Dick Pics sind so sexy wie Fleischwürste

Dick Pics sind so sexy wie Fleischwürste

 

Oh Hammer, endlich hat er mir ein Bild von seinem Penis geschickt. Da würde ich am liebsten direkt drauf steigen.“ – Keine Frau jemals. Es gibt Männer, die Frauen unaufgefordert Bilder von ihrem besten Stück zeigen. Warum sie das machen, weiß wohl keiner. Was ich davon halte.

Laut einer britischen Studie der Meinungsforscher von YouGov haben 46 Prozent der Frauen zwischen 18 und 36 Jahren mindestens schon ein Dick Pic, also ein Penisbild, geschickt bekommen. 89 Prozent davon unaufgefordert. Im Vergleich gaben nur 30 Prozent der Männer an, nach einem Bild gefragt worden zu sein und 22 Prozent jemals eins verschickt zu haben. Ergo: Männer, ihr schickt zu viel nackte Haut rum.

Was in der Generation unserer Eltern der Exhibitionist war, sind heute die Dick Pics. Sie kommen ungefragt und erschreckend, so dass man gar nicht weiß, was gerade passiert. Es wird ihnen aber auch einfach gemacht: Snapchat und Instagram erlauben es, Bilder zu schicken, die nach wenigen Sekunden wieder verschwinden. Und trotzdem hat man nachwirkend das Bild dieses fleischfarbenen, teils haarigen Etwas vor sich.

Nein, einfach nur nein

Insgesamt habe ich tatsächlich schon fünfmal über Snapchat oder Instagram ungefragt Penisbilder bekommen, und zweimal wurde ich gefragt, ob ich „ihn“ sehen möchte. Meine Antwort jedes Mal: Nein, einfach nur nein. Penisse sind genauso ästhetisch wie Vaginas. Nämlich gar nicht. Und das erste, was mir in solchen Fällen in den Kopf kommt, sind Fragen über Fragen: Was denkst du dir jetzt dabei? Dass mich das anmacht, ein Genital auf dem Bildschirm zu sehen? Würde ich explizit danach fragen, dann okay. Aber häufig ploppt das Bild einfach ohne Vorwarnung auf meinem Bildschirm auf.

Meine erste Reaktion: Blockieren. Manchmal folgt auch ein dummer Spruch, oder ich habe einfach mal nachgefragt, was jetzt die Intention des Herren war, den ich auch häufig einfach nicht kannte. Die Erklärungen sind genauso interessant wie das Bild: „Ich bin geil“, „Sorry, dachte, das macht dich an“, „Schade, bekomm ich trotzdem ein Bild von dir?“. Klar gar kein Ding, ich schau mal in meinem Ordner „Vagina und Brüste“. Wirklich liebe Männer, habt ihr teilweise so wenig Schamgefühl?

Lass’ deinen Lörres bei dir!

Im Magazin „Elle“ erklärt Sexualpsychologe Christoph Joseph Ahlers, dass Männer in der Regel von sich ausgehen: Da sie Nacktbilder von Frauen als erotisch empfinden, gehen sie automatisch davon aus, dass es andersherum auch so ist. Manche sehen in dem Versenden auch die letzte Chance, das Interesse der begehrten Frau zu wecken. Oder haben ein Gefühl von Macht. Sprich: „Schau her, welches Potenzwunder du verpasst“.

Es ist aber alles andere als stark, den Lörres durch die Gegend zu schicken. Generell ist es wohl für viele Männer ein Problem geworden, Frauen anzusprechen. Wenn dann nach einer Party eine Nachricht auf Instagram kommt „Hey, habe dich gestern gesehen. Wie geht’s dir?“, habe ich schon keine Lust mehr, zu antworten. Wenn du mich gesehen hast, warum zur Hölle schreibst du mir einen Tag später, anstatt mich direkt anzusprechen? Das gilt übrigens auch für Frauen, die immer noch der Meinung sind, der Mann sollte auf jeden Fall den ersten Schritt machen.

Schon mal was von sexueller Belästigung gehört?

Aber egal, aus welchen Gründen Männer Penisbilder schicken. Unabhängig davon, dass es in den meisten Fällen keinen Erfolg bringt, macht ihr euch auch strafbar. Paragraph 184 StGb schreibt: „Wer pornographische Schriften (…) an einen anderen gelangen lässt, ohne von diesem aufgefordert zu sein, (…) wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft.” Mein Tipp: Wie wäre es denn einfach mal wieder mit einem klassischen „Hallo. Lust auf‘n Kaffee“, um jemanden kennenzulernen?

Billig-Kommerz in Topform: Wer braucht schon den Valentinstag?

Billig-Kommerz in Topform: Wer braucht schon den Valentinstag?

Das Schlafzimmer voller roter Rosen, romantischer Kerzenschein, der teure Wein atmet bereits. Und auf dem Bett liegt das funkelnde Schmuckstück für die Liebste bereit. Was tut man nicht alles für die Liebe. Aber mal ehrlich: Wir brauchen keinen Valentinstag, um uns Zuneigung auszudrücken – erst recht keinen Tag, der so offensichtlich auf Kommerz und Profit ausgelegt ist. Ein Plädoyer für Valentins-Verweigerer.

Wie wär’s mal wieder mit Geldausgeben? Weihnachten ist schließlich längst rum. Tschutschu! Alles aufspringen auf den knallroten Kommerzzug! Der Tag der Liebenden naht. Und damit die nächste Produkt-Lawine, die uns mehr Glück verspricht. Rote Fotokissen in Herzform, funkelnde Liebesschlösser samt eingravierten Namen, Pärchenshirt-Angebote im Druckshop, eine Partnerlook-Hülle fürs Smartphone – kitschiger Schnickschnack, mit dem du mich jagen kannst. Schaufenster und Bildschirme bomben uns Jahr für Jahr mit dem Valentinstag voll. Überall Love, Love, Love, die ja unbedingt an diesem einen Tag so perfekt sein muss. Kauf dir ein Stück Liebe, schenke es deiner Liebsten oder deinem Liebsten, und eure Beziehung wird die tollste überhaupt sein. Ätzend!

Ursprung in der Antike

Woher kommt er eigentlich, der Valentinstag? Benannt ist er vermutlich nach dem Bischof und christlichen Märtyrer Valentin von Rom. Als Priester soll er trotz des Verbots durch Kaiser Claudius II. Paare nach christlichem Ritus getraut haben. Dabei soll er ihnen Blumen aus einem Garten geschenkt haben. Diese Ehen standen unter einem guten Stern, glaubten viele Christen, die zu dieser Zeit im römischen Reich verfolgt wurden. So ließ der Kaiser Bischof Valentin am 14. Februar 269 wegen seines Glaubens enthaupten. Der Brauch, sich Blumen zu schenken, könnte auch auf das Gedenken der Göttin Juno, der Schützerin von Ehe und Familie, im antiken Rom am 14. Februar zurückgehen; den Frauen schenkte man an diesem Tag Blumen.

Seit dem 15. Jahrhundert wurden in England am Vorabend des 14. Februars Valentinspaare ausgelost, die sich dann kleine Geschenke oder Gedichte schickten. Englische Auswanderer nahmen diese Riten mit in die Vereinigten Staaten. Und nach dem Zweiten Weltkrieg brachten sie US-Soldaten endlich zu uns nach Deutschland. Die zunehmende Werbung der Floristen und Süßwarenindustrie machte ihn dann so richtig populär.

“Ich kaufe, also bin ich”

Scheint ja super zu funktionieren. Der Fachverband deutscher Floristen schätzt, dass sich das Umsatzniveau 2016 auf dem der Vorjahre gehalten hat. Zwischen 120 und 130 Millionen Euro – nur am Valentinstag. Wenig überraschend, dass Rosen zum Fest der Verliebten gut und gern das Doppelte oder Dreifache kosten. Aber wen interessiert’s? Der Kommerzzug hält überall und nimmt jeden mit. „Ich kaufe, also bin ich“ ist schon lange genauso wahr wie die ursprüngliche Formel des Philosophen René Descartes („Ich denke, also bin ich“). Warum fallen wir auf diese Marketing-Masche rein?

Geblendet von Schaufenstern, die im Rot ertrinken, denken wir nicht daran, dass Rosen in der kalten Jahreszeit aus afrikanischen oder südamerikanischen  Entwicklungsländern importiert werden müssen, wo viele Arbeiter ausgebeutet und durch Pestizide vergiftet werden. Selbst wenn irgendein Siegel faire Arbeitsbedingungen und eine grüne Produktion verspricht, müssen die Blümchen trotzdem einmal um den halben Globus transportiert werden.

Wie ein Lachs im Fischschwarm

Wollen wir das? Scheinbar nicht. 2015 stimmten bei einer Umfrage von statista.de 75 Prozent der Aussage zu, dass der Valentinstag ein rein kommerzieller Festtag ist und nichts mit Liebe zu tun hat. Einer anderen Erhebung zufolge ist ein Drittel der Deutschen sogar genervt vom Valentinstag wie ich. Dennoch geben wir im Schnitt knapp 50 Euro für unsere Liebsten an diesem Tag aus. Irgendwie schizophren. Haben wir keine Entscheidungsgewalt mehr und tun lethargisch das, was alle tun? Wie ein Lachs im Fischschwarm, der nicht anders kann, als jedes Jahr stromaufwärts zum Brutplatz zu schwimmen. Ausbrechen bedeutet Arbeit, bedeutet rechtfertigen und diskutieren.

Deshalb schenken wir unserem Schatz lieber was, bevor er oder sie sauer, enttäuscht oder was auch immer ist. Aber: Vielleicht ist Schatzi dieser Tag ja auch völlig schnuppe. Dann schenkt ihr euch beide Süßkram und blinkende Herzen, obwohl keiner von euch etwas damit anfangen kann. Grotesk. Selbst wenn dein Gegenüber totaler Valentinsfan ist, solltet ihr mal überlegen, ob ihr eure Zuneigung von einem Präsent abhängig machen wollt.

Geschenke ohne Anlass sind viel besser

Ich will nicht kritisieren, dass verliebte Pärchen sich am Valentinstag ihre Liebe zeigen.  Jeder Mensch möchte geliebt werden. Und jeder freut sich über kleine Aufmerksamkeiten. Aber braucht es dafür diesen Tag, der schon immer nur auf Geldmacherei ausgelegt war? Nein! Unsere Liebe können wir auch an den 364 restlichen Tagen im Jahr zeigen. Und überhaupt: Geschenke ohne Anlass, die überraschen, sind eh viel besser.

Fernbeziehung – Warum sie so nervt und gleichzeitig gut tut

Fernbeziehung – Warum sie so nervt und gleichzeitig gut tut

Ihr seid schon eine gefühlte Ewigkeit zusammen. Habt euch jeden Tag gesehen. Wart das Vorzeigepaar der Schule. Und jetzt, nach dem Abi, steht ihr vor einer ganz neuen Aufgabe: Fernbeziehung.

Jeder zweite Deutsche hat schon einmal eine Fernbeziehung geführt. Das hat eine Studie des Onlineportals „farlove“ herausgefunden. Ob jetzt 50, 100 oder 3000 Kilometer zwischen euch liegen, ist egal. Häufig sieht man sich höchstens am Wochenende. Und auf diese Zeit fiebert man wie verrückt hin.

Nachdem ich knapp drei Jahre selbst eine Fernbeziehung geführt habe, weiß ich, wovon ich spreche. Das ständige Hin- und Herpendeln, die Fahrtkosten und vor allem die fehlende Nähe sind wohl das Nervigste an einer Fernbeziehung. Wenn der Chef dich mal wieder zur Weißglut bringt oder die beste Freundin wieder mit ihren Lovestorys prahlt und du am liebsten nur noch in die Arme genommen werden willst. Dann fehlt wer? Genau, dein Schatz. In so einer Situation hilft die vertraute Stimme ungemein. Bei mir und meinem Partner war telefonieren nicht oft drin, da ich abends noch zu meinem Nebenjob als Kellnerin und er in die Berufsschule musste. Eine Nachricht, „Schlaf dann gut, ich liebe dich“, musste reichen.

Nicht immer rosige Zeiten

Liebe auf Distanz ist kein Zuckerschlecken, hat aber auch Vorteile. Du kannst dich auf deinen eigenen Alltag konzentrieren. Auf Arbeit, Studium, Ausbildung, was auch immer. Streitigkeiten über das stehengelassene Geschirr oder die offene Zahnpastatube gibt es nicht. Sieht man sich nach einer gefühlten Ewigkeit wieder, zählt nur noch die gemeinsame Zeit.

Klar, so rosig, wie sich das anhört, ist es nicht immer. Gestritten wird auch in der Zeit, in der man zusammen ist. Der häufigste Streitpunkt bei uns war mein Nebenjob, der mich oft am Wochenende in Anspruch nahm. Kam ich nur für ein paar Stunden nach Hause, war die Zeit knapp und der Frust deswegen groß. Schlechte Laune programmiert. Nach so einem Tag fiel der Abschied vom Liebsten umso schwerer.

Blick in die Zukunft

Ich bin mir sicher, dass sich niemand bewusst für eine Fernbeziehung entscheidet. Aber wann der Blitz einschlägt, liegt nun mal nicht in unseren Händen. Sei es die Urlaubsliebe, der Internetflirt oder der Freund, der plötzlich ein Jobangebot am anderen Ende der Welt bekommt. Treffen kann es uns immer, und dann sollte einem bewusst sein, auf was man sich einlässt.

Es braucht vor allem Verständnis, Geduld und eine Menge Vertrauen. Oft helfen gemeinsame Zukunftsvorstellungen. Das Ziel, irgendwann ein gemeinsames Leben zu haben ohne Distanz, gibt Sicherheit und Ansporn, die Beziehung aufrecht zu erhalten. Bei uns ist die Beziehung vor dem Zusammenziehen gescheitert. Ob es jetzt an der Angst vor dem nächsten Schritt lag oder an anderen Gründen. Fakt ist: Jedes Paar muss für sich selbst entscheiden, wie es die Beziehung führen möchte.

Hast du Helikopter-Eltern? Mach den Test!

Hast du Helikopter-Eltern? Mach den Test!

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Sie tragen ihren Sprösslingen alles hinterher. Sie nötigen Lehrer, wenn die in Sachen Bildung und Erziehung nicht nach ihrer Pfeife tanzen. Sie takten den Tag ihrer Kinder von morgens bis abends durch – die Rede ist von Helikopter-Eltern. move36-Autorin Nadine hat sich für die am Donnerstag erscheinende neue Ausgabe mit der Frage beschäftigt: Wie viel Fürsorge ist okay? Wenn Eltern ihre Kinder verhätscheln.

Hast du Helikopter-Eltern? Hier ein kleiner Test, den wir in der Schülerzeitung “Peer” des bayerischen Egbert-Gymnasium Münsterschwarzarch von 2014 entdeckt haben. Der Test ist natürlich eher eine Spielerei und sagt nichts über die Persönlichkeit deiner Eltern aus. [/vc_column_text][vc_column_text css=”.vc_custom_1537955392915{border-top-width: 2px !important;border-right-width: 2px !important;border-bottom-width: 2px !important;border-left-width: 2px !important;padding-top: 10px !important;padding-right: 10px !important;padding-bottom: 10px !important;padding-left: 10px !important;background-color: #e07994 !important;border-left-color: #000000 !important;border-left-style: dotted !important;border-right-color: #000000 !important;border-right-style: dotted !important;border-top-color: #000000 !important;border-top-style: dotted !important;border-bottom-color: #000000 !important;border-bottom-style: dotted !important;}”]

Hast du Helikopter-Eltern? Mach den Test!

1. Machst du dein Pausenbrot selbst?

Immer (0)
Manchmal (5)
Nie (10)

2. Wie oft haben dir deine Eltern in der Schule etwas nachgetragen?

Nie (0)
Ein- bis zweimal (5)
Öfters (10)

3. Wie wirst du geweckt?

Ich stelle mir einen Wecker (0)
Mal stelle ich mir einen Wecker, mal wecken mich meine Eltern (5)
Meine Eltern wecken mich (10)

4. Wirst du von deinen Eltern in die Schule gefahren?

Ganz selten (0)
Nur zur Bushaltestelle (5)
Jeden Tag (10)

5. Wie oft hast du auf Klassenfahrt Kontakt mit deinen Eltern?

Nie (0)
Nur um über Ankunft und Heimkehr Bescheid zu geben (5)
Ich telefoniere/schreibe fast täglich (10)

6. Wie oft gibst du den Lehrern die Schuld für schlechte Noten?

Nie, ich weiß, dass es an mir liegt (0)
Manchmal (5)
Immer (10)

7. Wie oft haben deine Eltern die Schule kontaktiert, weil du ein schulisches Problem (z.B. schlechte Noten) hattest?

Noch nie (0)
Ein- oder zweimal (5)
Jedes Mal, wenn es ein Problem gibt (10)

8. Musstest du bestimmte Hausarbeiten übernehmen?

Ich helfe regelmäßig (0)
Wenn ich Lust habe, mache ich mal was (5)
Machen alles meine Eltern (10)


Zähle für die Auflösung die Punkte zusammen – so hast du eine ungefähre Tendenz, wie deine Eltern ticken. Um ein bisschen Witz reinzubringen, zeige das Ergebnis doch einfach mal deinen Eltern oder mache den Test mit ihnen zusammen. 

Du hast 0-20 Punkte: Deine Eltern sind keine Helikopter-Eltern.

Du hast 20-40 Punkte: Ab und zu scheint das “Helikopter-Syndrom” bei deinen Eltern durch, aber es hält sich in Grenzen.

Du hast 40 – 60 Punkte: Deine Eltern sind Helikopter-Eltern.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

Schule fertig – Freundschaft auch? Geschichten aus der Redaktion

Schule fertig – Freundschaft auch? Geschichten aus der Redaktion

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Während der Schulzeit sieht man seine Freunde fast täglich. Doch danach? Schule fertig, Freundschaften auch? Vieles verläuft sich einfach zwangsläufig. Doch ist das ein Naturgesetz? Lohnt es sich nicht, etwas Energie in die Kontakte zu alten Freunden zu stecken? Unsere Redaktion erzählt von ihren eigenen Erfahrungen und Geschichten. Haben sich ihre Freunde bis heute gehalten? 

Julia

Seit der Grundschule kenne ich meine zwei besten Freundinnen. Wir sind gemeinsam aufs Gymnasium gegangen und waren bis zum Abi immer in einer Klasse. Wir haben eigentlich alles miteinander erlebt, die erste Party, den ersten Kuss, das erste Mal Urlaub ohne Eltern. Nach der Schule veränderte sich natürlich einiges, wir zogen zum Studieren in unterschiedliche Städte. Wir sehen uns jetzt nicht mehr jeden Tag, jede Woche und manchmal nicht mehr jeden Monat. Aber wenn wir dann mal wieder alle zuhause sind, fühlt es sich an wie früher. Ansonsten hat sich die Clique aber sehr schnell verkleinert. Mit vielleicht zehn Freunden von damals habe ich manchmal noch Kontakt.

Daniel

Kürzlich ist mir beim Ausmisten unsere Abizeitung in die Hand gefallen. Die Bilder, die Grüße meiner Schulfreunde an mich, was ich so geschrieben – alles sehr amüsant. Erinnerungen kamen hoch. Schade eigentlich, dass alles so schnell auseinander ging, musste ich sofort denken. Einer guten Freundin von damals – wir hatten ziemlich schnell einen Narren aneinander gefressen, wie sie es so schön in ihrem Gruß formuliert hat, habe ich gestern ein Foto von eben diesem Gruß geschickt, mal gehorcht wie’s so geht und gesagt, dass es toll wäre, sich mal wieder zu sehen. Mal schauen, was zurückkommt. Das letzte Mal haben wir vor vier Jahren geschrieben.

Ansonsten ist mein wirklich enger Freundeskreis vor allem abseits der Schule entstanden, da ich nicht in meiner Heimatstadt, sondern ein paar Orte weiter auf einem Gymnasium war. Der Kern besteht noch bis heute als feste Clique – wofür ich sehr dankbar bin. Dass sich Freundschaften so eng auf Dauer halten, ist nichts Selbstverständliches. Praktisch ist da natürlich, dass alle noch in Gießen sind, beziehungsweise ich halt in Fulda. Auch keine Weltreise. Marvin, einer aus dem Kreis, kenne ich seit fünften Klasse. Gute Kumpels wurden wir eigentlich erst in der Oberstufe. Nach dem Abi hatten wir ein paar Jahre keinen Kontakt, als er in Darmstadt war. 2014/15 haben wir knapp ein Jahr mit einem weiteren guten Kumpel zusammen gewohnt und sind dicke wie eh und je, wenn wir uns sehen. Einfach super.

Zu einem wirklich guten Freund seit der fünften Klasse, der auch zur Clique gehörte, ist der Kontakt ungefähr sechs Jahre nach dem Abi nach und nach leider abgebrochen. So ist das, wenn jeder ganz woanders seinen Weg findet. So auch eine gute Freundin aus der Schulzeit – aber wir schaffen es, ein paarmal im Jahr zu schreiben. Nur uns zu treffen, haben wir dieses Jahr noch nicht geschafft. Hat man wirklich Interesse, Zeit und Energie, kann man Kontakte aufrechterhalten – bei dem einen oder anderen lohnt es sich vielleicht.

Mariana

Es sind nur noch wenige Freunde aus der Abizeit, die ich wirklich regelmäßig sehe. Aber ein paar der Freundschaften sind dafür heute umso enger. Eine Freundin begleitet mich tatsächlich seit unserer Kindergartenzeit, was mich wirklich stolz macht. Denn wir kennen uns schon so lange, haben völlig unterschiedliche Freundeskreise, aber wir schaffen es, uns alle paar Monate zu treffen und regelmäßig zu schreiben.

Aus unserem Abijahrgang gibt es so einige Grüppchen, die nach wie vor eng miteinander befreundet sind. Spannend fand ich es aber, als wir unser zehnjähriges Abi-Treffen veranstaltet haben. Wir haben versucht, wirklich jeden zu erreichen. Einige waren wie vom Erdboden verschluckt. Einen Mitschüler habe ich sogar über fünf Ecken über seinen neuen Arbeitgeber ausfindig gemacht und war erst mal gar nicht sicher, ob er es wirklich ist. An dem Abend dann kam fast der ganze Jahrgang wieder zusammen. Doch mit einem Highlight haben wir alle nicht gerechnet. Denn auch unsere Lehrer hatten wir alle eingeladen, und alle haben abgesagt, weil ein Kollege am selben Abend einen runden Geburtstag feierte. Tief in der Nacht klopfte es aber an der kleinen Kneipe, die wir für unser Fest gemietet hatten. Und alle Lehrer standen vor der Tür. Sie waren geschlossen von ihrer Party auf ein Hallo zu uns hinübergewandert. Da floss so manche Freudenträne.

Sascha

Bei mir ist das mit Freunden von damals mehrgeteilt. Mit vier habe ich noch engen Kontakt. Bei dreien fällt das recht leicht, weil sie noch in Bad Hersfeld leben. Meine beste Freundin lebt mittlerweile im Saarland. Da haut das mit dem Kontakt aber trotzdem hin. Andere alte Freunde würde ich gerne öfter sehen, aber das klappt wegen Job und Distanz nicht mehr so. Wiederum anderen ziemlich guten Freunden habe ich mich entfremdet. Jedes Mal, wenn ich sie sehe, merke ich, dass wir uns bezüglich der Mentalität anders entwickelt haben. Generell habe ich gar nicht mehr so Lust, in einer heterogenen Truppe unterwegs zu sein. Da fehlen mittlerweile irgendwie die Anknüpfungspunkte.

Felix

Gerade durch Facebook ist irgendwo doch noch ein Kontakt da zu den Leuten von damals. Auch wenn es nach der Schule (2005) noch nix in der Richtung gab, hat man dann die Leute bei Facebook gesehen und hinzugefügt. Von vielen sieht man einfach nur noch was im Feed, aber ich beachte das nicht wirklich. Mit ein paar Freunden ist der Kontakt aber weiterhin da. Auch wenn man sich Wochen- oder Monatelang nicht sieht, kann man doch spontan am Wochenende ein paar Bier miteinander trinken gehen.

Josephin

Ich bin mit einigen wenigen Leuten auch fünf Jahre nach dem Abi noch befreundet. Auch wenn ich manche davon nur ein paar Mal im Jahr sehe, halten wir Kontakt. Wenn wir uns dann treffen, ist es, als wären wir nie getrennt gewesen.

Toni

Nach dem Abi war gefühlt jeder froh, jetzt seinen eigenen Weg gehen zu können und die ehemaligen Mitschüler nicht mehr sehen zu müssen. Die zwei Jahre Seminarfacharbeit haben ihren Teil dazu beigetragen. Ich bin noch mit einer Mitschülerin von damals gut befreundet. Wir schreiben regelmäßig per Whatsapp, sehen uns ein-, zweimal im Jahr. Zu den anderen aus meinem Jahrgang habe ich keinen richtigen Kontakt mehr. Es kommt aber schon manchmal vor, dass man sich zufällig irgendwo sieht und kurz ein bisschen quatscht.

Constanze

Wir waren immer eine Gruppe mit sieben Mädels. Heute ist der Kontakt zu einigen komplett weggebrochen, weil viele nach dem Abi ins Ausland gegangen sind oder studieren. Den stärksten Kontakt habe ich nur noch mit meiner besten Freundin. Bei anderen Schulfreunden ist immerhin ab und zu ein flüchtiger Smalltalk drin, wenn man sie auf der Straße trifft.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

“Ich habe mich als Teenager geritzt” – Geheimnisse aus unserer Redaktion

“Ich habe mich als Teenager geritzt” – Geheimnisse aus unserer Redaktion

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Unsere Arbeitskollegen haben überaus interessante Geheimnisse – große, kleine, schlimme, witzige. Für die aktuellen move36 haben wir sie gesammelt, anonym versteht sich. Jetzt liest du sie auch hier. Sehr spannend! Warum das Geheime so wichtig für uns ist, erfährst du in der ganzen Geschichte im Magazin

Ich war einmal betrunken unterwegs und habe in den Vorgarten einer Klassenkameradin gepinkelt, weil ich sie nicht leiden konnte.

Ich habe meinen Ex-Freund betrogen, ohne es ihm jemals zu sagen. Da die Beziehung zum Schluss nicht mehr gut lief, nannte ich andere Gründe, warum ich mich von ihm trennen will. Bis heute weiß auch nur meine allerbeste Freundin davon, anderen Freunden und meiner Familie habe ich es ebenfalls nicht gesagt.

Ich habe meinem damaligen besten Freund gesagt, er könne abends nicht zu einem Treffen kommen. Mein Hintergedanke: Ich wollte seine Ex klarmachen.

Ich habe mich als Teenager geritzt.

Ich habe bei der praktischen Abschlussprüfung mein Werkstück mit dem eines Kollegen vertauscht, weil ich meins versaut habe. Keiner hat es gemerkt, und ich habe bestanden.

Ich habe mir früher immer spannende und witzige Geschichten ausgedacht, um bei anderen etwas erzählen zu haben und „cool“ zu wirken.

Ich habe mit Hilfe einer Therapeutin eine Essstörung überwunden, ohne dass es meine Familie mitbekommen hat.

Ich habe vor einem Jahr aus Spaß begonnen, anonym Fanfiction über einen Rapper zu schreiben. Eigentlich wollte ich mich nur über die Sprache solcher Geschichten lustig machen, hatte aber anscheinend eine Marktlücke enttarnt und plötzlich eine riesige Gefolgschaft im Netz, die mich ernst nahm. Der Rückzug aus der Szene verlief nicht so leicht, wie ich anfangs vermutet hatte: Ein Bombardement von Nachrichten, Bildmarkierungen und Kommentaren meiner Teeniefans warteten auf mich.

Grundsätzlich bin ich voll hetero. Aber in der richtigen Stimmung, zum Beispiel angeheitert, habe ich auch mal bisexuelle Neigungen. Das wissen nur ganz wenige.

Als Kind war ich nicht in der Lage, die Wörter Kirche und Kirsche richtig auszusprechen. Ich bin immer wieder darüber gestolpert. Selbst heute spreche ich manchmal bewusst langsamer, damit ich das Gebäude oder die Frucht richtig rausbekomme.

Ich rauche ganz gerne mal einen kleinen Joint.

Ich wurde in meiner Jugend mal von der Polizei observiert.

Ich habe mit der Ex einer meiner besten Kumpels geschlafen – er weiß es bis heute nicht.

[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]