Mehr als nur Slow Fashion – 2nd Hand Markt Bumoka in Schlüchtern

Mehr als nur Slow Fashion – 2nd Hand Markt Bumoka in Schlüchtern

Slow Fashion wird immer wichtiger und hipper. Dabei geht es nicht nur um das ökologische Umdenken, sondern auch um das soziale Gewissen. Dazu gehören fairere Arbeitsbedingungen, ressourcenschonendes Arbeiten, transparente und kurze Handelswege und Recycling. Auch in der Modebranche wird Nachhaltigkeit immer wichtiger, und es zeigt sich, dass die sonst so schnell wechselnde Fashionbranche bereit ist zum Umdenken. Welcome Slow Fashion and Second Hand!

Ich möchte ein “cooler Öko” sein. Hose und T-Shirt sind 2nd hand.

Kim Ruppert alias Bumoka ist Bloggerin im Lifestyle, Fashion und Food Bereich mit dem Schwerpunkt Veganismus und Nachhaltigkeit. Was gibt dir jeden Tag den Antrieb weiterzumachen? Und was ist deine Botschaft?

Ich selbst ernähre mich vegan und versuche stetig, immer nachhaltiger zu leben. Weil ich dafür eine Leidenschaft entwickelt habe und mir das sehr viel Spaß macht, habe ich nach meinem Abitur vor zwei Jahren beschlossen, einen eigenen Blog zu launchen auf dem ich meine eigene Entwicklung zu mehr Nachhaltigkeit dokumentiere. Mittlerweile sind auch noch Instagram und YouTube dazu gekommen. Ich möchte aber nicht aufzeigen dass ich perfekt bin und alles richtig mache – denn das ist nicht so – sondern vielmehr andere dazu inspirieren, die ein oder andere Sache vielleicht auch mal auszuprobieren damit die Welt Stück für Stück ein bisschen nachhaltiger und fairer für alle wird. Mein Motto ist sozusagen, ein “cooler Öko” zu sein. Denn unsere Generation hat eine gewisse Verantwortung, Entscheidungen bewusster für diesen Planeten und die Menschen darauf zu treffen. Und ich möchte ein Teil davon sein und möglichst viele andere Menschen dafür begeistern.

Bist du schon immer fashionverrückt?

Also als fashionverrückt würde ich mich nicht bezeichnen, denn ich möchte ja mit genau solchen Events wie dem 2nd hand markt aufzeigen, dass man gar nicht so viele Klamotten und schon gar nicht jeden Monat neue Kleidungsstücke braucht, um glücklich zu sein. Dennoch liebe ich Mode und möchte auch nicht darauf verzichten, mir coole Outfits zusammenzustellen und hin und wieder ein paar neue Teile in meine Garderobe aufzunehmen. Seit ich für mich persönlich beschlossen habe, kein Fast Fashion mehr zu kaufen, kommen nur noch 2nd Hand Klamotten und Fair Fashion Teile in meinen Kleiderschrank.

Hast du noch weitere 2nd hand Events geplant?

Ja! Viele Menschen haben nach einem 2nd hand markt in Frankfurt gefragt und ich hätte da auch selbst total Lust drauf. Deswegen habe ich im Sommer vor, noch einen zweiten 2nd hand markt zu veranstalten. Jetzt starte ich aber erstmal diesen Samstag mit meinem ersten Event in Schlüchtern.

Hast du das Event eigenhändig geplant?

Der 2nd hand markt findet ja im Rahmen des Frühlingsfests des Vital-Zentrum Ruppert und des Hüniche Baby-Express statt. Den Teil des Frühlingsfestes habe ich also nicht organisiert. Aber alles was den 2nd hand markt angeht, von der Idee über die Konzeption und das Marketing, bis hin zur Umsetzung habe ich alleine übernommen und hatte bis jetzt schon sehr viel Spaß dabei!

Was erwartest du von dem 2nd hand markt?

Erstmal hoffe ich, dass viele Menschen kommen und wir alle einen schönen Tag haben werden. Aber ich möchte mit dem 2nd hand markt aufzeigen, dass es gar nicht nötig ist, jede Woche neue Klamotten in den gängigen Fast Fashion Läden zu kaufen, um sich cool und stylisch anziehen zu können. Über 2nd Hand Plattformen im Internet oder eben durch solche Events wie den 2nd hand markt ist es heutzutage so leicht an coole Klamotten zu kommen – und nichts ist nachhaltiger als Klamotten zu tragen, die bereits existieren oder zuvor jemandem gehört haben. Ich möchte einfach, dass das mehr junge Menschen realisieren und ihren Klamottenkonsum etwas überdenken.empty_space]

Kim Ruppert ist die Organisatorin des 2nd Hand Markts in Schlüchtern und die Person hinter dem Namen Bumoka.

Das Event von Bumoka alias Kim Ruppert knüpft genau an diesen nachhaltigen Gedanken an. Es ist für all die Menschen, deren Kleiderschrank viel zu voll ist mit Klamotten, die einfach nur zu Hause rumliegen und nicht mehr getragen werden.

Der Bumoka 2nd hand markt ist die perfekte Gelegenheit für dich, deine Kleidungsstücke an neue glückliche Besitzer zu verkaufen und auch selbst ein bisschen zwischen den Ständen herumzubummeln und den ein oder anderen 2nd hand Schatz zu ergattern! Und dabei tust du so einfach etwas für die Umwelt, und reduzierst die Schnelllebigkeit der Mode etwas. Faires Shoppen in einer coolen Location.

Du hast Lust, auch einen eigenen Stand am 2nd hand markt zu machen? Dann melde dich kostenlos an! Die Standplätze sind begrenzt.

WANN UND WO

  • Samstag, den 04. Mai
  • 10 – 17 Uhr
  • Gartenstraße 33 in Schlüchtern
  • Event findet draußen statt

WAS

  • coole 2nd hand Klamotten
  • Kleidung, Accessoires und Schuhe
  • für Girls und Boys

WIE

  • entweder du kommst vorbei und bummelst über die Stände und hast einfach eine gute Zeit am Frühlingsfest
  • oder du machst sogar selbst einen eigenen Stand am 2nd hand markt und verkaufst deine nicht mehr getragenen Klamotten an neue glückliche Besitzer

MITMACHEN

  • die Standplätze am 2nd hand markt sind begrenzt
  • aktuell gibt es noch fünf freie Standplätze
  • die Teilnahme ist kostenlos
  • alles was du mitbringen musst, ist einen Tisch und/oder eine Kleiderstange und wenn du möchtest auch eine Überdachung
  • beachte bitte, dass dir dafür drei Meter Standplatz zur Verfügung stehen
  • und denke daran, genügend Wechselgeld dabei zu haben
  • zur Anmeldung geht es hier entlang.

Wie schmeckt McDonald’s veganer Burger, der “Big Vegan TS”?

Wie schmeckt McDonald’s veganer Burger, der “Big Vegan TS”?

Kleine Restaurants haben ihn schon lange auf der Karte, bei großen Ketten suchst du ihn vergebens: den veganen Burger. McDonald’s hat das nun geändert und den “Big Vegan TS” ins Sortiment genommen. Ganz überzeugt ist der Fast-Food-Riese offensichtlich nicht von seiner Kreation. Denn der Burger wird nicht prominent beworben, sondern zwischen anderen versteckt. Liegt das vielleicht am Geschmack? 

Black is beautiful – oder doch nicht? Giftige, schwarze Klamotten in deinem Schrank

Black is beautiful – oder doch nicht? Giftige, schwarze Klamotten in deinem Schrank

Der Textilhersteller Hess Natur war einer der Vorreiter, die in den 80ern ein Zeichen gesetzt haben. Sie haben schwarze Textilien eine zeitlang aus der Kollektion genommen, da der Vorgang des Schwarzfärbens unvertretbare giftige Farbstoffe enthalten hat und die in Verdacht standen, Krebs zu fördern. Ein Punkt, der wohl den wenigsten geläufig ist.

Giftiger Chemiecocktail ergibt die Farbe Schwarz

In den vergangenen Jahren sind viele ungiftige Farbstoffe entwickelt und die gesundheitlich riskanten Färbemittel verbannt worden. Leider ist der Markt so intransparent, dass selbst Fachleute nur mutmaßen können, wie viel krankmachende Stoffe noch im Umlauf sind. Fast alle unsere Kleidungsstücke werden in fernen Teilen der Welt produziert und die Importe von dort allenfalls stichprobenartig kontrolliert.

Die Leidtragenden beim Einsatz bedenklicher Farbstoffe sind Menschen und Umwelt in den Produktionsländern. (©Lu Guang / Greenpeace)

Das Problem mit der Farbe Schwarz beginnt zuerst mal damit, dass sie eigentlich keine reine Farbe ist. Um Textilien schwarz einzufärben, müssen mehrere komplementäre Pigmente wie Blau, Orange oder Gelb zusammen gemischt werden. Dadurch erhöht sich natürlich die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein bedenkliches Gemisch bildet, welches allergieauslösende Dispersionsfarbstoffe oder auch krebserregende Azofarben (synthetische Farbstoffe) beinhaltet. Wenn wir schwitzen oder wenn die Kleidung auf der Haut reibt, lösen sich Schadstoffe und können zu Hautreizungen und Allergien führen, in einigen Fällen reichern sie sich sogar im Körper an. Greenpeace berichtet, dass solche spezifischen Giftstoffe immer häufiger in Menschen nachgewiesen werden. Was sie langfristig in unserem Körper anrichten, kann man erst in einigen Jahren abschätzen.

Die Produzenten in China profitieren von den schwachen Umweltauflagen

Was heute jedoch der Stand der Dinge ist: Die Umweltschäden sind beträchtlich. Die laschen Umweltauflagen und Kontrollen in Asien machen es den Textilfabriken leicht, ihre Abwässer ungeklärt in die Flüsse und schließlich ins Meer zu leiten. Von 435 registrierten Abfluss-Stationen in China hielten sich 2012 zwei Drittel nicht an Umweltstandards, schreibt Greenpeace. Über zwei Drittel der chinesischen Flüsse und Seen gelten als verschmutzt, 320 Millionen Menschen haben allein in China keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. In Indonesien wurden kürzlich gefährliche und hormonell wirksame Chemikalien in der örtlichen Wasserversorgung nachgewiesen. Jetzt müssten alle Alarmglocken läuten, farbintensive Kleidung zu hinterfragen.

It´s time to detox – Zeit, zu entgiften

 

Es geht auch anders – schwarze Farbe ohne Gift

Längst gibt es schwarze Farbstoffe, die ohne Schwermetalle und Halogenverbindungen hergestellt werden können. Die Firma EPEA (Environmental Protection Encouragement Agency) hat mit dem schwäbischen Bekleidungshersteller Trigema 2006 ein T-Shirt auf den Markt gebracht, gefärbt mit dem laut EPEA-Gründer und Chemiker Michael Braungart „ersten tiefen Schwarz, das man unbedenklich auf der Haut tragen kann“. Das kompostierbare Shirt kommt ohne Schwermetalle aus, ebenso wie der BH, den EPEA im Jahr darauf mit dem Wäschelabel Triumph entwickelte.

Der schwarze Pullover von Trigema ist frei von schädlichem Schwarz. (©Trigema)

„Dreiviertel der schwarzen Kleidung auf dem Markt sind inzwischen nach unserem Vorbild gefärbt“, schätzt Braungart. Doch er meint auch: „Es gibt nach wie vor ein tiefes Schwarz, was extrem gesundheitsschädlich ist und überall in die Biosphäre gelangt.“ Für den Verbraucher ist es schwer, hier gut von böse zu unterscheiden.

Textilsiegel können eine Sicherheit bieten: Der IVN Best setzt so hohe Standards, dass nur wenige Farbstoffe ihn überhaupt erfüllen können. Der Öko-Tex Standard 100 lässt Schwermetalle zwar zu, garantiert jedoch, dass die Rückstände im Kleidungsstück unter bestimmten Grenzwerten liegen. Der GOTS-Standard verbietet Schwermetalle grundsätzlich und geht noch einen Schritt weiter: Da alle verwendeten Chemikalien nach GOTS zugelassen sein müssen, ist auch die Produktion automatisch sauberer. Und das ist wohl das drängendere Problem: Kirsten Brodde, Buchautorin und Greenpeace-Aktivistin, ist der Meinung, dass die Farbstoffe, die über Kleidung auf unsere Haut übergehen können, marginal sind im Vergleich zu jenen Mengen, denen Arbeiter und Umwelt in den Produktionsländern ausgesetzt sind. „Die Rückstände sind lediglich ein Indiz, was sich Verheerendes in der Produktion abspielt.“

Tipps für schwarze Kleidung

  • Die schwarze Kleidung vor dem Tragen unbedingt gründlich waschen. Für Kinder getragene Kleidung bevorzugen.
  • Kleidung mit dem Pflegehinweis „getrennt waschen“ meiden.
  • Allergiker sollten bei Kleidung, die direkt auf der Haut getragen wird, extrem satte Farben meiden. Das gilt auch für andere Töne mit sehr hoher Farbtiefe: Als problematisch gelten aktuell die leuchtenden Türkisnuancen.
  • Bei schwarzen Nylons oder anderer Synthetik-Wäsche kann der Preis ein Indiz sein, dass die Farbe in der Faser eingesponnen wurde und somit nicht ausblutet. Ein Beweis ist es aber nicht.
  • Auf Öko-Siegel wie GOTS oder Öko-Tex-Standard 100 achten.
  • In den Geschäften Interesse an der Herstellung von Mode zeigen und somit den Druck auf die Hersteller vorantreiben: Nachfragen, nachfragen, nachfragen!

Wie kann ich mir sicher sein?

90 Prozent der Kleidung, die wir tragen, wird in Asien produziert, insbesondere in China, Bangladesh und Indien. Dabei profitiert die Textilindustrie von den mangelhaften Umweltschutzauflagen ihrer Produktionsländer und kann unsere Shirts, Hosen und Co. für wenig Geld in den Verkauf bringen.

Doch der Färbeprozess, muss keinen riesigen ökologischen Fußabdruck hinterlassen. Die gängigen Öko-Mode-Zertifizierungen (Öko-Tex Standard 100, GOTS, IVN, Bluesign) garantieren, dass möglichst wenige bedenkliche Chemikalien eingesetzt werden, achten auf eine möglichst umweltfreundliche Produktion und stellen zudem sicher, dass soziale Mindeststandards eingehalten werden. Eine gute Idee ist es auch, Second Hand Kleidung zu kaufen, bei der sich bedenkliche Stoffe meist schon ausgewaschen haben. Das ist nicht nur für unseren Körper besser, sondern schont auch unser Grundwasser, das sonst durch Chemikalien belastet wird, die sich beim Waschen freisetzen.

Wichtig ist, zu hinterfragen, wo die Marken herstellen und ob die Textilhersteller soziale Standards einhalten. Das ist schon der erste Schritt in die richtige Richtung. Der günstige Preis von diversen Textilherstellern sollte einen skeptisch stimmen und zum Nachdenken anregen. Möchte ich giftige und bedenkliche Mode tragen?

Wir werden gezielt verarscht – Stimm ab für die Mogelpackung des Jahres 2018

Wir werden gezielt verarscht – Stimm ab für die Mogelpackung des Jahres 2018

Große Kartonmengen, doppelte Böden oder gefühlt mehr Luft als Inhalt – Hersteller greifen tief in die Trickkiste, wenn sie dem Verbraucher größere Füllmengen von Lebensmitteln vortäuschen wollen. Die Verbraucherzentrale Hamburg sucht wie jedes Jahr die Mogelpackung des Jahres. Fünf Produkte stehen zur Wahl.

Ein Kommentar von Tom Münker

Feierabend. Auf geht’s nach Hause. Aber vorher noch kurz einkaufen, denn der Magen knurrt bereits. Und ein paar Chips zum Fußballschauen später mit den Kumpels gehören einfach dazu.

Kaum ist die Verpackung geöffnet, ist der Inhalt auch schon verzehrt. „Waren schon immer so wenig Chips in einer Tüte?“, frage ich mich. „Neue Rezeptur, bessere Qualität“, steht in Großbuchstaben darauf. Dann muss es wohl daran liegen. Der Preis ist schließlich gleich geblieben.

Mogelpackungen gibt’s überall – auch im Pay-TV

Damit ergeht es mir so wie Millionen Verbrauchern: von Herstellern getäuscht zu werden, ohne es zu merken. Wirklich clever, den Preis, der sich ja beim Kunden bereits ins Gedächtnis gebrannt hat, nicht zu ändern – dafür aber dem Kunden einfach weniger einzupacken. Denn die Füllmenge haben wohl die wenigsten immer abrufbar. Dass sie damit den Verbraucher hintergehen, ist ihnen egal. Hauptsache der Kunde bezahlt – für weniger – und der Umsatz steigt weiter.

Das erinnert mich an unseren Pay-TV-Sender Nr. 1: Sky. Noch vor einem Jahr konnten Abonnenten beispielsweise alle Spiele der UEFA Champions League sehen. Nun nicht mehr, weil sie Rechte verloren haben. Die Werbung aber suggeriert, dass du nach wie vor alles sehen kannst. Stimmt aber schlichtweg nicht. Dieselbe Masche: Inhalt reduzieren, Preis beibehalten. Über sinkenden Abonnentenzahlen darf sich Sky dann nicht wundern. Die meisten lassen sich eben doch nicht für dumm verkaufen.

Chipsletten: 70 Prozent teurer geworden

Da ist es gut, dass die Verbraucherzentrale Hamburg mit ihrer Online-Abstimmung zur Mogelpackung des Jahres den ein oder anderen zum Denken anregt. Für die Lebensmittelbranche ist diese Auszeichnung das, was die „Goldene Himbeere“ in der Filmbranche darstellt: Ein Negativ-Preis.

Unter den Kandidaten sind zum Beispiel die Chipsletten von Lorenz. Das Unternehmen hat das Produkt um 70 Prozent teurer gemacht, weil die Füllmenge bei gleichem Preis von 170 auf 100 Gramm geschrumpft ist. Die Firma Bel packt dagegen eine komplette Käsekugel weniger in ihr Babybel-Netz. Auch Nestlé ist mit in der Verlosung: Ihre Smarties-Riesenrolle überzeugt durch 20 Gramm weniger Inhalt, während der Brotaufstrich der Firma Grafschafter seinen Namen ändern durfte: Aus „Apfelschmaus“ wurde „Apfelkraut“. Dass Rezeptur und Preis gleichgeblieben sind, wurde nicht erwähnt. Das Glas ist wie selbstverständlich kleiner geworden.

Der Verbraucher wird gezielt verarscht

Blöd muss sich jeder vorkommen, der auf die Light-Variante der Truthahnsalami von Dulano gesetzt hat. Weniger Fettgehalt? Pustekuchen. Die normale Truthahnsalami des Anbieters hat den gleichen Fettanteil – bei mehr Inhalt und gleichem Preis. Somit bezahlt der Kunde für die Light-Variante sogar noch mehr. Ich fühle mich hintergangen. Der Verbraucher wird gezielt verarscht. So macht Einkaufen keinen Spaß. Anbieter verlieren damit ihre Glaubwürdigkeit, und das zu Recht.

Dass die Hersteller als Grund höhere Produktionskosten nennen, rundet die Dreistigkeit noch ab. Warum steigen die Kosten? Man würde dem Verbraucher zum Beispiel den Wunsch nach kleineren Gläsern erfüllen, damit seien zusätzliche Produktionskosten verbunden, sagen die Hersteller. In meinem Umfeld hat sich noch nie jemand über zu große Gläser beschwert. Das ist schlichtweg Blödsinn, liebe Lebensmittelproduzenten.

Abstimmung bis zum 20. Januar

Bis zum 20. Januar kannst du hier abstimmen, welches Produkt die Mogelpackung des Jahres 2018 werden soll. Wer beim nächsten Einkauf eines aus der Kategorie „Luftnummer“ erwischt, legt es vielleicht besser zurück ins Regal. Wer trotzdem kauft, kann sich zumindest auf eines verlassen: Glückshormone werden beim Kauf freigesetzt. Egal ob 170 oder 100 Gramm.

Wir wünschen Merry Christmas mit diesen witzigen Gadgets zum Fest

Wir wünschen Merry Christmas mit diesen witzigen Gadgets zum Fest

Bevor wir das Weihnachtsstündchen beginnen, zeigen wir dir unsere Auswahl an witzigen Gadgets, die jede Weihnachtsfeier bunter werden lässt. Behänge also ruhig dein Rauschebärtchen oder lass Superman als Nikolaus durchbrennen − hier ist definitiv für jeden etwas dabei. move36 wünscht dir, deiner Familien, deinen Freunden und allen und überhaupt jedem frohe Weihnachten. 

Ob das rote Hipster-Rentier oder der schwarze Yolo Weihnachtspullover − mit diesen Pullovern kommst du garantiert bunt und warm durch jede Weihnachtsfeier. Und am Ende findet Oma den Pullover sogar echt cool, gestrickte Pulli mit Rentieren oder anderen weihnachtlichen Symbolen waren schließlich vor ein paar Jahrzehnten schon in. Und nicht dazu vergessen: die Kaktus-Weihnachtssocken.

Für jeden Star-Wars-Fan ist der Yoda-Nussknacker. Lasst uns also fröhlich knacken, ihr wackeren Sternenkrieger und -innen. Wie hart die Nüsse auch immer sein mögen.

Dekoration für deinen Bart

An alle Nachwuchs-Wikinger, Dothraki und stolzen Bartträger der Freien Städte von Essos: Jetzt endlich kannst du deinen Rauschebart auch die ihm längst gebührende kreative Aufmerksamkeit widmen und ihn nach Herzenslust verschönern. Mit Perlchen, Steinchen und allen anderem, was unser längst fälliges Set zur Bart-Dekoration sonst noch bereithält. Garantiert unecht natürlich, aber nichtsdestoweniger spektakulär, wie auch die Nikolaus Ohrringe die jedes Outfit pimpen.

Insgeheim haben wir es uns ja schon immer gedacht. Dass nämlich Sportskamerad Santa in Wirklichkeit auch Superman ist (zumindest zur Weihnachtszeit, während Clark Kent zuhause Plätzchen backt, ganz schwiegersohnmäßig). Wie sonst könnte Meister Claus an so vielen Orten gleichzeitig sein und dabei Tonnen von Geschenken ausliefern? Und wie sonst könnten Rentiere und Schlitten einfach so durch die Luft fliegen, ohne dass er selbst fliegt, der Weihnachtsmann?

Und wenn wir schon bei Supermännern und -frauen sind − die move36-Redaktion wünscht dir nochmals ein spektakuläres Weihnachtsfest. Wir werden uns mit Plätzchen und Punsch stärken und freuen uns auf dich, wenn wir das neue Jahr starten können. Vollgepackt mit neuen Themen, Bildern und Videos.

Fast Fashion: Schmeiß weg, hat ja eh nix gekostet

Fast Fashion: Schmeiß weg, hat ja eh nix gekostet

Was hat man nicht alles gelesen zum “Black Friday” am 23. November. Ist jetzt auch langsam echt mal gut. Das denke ich mir auch. Aber der aus den USA rüber geschwappte Konsumwahnsinn-Tag, der ja dort fast schon ein Nationalfeiertag ist, hat mich ernsthaft zum Nachdenken angeregt. Was ich gesehen habe, ekelt mich an.

Ein Text von Peter Frankenbach

Wie die Geier stürzen sie sich auf den minderwertigen Billig-Ramsch, den sie eigentlich gar nicht brauchen. Jeder Deutsche kauft ohnehin schon durchschnittlich fünf neue Kleidungsstücke im Monat. Also 60 im Jahr. Dem Markt ist das scheinbar nicht genug.
Rabatte, die uns zu zusätzlichem Konsum verleiten, müssen her. „Das Belohnungssystem freut sich vor allem über den Preisnachlass, über das Kauferlebnis. Ob man den Artikel wirklich braucht, ist eine andere Frage.“, sagt der Neurologe Borwin Bandelow in der Tageszeitung TAZ.

Da ist es egal ob ein Kleidungsstück durchschnittlich zu 70 Prozent aus Plastik besteht. „Macht doch nichts, kann man doch recyceln.“ Bullshit. Aus dem bisschen, was recycelt wird, werden Putzlappen und Malerrollen gemacht. Alles Sachen, die schon nach kurzer Zeit auf dem Müll landen und wie der Rest richtig schön umweltbewusst verbrannt werden. Allein die Textilindustrie macht acht Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes aus.

Durstige Klamotten

Und wenn wir jetzt schon bei Nachhaltigkeit sind: Auch plastikfreie oder -arme Klamotten schonen die Natur nicht wirklich. Für die Herstellung eines Baumwoll-T-Shirts schluckt etwa 2495 Liter Wasser, für eine Jeans fließen 8000 Liter. Zum Vergleich: In eine Badewanne passen gerade mal 150 bis 180 Liter.

Ich will nicht sagen, man soll sich nichts mehr gönnen, aber man kann wenigsten versuchen, seinen Konsum zu reduzieren und so nachhaltiger Leben – das ist gar nicht so schwer. Wir sollten uns immer vor Augen führen: Das ist der Planet, auf dem wir alle Leben und auf den wir angewiesen sind. Aber das machen scheinbar die wenigsten, denn seit 2000 ist die Menge an Kleidung, die hergestellt wird, um 60 Prozent gestiegen – und es wird immer mehr. Einfach beim Geschenke Kaufen im Hinterkopf behalten.

Schmeiß weg, hat ja eh nix gekostet

Der Großteil der Kleidungsstücke ist zum Wegschmeißen gemacht. Das lieg einmal am mickrigen Preis, der die Hemmschwelle senkt.  Aber auch an der Qualität. Genauso wie bei vielen elektronischen Geräten ist hier – besonders bei Kleidungsstücken von Läden wie Primark, H&M und NewYorker – die geplante Obsoleszenz stark zu spüren (Übersetzung: Der Scheiß geht geplant schneller kaputt).

Also ich für meinen Teil werde so´nen Kram nicht mehr kaufen. Und ich hör schon das „Wenn man´s sich leisten kann…“. Leute, dann hat man halt statt fünfzehn nur fünf T-Shirts und statt drei, einen Pullover im Kleiderschrank – aber dafür einen, der ein paar Jahre hält. Kauft man sich einen wertigen Pullover, überlegt man sich zweimal, ob man ihn jetzt einfach wegschmeißt, wenn er ein Loch hat, oder ob man ihn nicht vielleicht doch flicken oder sogar zum Schneider bringen soll. Und wenn man sich dran sattgesehen hat, kann man ihn mit Textilstiften ummodeln oder man bügelt sich nen Patch drauf.

Und wenn´s dann wirklich mal reicht, spendet man ihn und irgendein Grunge-Hipster freut sich, wenn er im Diakonie-Laden nach einem neuen Outfit schaut. Und der würde sich auch über das Loch im Pullover freuen.