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Skandal schon vor Prozessauftakt. Keine zwei Tage vor dem Beginn eines Prozesses gegen ein Ex-AfD-Mitglied aus Künzell wurde ein Zeuge zusammengeschlagen. Die Täter drohten, seine Frau zu schnappen, sollte er aussagen.

Diesen Donnerstag beginnt vor dem Amtsgericht Fulda der Prozess im “Fall Andreas Goerke”. Goerke ist Vorsitzender des antirassistischen Vereins “Fulda stellt sich quer”. Anfang 2017 ist der Bronzeller Opfer von Psychoterror geworden. Angeklagt ist das ehemalige AfD-Mitglied Toni R. aus Künzell. R. ist zwischenzeitlich auch Teil des Vorstands der AfD-Jugendorganisation JA in Hessen gewesen. Ein Mitglied der Partei hatte den Künzeller als mutmaßlichen Täter identifiziert.

Nicht einmal zwei Tage vor Prozessauftakt ist es zu einem bedenklichen Vorfall gekommen. Am späten Dienstagabend ist ein Zeuge beim Spaziergang mit seinem Hund am Schulzenberg in Fulda überfallen worden. Zwei maskierte Männer haben ihn laut eigener Aussage umgestoßen, mit dem Gesicht auf den Boden gedrückt und bedroht (in der Ausgangsmeldung hatten “zusammengeschlagen” geschrieben). Martin Schäfer, Sprecher beim Polizeipräsidium Osthessen, bestätigte move36, dass der Satz “Wenn du aussagst, schnappen wir deine Frau” gefallen ist.

AfD-Mitglieder distanzieren sich

R. wird falsche Verdächtigung und Missbrauch des Notrufs vorgeworfen. Er soll im Februar 2017 von einer öffentlichen Telefonzelle aus den Notruf gerufen, sich als Andreas Goerke ausgegeben und gesagt haben, er - Goerke - habe seine Frau ermordet. Daraufhin stürmte ein Einsatzkommando der Polizei das Grundstück der Goerkes. Es ist nicht der einzige Vorfall, unter dem die Familie in dieser Zeit gelitten hat.

Seit Ende 2017 ist Toni R. nicht mehr Mitglied der AfD. Auch seinen Posten im Vorstand der JA Hessen hat er verloren. Gegenüber move36 hat er vergangenes Jahr die Tat bestritten. Mitglieder der AfD in Fulda, die Kontakt zu R. hatten - Bilder belegen das - haben sich bereits vor Monaten von dem Künzeller distanziert.

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