehr zu setzen. Es werden nicht mehr die Lügen, die Hetze und nicht die taktischen Manöver unkommentiert bleiben, mit denen die Hohmanns, Höckes, Steinbachs und deren Gesinnungsgenossen versuchen, unser großartiges Land von innen zu zerstören. Der AfD-Finanzier Putin hat sicher seine helle Freude an Ihrer Strategie, wir Patrioten verteidigen dagegen unser Land.

Die Mehrheit der Deutschen wendet sich angewidert ab. Sie ist bereit, für unser Land und seine Werte zu kämpfen. Wir werden diesen Kampf gewinnen. Und wir werden ihn gegen die AfD-Funktionäre, und um die Anständigen in der Wählerschaft der AfD, offensiv führen. Unser Vaterland, die Freiheit und unsere offene Gesellschaft werden wir gegen die AfD und Ihre Helfershelfer im In- und Ausland erfolgreich verteidigen.

Eine Plattform für Hetze unter dem Vorwand von Dialog werden wir Ihnen dabei nicht bieten.

Mit freundlichen Grüßen
Michael Brand

Antwort von Martin Hohmann (AfD) an Michael Brand (CDU) im Wortlaut

Sehr geehrter Herr Kollege Brand,

wer sich, wie Sie, einer öffentlichen Podiumsdiskussion verweigert, hat seine Motive und seine Befürchtungen. Die naheliegende Erklärung: Sie und Peter Tauber müssen befürchten, den Kürzeren zu ziehen. Das hat seine Gründe. Die Bundestagsfraktion der CDU/CSU hat bisher nicht nachvollziehbar erklären können, warum sie die diktatorische Entscheidung zur Grenzöffnung durch die in einer Diktatur sozialisierten Bundeskanzlerin bisher wortlos und klaglos mitgetragen hat. Hier liegt ein besonders schweres demokratisches Versagen vor. Renommierte Staatsrechtler haben diesen Vorgang scharf kritisiert. Rupert Scholz, selbst CDU-Mitglied, nannte es den “schwersten Verfassungsbruch in der Geschichte der Bundesrepublik”. Der Verfassungsbruch blieb kein Abstraktum. Vergewaltigungen und Morde durch Migranten waren die Folge. Die immensen, in ihrer Höhe noch nicht bezifferbaren Milliardensummen für die Folgen der Migrationspolitik wurden von der CDU im Bundestag ebenfalls ohne Aufheben abgenickt. Die bisherigen Stammwähler der CDU sind zutiefst verunsichert. Die Zustimmung zur CDU schwindet rapide.

Nun könnte sich die CDU diesen Stammwählern wieder zuwenden und versuchen, sie durch eine Politikänderung zurückzuholen. Die Sozialdemokraten in Dänemark wären hier ein erfolgreiches Vorbild.

Stattdessen hat sich ein Teil der CDU, zu dem auch Sie gehören, entschieden, den Konkurrenten AfD durch öffentliche Beschimpfungen und Schmähkritik zum moralisch Mitschuldigen am Mord an Walter Lübcke zu machen.

Für die AfD steht die strikteste Ablehnung jeglicher Gewalt jedoch völlig außer Frage. Es war einzig die AfD, die von Anfang an vor den negativen Konsequenzen und Verwerfungen durch den unkontrollierten Migrantenzustrom gewarnt hat. Diese Warnungen wurden durch die Realität allerdings bestätigt. Die Warnungen jetzt als “Hass und Hetze” zu bezeichnen, ist absurd.

Meine Aussage “Der Massenzustrom nach der illegalen Grenzöffnung mit seinen vielen Morden und Vergewaltigungen ist notwendiges Glied in der Ursachenkette, die zum Tod von Walter Lübcke führte” umschreibt der Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang mit seinen Worten: Die Situation sei in “vielerlei Umständen” begründet und hänge mit “aktuellen politischen Entwicklungen zusammen”, “möglicherweise natürlich auch mit der Flüchtlings- und Migrationspolitik seit 2015.” Man muss kein Verfassungsschützer sein, um zu diesem Urteil zu kommen. Das sagen auch die politische Erfahrung und der normale Menschenverstand.

Sehr geehrter Herr Brand, Sie und die CDU haben mit dem hemmungslosen Einschlagen auf die AfD den falschen Weg gewählt. Sie sollten Ihre politischen Fehler, besonders in der Migrationspolitik, analysieren und öffentlich eingestehen. Das wäre die letzte Chance für die CDU. Sie haben mir Worte in den Mund gelegt, die ich nie gesagt habe. Sie wollen offensichtlich absichtlich missverstehen, um sich moralisch erregen zu können.

Ihre maßlosen und unhaltbaren Vorwürfe gegenüber mir und der AfD sind es, die zur Spaltung unseres Landes beitragen. Die “Schuld” hierfür suchen Sie dann bei der AfD.

Ein unmittelbarer Austausch von Argumenten wäre möglich gewesen. Schade, dass Sie sich dem Gespräch verweigern. Meine Dialogbereitschaft besteht weiter.

Touri-Attraktionen und eine Horror-Tour – Jacky berichtet von den ersten Tagen in Thailand

Touri-Attraktionen und eine Horror-Tour – Jacky berichtet von den ersten Tagen in Thailand

Ein knappes Jahr verbringen die Fuldaer Stephan und Jacky in Thailand. In unserer aktuellen Sommerausgabe erzählen die beiden von den Vorbereitungen für ihr Abenteuer. Jetzt meldet sich Jacky das erste Mal von vor Ort. Wie war die Ankunft? Lief in den ersten Tagen alles glatt? Was haben sie erlebt?

In den kommenden Monaten hält dich Jacky bei uns über ihre Reise auf dem Laufenden. 

Ein Text von Jacqueline Bohrmann

„Sawadee kha“ aus Thailand. Das heißt so viel wie „Hallo“. Seit gut zwei Wochen sind wir jetzt auf Koh Samui, und viel mehr als ‘Hallo sagen’ habe ich auf Thai auch noch nicht gelernt. Mit Englisch kommt man hier zum Glück ganz gut klar. Oder eben mit Händen und Füßen. Gerade mal zweieinhalb Wochen sind also seit unserer Abschiedsfeier in Fulda und unserem Abflug vergangen. Irgendwie kommt es mir wie eine Ewigkeit vor. Gleichzeitig ist es aber auch gerade erst gewesen.

Und jetzt sitze ich hier vor meinem Laptop, auf unserer Terrasse, und gucke aufs Meer. Ich sehe Palmen, eine kleine Bucht, in der wir schon schwimmen waren, und am Horizont schon die nächste thailändische Insel. Crazy! Mittlerweile haben wir nämlich ein kleines Apartment gemietet, in dem wir für die nächsten zweieinhalb Monate wohnen werden. Das Mietauto haben wir gegen einen Roller getauscht. Und so langsam fängt es hier an, sich nach Alltag anzufühlen.

Ein mumifizierter Mönch und eine Dschungel-Tour

Schon krass, wie schnell wir uns hier an viele Dinge gewöhnt haben. Morgens, vor dem Frühstück, gehen wir ganz selbstverständlich schwimmen. Im Pool, der keine 50 Meter von unserem Bett entfernt ist. Das war vor drei Wochen in unserer Wohnung in Fulda noch eine richtige Traumvorstellung. Wir kaufen unser Essen am Straßenrand in kleinen Imbissen und kochen selbst gar nicht mehr. Einfach, weil hier das fertig und frisch gekochte Essen so günstig ist. Und wenn mir auf meiner Spur ein Geisterfahrer entgegenkommt, der auf seinem Roller eine große Leiter unterm Arm geklemmt transportiert, dann lächle ich mittlerweile nur noch müde. Vor zwei Wochen habe ich mich noch über alles gewundert, was die Thais hier auf ihren Rollern so durch die Gegend fahren.

Natürlich haben wir uns auch schon ein paar Touri-Attraktionen auf der Insel angeguckt. Wir waren beim Big Buddha, dem berühmtesten Tempel von Koh Samui. Dort hat uns ein Mönch gesegnet und ich glaube er wollte uns kurzerhand auch verheiraten. Jedenfalls hat er mehrfach irgendwas von „Honeymoon“ geredet. Wir haben einen mumifizierten Mönch bestaunt, sind mit einer Art Sammeltaxi, dem Songthaew, gefahren und haben eine Tour durch den Dschungel gemacht. Die Tour war schrecklich. Wirklich schlimm! Steph sagt: „Das war sau lustig.“ Ich fand das nicht. Das Problem: Da, wo eigentliche eine Straße hätte sein müssen, waren nur Sand, große Schlaglöcher oder richtige Furchen. Und dann mit dem Roller auf diesen „Straßen“ bergauf und bergab zu fahren – das war echt nicht mein Ding. Aber egal, wir haben es überlebt und ich verbuche das als Abenteuer. Sowas erlebt man eben, wenn man sich auf neue Dinge einlässt. Und jetzt weiß ich wenigstens, dass ich mit unserem Roller wirklich überall rauf oder runter komme. Das ist doch auch was. Und wer weiß, was wir hier noch für abgefahrene Abenteuer erleben.

Was du sonst noch wissen solltest:

  • Steph und Jacky hatten noch keinen Sonnenbrand und auch keinen Durchfall, und das obwohl sie fast nur noch in Imbissen und Garküchen essen.
  • Lieblingsessen Steph: Curry in allen Varianten.
  • Lieblingsessen Jacky: Pad Thai, ein traditionelles Nudelgericht.
  • Der Gecko in ihrer Wohnung heißt Willi, er schreit nachts.
  • Die beiden haben schon vier Tempel besucht und sich zweimal massieren lassen.
  • Der Ventilator läuft nachts durch, die Klimaanlage war zu kalt dafür.
  • Auf ihrem Blog reiseritis.de kannst du sehen, wie sie jetzt wohnen.
Grabungen an Langebrückenstraße: Gebäudereste aus Mittelalter gefunden?

Grabungen an Langebrückenstraße: Gebäudereste aus Mittelalter gefunden?

Was hat sich unter dem ehemaligen Kulturzentrum L14 befunden? Seit dessen Abriss haben Archäologen mehrere Funde gemacht. Sie könnten aus dem Mittelalter stammen. Es gibt jedoch noch wenige Anhaltspunkte. Nun ist es fast genau ein Jahr her, dass der Abriss der Sheddachhallen der früheren Fabrik Schmitt in der Langebrückenstraße begonnen hat. Die Hallen sind bereits vorher in schlechtem Zustand gewesen. Hier und da sackte das Dach ab, stürzte stellenweise sogar ein. Mittlerweile steht von dem Gebäude, in dem sich das Kulturzentrum L14 befunden hat, längst nichts mehr. Auf dem Areal sollen Wohnungen entstehen. Bevor die Bauarbeiten beginnen, haben jedoch Archäologen das Sagen.

Sie wollen wissen, was sich auf dem Gelände vor der Firma Schmitt und ihrer Vorgängerin Firma Schwarz befunden hat. Während ihrer Grabungen sind die Archäologen bisher in etwa eineinhalb Meter Tiefe vorgedrungen. Vor einem Monat sind sie auf eine Mauer und Keramik aus dem Mittelalter gestoßen.

Klopf auf Holz

Nun berichtet Dr. Frank Verse, Stadt- und Kreisarchäologe, move36: „In der letzten Zeit sind vermehrt Holzeinbauten – Pfähle, Verschalungen – zutage getreten.“ Die seien älter als die Fabrik der Gebrüder Schwarz, die 1840 gebaut wurde. Wie Dr. Verse zu diesem Schluss kommt? „Das ist relativ einfach: Die Fundamente der Firma schlagen die Holzbefunde durch, sie haben diese beim Bau beschädigt.“

Das Gebäude der Firma entstand während der Industrialisierung. „Damals sind die siedlungstechnisch guten Bereiche Fulda längst besiedelt gewesen“, sagt Dr. Verse. „Deswegen hat sich die Besiedelung während dieser Zeit in den Auenbereich verschoben.“

Kohlenstoff-Methode soll Alter bestimmen

Die Funde belegen nun, dass das Areal an der heutigen Langebrückenstraße bereits zuvor genutzt worden ist. Wann die Nutzung begonnen hat, hat Archäologe Verse noch nicht festgestellt. „Im Katasterplan von Jestädt aus 1727 ist in diesem Bereich Gartenland eingetragen“, sagt er. „Wir wissen jedoch nicht, ob die Holzreste damit in Verbindung stehen. Dazu haben wir noch nicht genug gefunden.“ Verse geht davon aus, dass die Reste aus dem Barock oder gar aus dem Mittelalter stammen.

Wie geht’s nun weiter? „Wir suchen nun Vergleiche“, sagt der Experte weiter. „Gibt es woanders ähnliche Funde?“ Außerdem würde sein Team mit Hilfe der C14-Methode das Alter der Funde bestimmen. Organismen enthalten unter anderem die Kohlenstoffe C13 und C14. C14 ist radioaktiv, es zerfällt, sobald ein Organismus stirbt. Bei einem Baum, nachdem dieser gefällt wurde. Dadurch verändert sich das Verhältnis zwischen C13 und C14.

Verzögert sich Wohnungsbau?

Auch auf der Grabungsstätte in der Langebrückenstraße werden die Archäologen noch eine Weile zugange sein. „Die Grabungen werden noch etliche Wochen dauern“, sagt Verse. „Im Fundbereich arbeiten wir mit feinen Geräten, Spaten und Kelle also. Dort haben wir auch Scherben- und Metallfunde geborgen.“

Wie lange das Ganze noch dauert, kann Verse nicht sagen. „Es kann sein, dass nur noch wenige Kulturschichten mit Funden folgen, die wir bearbeiten. Vielleicht arbeiten wir uns aber bis zum Fuldakies vor.“ Da könne sich der Beginn des Baus der Wohnungen, die hier entstehen sollen, verzögern.