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Nun ist es soweit: die Abrissarbeiten im ehemaligen subkulturellem Zentrum L14 beginnen nächste Woche. 90 Wohnungen sollen in der Langebrückenstraße 14 entstehen. Dazu nehmen die Unternehmerfamilien Burg und Geisendörfer einen Millionenbetrag in die Hand. antonius – Netzwerk Mensch hat derweil das Vorderhaus gekauft und will dort Apartments für Menschen mit Behinderungen einrichten.

Ein Text von Sebastian Kircher

Das Areal, auf dem die Wohnungen gebaut werden sollen, reicht von der Langebrückenstraße bis zur Weimarer Straße. Dort befinden sich die alten Hallen der Schmittschen Fabrik aus dem 19. Jahrhundert. Der Abrissantrag für diese Gebäude sei nun von der Stadt genehmigt worden, bestätigt Martin Geisendörfer gegenüber der “Fuldaer Zeitung”. Die Entrümpelungsarbeiten liefen bereits, ab nächster Woche sollen die maroden Hallen abgerissen werden. Die Unternehmer wollen dort 90 Wohnungen bauen. „Es wird eine Durchmischung geben“, sagt Geisendörfer. Ein Teil der Apartments würden Sozialwohnungen, aber auch Eigentumswohnungen und „hochwertige Penthäuser“ sollen entstehen, dazu eine Tiefgarage.

„Insgesamt investieren wir 20 Millionen Euro“, erklärt Geisendörfer. Ein Teil davon könnte aber auch durch Fördergelder zurückfließen, denn das Quartier Hinterburg/Langebrückenstraße ist in das Stadtumbauprogramm des Landes aufgenommen worden. Geisendörfer rechnet damit, dass Anfang 2019 gebaut werden kann.

Die frühesten Siedlungen in Fulda

Zunächst stehen aber noch archäologische Grabungen auf dem Gelände an. „Joseph Vonderau hat Ende des 19. Jahrhunderts in diesem Bereich seine ersten Grabungen unternommen. Dort gab es die ersten Siedlungen in Fulda, lange vor Gründung des Klosters“, erläutert Stadt- und Kreisarchäologe Dr. Frank Verse. Vonderau habe sogar Gegenstände aus der Bronze- und Eisenzeit gefunden, mehrere Jahrtausende alt. „An diese Grabungen wollen wir uns anschließen“, sagt Verse.

Er vermutet, dass unter den Fabrikhallen mehr Wissen über die früheste Fuldaer Siedlungsgeschichte schlummert. „Der Boden ist dauerfeucht, weil sich dort Ausläufer der Fulda befanden. Wir hoffen deswegen auf gut erhaltene organische Gegenstände – Holz etwa oder Leder“, führt der Archäologe aus. Um darauf zu stoßen, müsse allerdings sehr tief gegraben werden. „Die ersten Kulturschichten beginnen erst ab 1,50 Meter Tiefe. Wir müssen aber weiter runter.“ Am besten sei deswegen eine Grabung dort, wo später einmal die Tiefgarage sein wird. „Der Standort steht allerdings noch nicht genau fest, deswegen können wir nicht sagen, wo und wann die Arbeiten anfangen“, sagt Verse.

Ideale Lage für antonius

Das denkmalgeschützte Vorderhaus, zur Langebrückenstraße hin, bleibt von den Abrissarbeiten unberührt. Burg und Geisendörfer haben es an antonius – Netzwerk Mensch verkauft. „Einige Menschen mit Behinderung leben bei antonius noch in Doppelzimmern“, erklärt Geschäftsführer Rainer Sippel. Dies sei nicht mehr zeitgemäß. Die Immobilie in der Langebrückenstraße sei ideal, fügt Tanja Preis aus der Geschäftsleitung an, denn sie befinde sich in einer zentralen Lage zwischen Innenstadt und antonius-Campus. Prokurist Günter Habig geht von 22 Apartments aus, für die allerdings ein aufwendiger Umbau der L14 nötig sei, um die Wohnungen barrierefrei zu gestalten. Demnach würden allein die Umbauarbeiten anderthalb Jahre dauern.

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