Sexualität im Netz: Laut Studie für viele Kinder und Jugendliche normal

Sexualität im Netz: Laut Studie für viele Kinder und Jugendliche normal

 

In der heutigen Zeit wachsen Kinder und Jugendliche mit Internet, Smartphone und Co. auf. Die sogenannten Digital Natives sind dauerhaft online, für sie ist das Internet selbstverständlich. Dabei ist ihnen meistens unklar, welchen Gefahren sie sich aussetzen, von denen ihre Eltern kaum etwas wissen.

Von Aline Krönung

Was treiben Kinder und Jugendliche im Internet? So ganz klar scheint den Eltern das nicht zu sein. Das geht aus einer aktuellen Studie des Leibniz-Institut für Medienforschung und des Hans-Bredow-Instituts hervor. Demnach spielen sexuelle Inhalte häufig eine Rolle.

Die Befragung zeigt, dass 70 Prozent der Kinder und Jugendlichen der Meinung sind, zu wissen, was ins Netz  gehört und was nicht. Dennoch verschickte jeder Fünfter der Zwölf- bis 17-Jährigen im vergangenen Jahr selber sexuelle Nachrichten. Gar 35 Prozent der Befragten waren Empfänger solcher Nachrichten. Zudem kamen im vergangenen Jahr kamen 54 Prozent der zwölf bis siebzehn Jährigen mit sexuellen Darstellungen in Form von Texten, Fotos und Videos in Berührung. 37 Prozent der Befragten gaben an, dass sie diese Inhalte gezielt gesucht hätten.

Unwissende und übergriffige Eltern

Sexuelle Inhalte nehmen die zwölf bis siebzehn Jährigen laut der Studie im Großen und Ganzen nicht als großes Risiko wahr. Damit weicht ihre Bewertung in diesem Punkt von der der breiten Öffentlichkeit ab.

Und wie schaut’s mit den Eltern aus? Wissen die überhaupt, was ihre Kids im Netz so treiben? Wie die Studie zeigt, sind sie zwar besorgt, haben aber nicht komplett auf dem Schirm, was ihre Kinder online so erleben. Der Anteil der Elternteile, die meinen, dass ihre Kinder mit sexuellen Darstellungen und Inhalten in Berührung kamen, ist viel geringer als der Anteil der zwölf bis siebzehn Jährigen, die solche Erfahrungen tatsächlich gemacht haben. Das liegt unter anderem vermutlich daran, dass die Minderjährigen solche Erfahrungen für sich behalten.

Aber statt ihre Kinder online zu schützen, posten manche Eltern sogar Fotos von ihren Kindern auf Social Media. Die Rede ist von „Sharenting“. Neun Prozent der zwölf bis siebzehn Jährigen gaben an, dass ihre Eltern Bilder von ihnen hochgeladen haben – nicht immer mit deren Einverständnis. Sechs Prozent der Kinder und Jugendlichen baten ihre Eltern, die Fotos wieder zu löschen oder waren darüber verärgert. Vier Prozent erhielten wegen der geposteten Bilder sogar negative Kommentare.

Weitere Infos zur Studie

Die Studie hat zudem weitere Erkenntnisse, unter anderem zu den Erfahrungen mit gemeinen und verletzenden Verhaltensweisen und der Konfrontation mit riskanten Inhalten (Drogen, Gewalt), geliefert. Die gesamte Studie findest du hier.

Für die Studie haben das Leibniz-Institut für Medienforschung und das Hans-Bredow-Institut diesen Sommer 1.044 Kinder und Jugendliche im Alter von neun bis siebzehn Jahren sowie deren Eltern zu ihren Online-Erfahrungen in den letzten zwölf Monaten befragt. Unterstützt wurde die Studie von UNICEF, der deutschen Telekom Stiftung, der Niedersächsischen Landesmedienanstalt und dem Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest.

Titelbild: UNICEF Deutschland

Geschwisterliebe in unserer Redaktion

Geschwisterliebe in unserer Redaktion

Spielgefährte, Komplize, Vorbild und Fels in der Brandung. Manchmal aber auch Rivale: Geschwister begleiten dich ein Leben lang. Sie kennen oft deine intimsten Geheimnisse – können dir aber auch höllisch wehtun. In der aktuellen Ausgabe haben wir uns mit dem Thema Geschwister auseinandergesetzt. Wie sie unser Leben beeinflussen und warum sie sich häufig zwischen Hass und Liebe bewegen. Und auch unsere Redakteure und Volontäre erzählen dir, was ihre Geschwister für sie bedeuten.

 

Redakteur Nico mit Bruder Timo

Nico (rechts): „Ich sehe meinen Bruder Timo sehr selten, da er in Darmstadt studiert. Wenn wir uns sehen, zocken wir aber immer eine Runde Nintendo 64. Was ich dabei sehr an ihm mag: Seine Mario-Kart-64-Fähigkeiten sind längst nicht so gut wie meine. Haha.“

Timo: „Und ich schätze an meinem Bruder, dass er ein schlechter Lügner und ein guter Verlierer ist.“

 

 

Volontär Leon mit Schwester Janine

Leon: „Bin ich traurig, zieht sie mich hoch. Ist sie traurig, versuche ich das Gleiche. Deshalb habe ich meine Schwester lieb.“

 

 

Volontärin Jenna mit Schwester Jill

Jenna (links): „Ihre Tollpatschigkeit kann schon mal nerven, oft hat Jill Kippen geschnorrt, und bei Diskussionen wird sie genauso schnell bockig wie ich “

Jill: „Was ich an meiner kleinen Schwester liebe und bewundere: Sie genießt das Leben, nimmt Kleinigkeiten wahr, die die meisten Menschen übersehen, und sie stellt sich allen Herausforderungen, die das Leben so mit sich bringt. Sie wäre aber auch nicht mein Ein und Alles, wenn sie mir nicht auch auf die Nerven gehen kann.

 

 

Redakteur Leo mit Bruder Alessio

Leo (links): „Mein Bruder Alessio und
ich sind bei

de extrem ehrgeizig. Früher flogen beim gemeinsamen Fußballspie- len im Garten regelmäßig die Fetzen.
Da passt es ganz gut, dass wir heute zu- sammen in einer Mannschaft kicken und uns nicht mehr gegenseitig versuchen umzutreten. Ein besonderer Moment war für uns ein Fußballspiel vor drei Jahren, als sich auch unser Vater nochmal die Schuhe schnürte und wir zu dritt auf dem Platz standen.“

 

 

Redakteur Daniel mit Bruder Christian

Daniel (rechts): „Unsere Eltern haben uns einen Sinn für gute Musik mitgegeben – den wir ihnen heute mit unserem Geschmack wieder zurückgeben. Bei uns gibt‘s und gab‘s nie anspruchsloses Chartgedudel. Wenn Vater früher zum Musikabend die Boxen aufgedreht hat, haben wir Pimpfe Gitarre und Schlagzeug mit Teppichklopfer, Xylophon-Sticks und Kissen gespielt – und sahen dabei offensichtlich sau cool aus. Auch heute feiern wir, so oft es geht (Mein Bruder wohnt in Dresden, unsere Eltern in Mittelhessen). Christian und ich sind Brüder und beste Freunde zugleich. Und das – da bin ich gewiss – auf Lebenszeit.“

 

 

Redakteurin Nadine mit ihrem Bruder 

„An den Haaren ziehen,
sich gegenseitig die Türen vor der Nase zuschmeißen – spätestens wenn mein Bruder und ich uns von unseren Eltern ungerecht behandelt fühlten, waren Streitigkeiten untereinander vergessen. Dann haben wir zusammengehalten wie Pech und Schwefel. Hat man für den anderen eingestanden, dauerte es aber nicht lange und: Päääng, ging die nächste Bombe hoch. Heute ist das immer noch so – wenn auch ohne Haareziehen.”

 

Fotos: Sharon Mccutcheon/Unsplash, Redaktion

Dick Pics sind so sexy wie Fleischwürste

Dick Pics sind so sexy wie Fleischwürste

 

Oh Hammer, endlich hat er mir ein Bild von seinem Penis geschickt. Da würde ich am liebsten direkt drauf steigen.“ – Keine Frau jemals. Es gibt Männer, die Frauen unaufgefordert Bilder von ihrem besten Stück zeigen. Warum sie das machen, weiß wohl keiner. Was ich davon halte.

Laut einer britischen Studie der Meinungsforscher von YouGov haben 46 Prozent der Frauen zwischen 18 und 36 Jahren mindestens schon ein Dick Pic, also ein Penisbild, geschickt bekommen. 89 Prozent davon unaufgefordert. Im Vergleich gaben nur 30 Prozent der Männer an, nach einem Bild gefragt worden zu sein und 22 Prozent jemals eins verschickt zu haben. Ergo: Männer, ihr schickt zu viel nackte Haut rum.

Was in der Generation unserer Eltern der Exhibitionist war, sind heute die Dick Pics. Sie kommen ungefragt und erschreckend, so dass man gar nicht weiß, was gerade passiert. Es wird ihnen aber auch einfach gemacht: Snapchat und Instagram erlauben es, Bilder zu schicken, die nach wenigen Sekunden wieder verschwinden. Und trotzdem hat man nachwirkend das Bild dieses fleischfarbenen, teils haarigen Etwas vor sich.

Nein, einfach nur nein

Insgesamt habe ich tatsächlich schon fünfmal über Snapchat oder Instagram ungefragt Penisbilder bekommen, und zweimal wurde ich gefragt, ob ich „ihn“ sehen möchte. Meine Antwort jedes Mal: Nein, einfach nur nein. Penisse sind genauso ästhetisch wie Vaginas. Nämlich gar nicht. Und das erste, was mir in solchen Fällen in den Kopf kommt, sind Fragen über Fragen: Was denkst du dir jetzt dabei? Dass mich das anmacht, ein Genital auf dem Bildschirm zu sehen? Würde ich explizit danach fragen, dann okay. Aber häufig ploppt das Bild einfach ohne Vorwarnung auf meinem Bildschirm auf.

Meine erste Reaktion: Blockieren. Manchmal folgt auch ein dummer Spruch, oder ich habe einfach mal nachgefragt, was jetzt die Intention des Herren war, den ich auch häufig einfach nicht kannte. Die Erklärungen sind genauso interessant wie das Bild: „Ich bin geil“, „Sorry, dachte, das macht dich an“, „Schade, bekomm ich trotzdem ein Bild von dir?“. Klar gar kein Ding, ich schau mal in meinem Ordner „Vagina und Brüste“. Wirklich liebe Männer, habt ihr teilweise so wenig Schamgefühl?

Lass’ deinen Lörres bei dir!

Im Magazin „Elle“ erklärt Sexualpsychologe Christoph Joseph Ahlers, dass Männer in der Regel von sich ausgehen: Da sie Nacktbilder von Frauen als erotisch empfinden, gehen sie automatisch davon aus, dass es andersherum auch so ist. Manche sehen in dem Versenden auch die letzte Chance, das Interesse der begehrten Frau zu wecken. Oder haben ein Gefühl von Macht. Sprich: „Schau her, welches Potenzwunder du verpasst“.

Es ist aber alles andere als stark, den Lörres durch die Gegend zu schicken. Generell ist es wohl für viele Männer ein Problem geworden, Frauen anzusprechen. Wenn dann nach einer Party eine Nachricht auf Instagram kommt „Hey, habe dich gestern gesehen. Wie geht’s dir?“, habe ich schon keine Lust mehr, zu antworten. Wenn du mich gesehen hast, warum zur Hölle schreibst du mir einen Tag später, anstatt mich direkt anzusprechen? Das gilt übrigens auch für Frauen, die immer noch der Meinung sind, der Mann sollte auf jeden Fall den ersten Schritt machen.

Schon mal was von sexueller Belästigung gehört?

Aber egal, aus welchen Gründen Männer Penisbilder schicken. Unabhängig davon, dass es in den meisten Fällen keinen Erfolg bringt, macht ihr euch auch strafbar. Paragraph 184 StGb schreibt: „Wer pornographische Schriften (…) an einen anderen gelangen lässt, ohne von diesem aufgefordert zu sein, (…) wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft.” Mein Tipp: Wie wäre es denn einfach mal wieder mit einem klassischen „Hallo. Lust auf‘n Kaffee“, um jemanden kennenzulernen?

Billig-Kommerz in Topform: Wer braucht schon den Valentinstag?

Billig-Kommerz in Topform: Wer braucht schon den Valentinstag?

Das Schlafzimmer voller roter Rosen, romantischer Kerzenschein, der teure Wein atmet bereits. Und auf dem Bett liegt das funkelnde Schmuckstück für die Liebste bereit. Was tut man nicht alles für die Liebe. Aber mal ehrlich: Wir brauchen keinen Valentinstag, um uns Zuneigung auszudrücken – erst recht keinen Tag, der so offensichtlich auf Kommerz und Profit ausgelegt ist. Ein Plädoyer für Valentins-Verweigerer.

Wie wär’s mal wieder mit Geldausgeben? Weihnachten ist schließlich längst rum. Tschutschu! Alles aufspringen auf den knallroten Kommerzzug! Der Tag der Liebenden naht. Und damit die nächste Produkt-Lawine, die uns mehr Glück verspricht. Rote Fotokissen in Herzform, funkelnde Liebesschlösser samt eingravierten Namen, Pärchenshirt-Angebote im Druckshop, eine Partnerlook-Hülle fürs Smartphone – kitschiger Schnickschnack, mit dem du mich jagen kannst. Schaufenster und Bildschirme bomben uns Jahr für Jahr mit dem Valentinstag voll. Überall Love, Love, Love, die ja unbedingt an diesem einen Tag so perfekt sein muss. Kauf dir ein Stück Liebe, schenke es deiner Liebsten oder deinem Liebsten, und eure Beziehung wird die tollste überhaupt sein. Ätzend!

Ursprung in der Antike

Woher kommt er eigentlich, der Valentinstag? Benannt ist er vermutlich nach dem Bischof und christlichen Märtyrer Valentin von Rom. Als Priester soll er trotz des Verbots durch Kaiser Claudius II. Paare nach christlichem Ritus getraut haben. Dabei soll er ihnen Blumen aus einem Garten geschenkt haben. Diese Ehen standen unter einem guten Stern, glaubten viele Christen, die zu dieser Zeit im römischen Reich verfolgt wurden. So ließ der Kaiser Bischof Valentin am 14. Februar 269 wegen seines Glaubens enthaupten. Der Brauch, sich Blumen zu schenken, könnte auch auf das Gedenken der Göttin Juno, der Schützerin von Ehe und Familie, im antiken Rom am 14. Februar zurückgehen; den Frauen schenkte man an diesem Tag Blumen.

Seit dem 15. Jahrhundert wurden in England am Vorabend des 14. Februars Valentinspaare ausgelost, die sich dann kleine Geschenke oder Gedichte schickten. Englische Auswanderer nahmen diese Riten mit in die Vereinigten Staaten. Und nach dem Zweiten Weltkrieg brachten sie US-Soldaten endlich zu uns nach Deutschland. Die zunehmende Werbung der Floristen und Süßwarenindustrie machte ihn dann so richtig populär.

“Ich kaufe, also bin ich”

Scheint ja super zu funktionieren. Der Fachverband deutscher Floristen schätzt, dass sich das Umsatzniveau 2016 auf dem der Vorjahre gehalten hat. Zwischen 120 und 130 Millionen Euro – nur am Valentinstag. Wenig überraschend, dass Rosen zum Fest der Verliebten gut und gern das Doppelte oder Dreifache kosten. Aber wen interessiert’s? Der Kommerzzug hält überall und nimmt jeden mit. „Ich kaufe, also bin ich“ ist schon lange genauso wahr wie die ursprüngliche Formel des Philosophen René Descartes („Ich denke, also bin ich“). Warum fallen wir auf diese Marketing-Masche rein?

Geblendet von Schaufenstern, die im Rot ertrinken, denken wir nicht daran, dass Rosen in der kalten Jahreszeit aus afrikanischen oder südamerikanischen  Entwicklungsländern importiert werden müssen, wo viele Arbeiter ausgebeutet und durch Pestizide vergiftet werden. Selbst wenn irgendein Siegel faire Arbeitsbedingungen und eine grüne Produktion verspricht, müssen die Blümchen trotzdem einmal um den halben Globus transportiert werden.

Wie ein Lachs im Fischschwarm

Wollen wir das? Scheinbar nicht. 2015 stimmten bei einer Umfrage von statista.de 75 Prozent der Aussage zu, dass der Valentinstag ein rein kommerzieller Festtag ist und nichts mit Liebe zu tun hat. Einer anderen Erhebung zufolge ist ein Drittel der Deutschen sogar genervt vom Valentinstag wie ich. Dennoch geben wir im Schnitt knapp 50 Euro für unsere Liebsten an diesem Tag aus. Irgendwie schizophren. Haben wir keine Entscheidungsgewalt mehr und tun lethargisch das, was alle tun? Wie ein Lachs im Fischschwarm, der nicht anders kann, als jedes Jahr stromaufwärts zum Brutplatz zu schwimmen. Ausbrechen bedeutet Arbeit, bedeutet rechtfertigen und diskutieren.

Deshalb schenken wir unserem Schatz lieber was, bevor er oder sie sauer, enttäuscht oder was auch immer ist. Aber: Vielleicht ist Schatzi dieser Tag ja auch völlig schnuppe. Dann schenkt ihr euch beide Süßkram und blinkende Herzen, obwohl keiner von euch etwas damit anfangen kann. Grotesk. Selbst wenn dein Gegenüber totaler Valentinsfan ist, solltet ihr mal überlegen, ob ihr eure Zuneigung von einem Präsent abhängig machen wollt.

Geschenke ohne Anlass sind viel besser

Ich will nicht kritisieren, dass verliebte Pärchen sich am Valentinstag ihre Liebe zeigen.  Jeder Mensch möchte geliebt werden. Und jeder freut sich über kleine Aufmerksamkeiten. Aber braucht es dafür diesen Tag, der schon immer nur auf Geldmacherei ausgelegt war? Nein! Unsere Liebe können wir auch an den 364 restlichen Tagen im Jahr zeigen. Und überhaupt: Geschenke ohne Anlass, die überraschen, sind eh viel besser.

Fernbeziehung – Warum sie so nervt und gleichzeitig gut tut

Fernbeziehung – Warum sie so nervt und gleichzeitig gut tut

Ihr seid schon eine gefühlte Ewigkeit zusammen. Habt euch jeden Tag gesehen. Wart das Vorzeigepaar der Schule. Und jetzt, nach dem Abi, steht ihr vor einer ganz neuen Aufgabe: Fernbeziehung.

Jeder zweite Deutsche hat schon einmal eine Fernbeziehung geführt. Das hat eine Studie des Onlineportals „farlove“ herausgefunden. Ob jetzt 50, 100 oder 3000 Kilometer zwischen euch liegen, ist egal. Häufig sieht man sich höchstens am Wochenende. Und auf diese Zeit fiebert man wie verrückt hin.

Nachdem ich knapp drei Jahre selbst eine Fernbeziehung geführt habe, weiß ich, wovon ich spreche. Das ständige Hin- und Herpendeln, die Fahrtkosten und vor allem die fehlende Nähe sind wohl das Nervigste an einer Fernbeziehung. Wenn der Chef dich mal wieder zur Weißglut bringt oder die beste Freundin wieder mit ihren Lovestorys prahlt und du am liebsten nur noch in die Arme genommen werden willst. Dann fehlt wer? Genau, dein Schatz. In so einer Situation hilft die vertraute Stimme ungemein. Bei mir und meinem Partner war telefonieren nicht oft drin, da ich abends noch zu meinem Nebenjob als Kellnerin und er in die Berufsschule musste. Eine Nachricht, „Schlaf dann gut, ich liebe dich“, musste reichen.

Nicht immer rosige Zeiten

Liebe auf Distanz ist kein Zuckerschlecken, hat aber auch Vorteile. Du kannst dich auf deinen eigenen Alltag konzentrieren. Auf Arbeit, Studium, Ausbildung, was auch immer. Streitigkeiten über das stehengelassene Geschirr oder die offene Zahnpastatube gibt es nicht. Sieht man sich nach einer gefühlten Ewigkeit wieder, zählt nur noch die gemeinsame Zeit.

Klar, so rosig, wie sich das anhört, ist es nicht immer. Gestritten wird auch in der Zeit, in der man zusammen ist. Der häufigste Streitpunkt bei uns war mein Nebenjob, der mich oft am Wochenende in Anspruch nahm. Kam ich nur für ein paar Stunden nach Hause, war die Zeit knapp und der Frust deswegen groß. Schlechte Laune programmiert. Nach so einem Tag fiel der Abschied vom Liebsten umso schwerer.

Blick in die Zukunft

Ich bin mir sicher, dass sich niemand bewusst für eine Fernbeziehung entscheidet. Aber wann der Blitz einschlägt, liegt nun mal nicht in unseren Händen. Sei es die Urlaubsliebe, der Internetflirt oder der Freund, der plötzlich ein Jobangebot am anderen Ende der Welt bekommt. Treffen kann es uns immer, und dann sollte einem bewusst sein, auf was man sich einlässt.

Es braucht vor allem Verständnis, Geduld und eine Menge Vertrauen. Oft helfen gemeinsame Zukunftsvorstellungen. Das Ziel, irgendwann ein gemeinsames Leben zu haben ohne Distanz, gibt Sicherheit und Ansporn, die Beziehung aufrecht zu erhalten. Bei uns ist die Beziehung vor dem Zusammenziehen gescheitert. Ob es jetzt an der Angst vor dem nächsten Schritt lag oder an anderen Gründen. Fakt ist: Jedes Paar muss für sich selbst entscheiden, wie es die Beziehung führen möchte.

Hast du Helikopter-Eltern? Mach den Test!

Hast du Helikopter-Eltern? Mach den Test!

Sie tragen ihren Sprösslingen alles hinterher. Sie nötigen Lehrer, wenn die in Sachen Bildung und Erziehung nicht nach ihrer Pfeife tanzen. Sie takten den Tag ihrer Kinder von morgens bis abends durch – die Rede ist von Helikopter-Eltern. move36-Autorin Nadine hat sich für die am Donnerstag erscheinende neue Ausgabe mit der Frage beschäftigt: Wie viel Fürsorge ist okay? Wenn Eltern ihre Kinder verhätscheln.

Hast du Helikopter-Eltern? Hier ein kleiner Test, den wir in der Schülerzeitung “Peer” des bayerischen Egbert-Gymnasium Münsterschwarzarch von 2014 entdeckt haben. Der Test ist natürlich eher eine Spielerei und sagt nichts über die Persönlichkeit deiner Eltern aus.

Hast du Helikopter-Eltern? Mach den Test!

1. Machst du dein Pausenbrot selbst?

Immer (0)
Manchmal (5)
Nie (10)

2. Wie oft haben dir deine Eltern in der Schule etwas nachgetragen?

Nie (0)
Ein- bis zweimal (5)
Öfters (10)

3. Wie wirst du geweckt?

Ich stelle mir einen Wecker (0)
Mal stelle ich mir einen Wecker, mal wecken mich meine Eltern (5)
Meine Eltern wecken mich (10)

4. Wirst du von deinen Eltern in die Schule gefahren?

Ganz selten (0)
Nur zur Bushaltestelle (5)
Jeden Tag (10)

5. Wie oft hast du auf Klassenfahrt Kontakt mit deinen Eltern?

Nie (0)
Nur um über Ankunft und Heimkehr Bescheid zu geben (5)
Ich telefoniere/schreibe fast täglich (10)

6. Wie oft gibst du den Lehrern die Schuld für schlechte Noten?

Nie, ich weiß, dass es an mir liegt (0)
Manchmal (5)
Immer (10)

7. Wie oft haben deine Eltern die Schule kontaktiert, weil du ein schulisches Problem (z.B. schlechte Noten) hattest?

Noch nie (0)
Ein- oder zweimal (5)
Jedes Mal, wenn es ein Problem gibt (10)

8. Musstest du bestimmte Hausarbeiten übernehmen?

Ich helfe regelmäßig (0)
Wenn ich Lust habe, mache ich mal was (5)
Machen alles meine Eltern (10)


Zähle für die Auflösung die Punkte zusammen – so hast du eine ungefähre Tendenz, wie deine Eltern ticken. Um ein bisschen Witz reinzubringen, zeige das Ergebnis doch einfach mal deinen Eltern oder mache den Test mit ihnen zusammen. 

Du hast 0-20 Punkte: Deine Eltern sind keine Helikopter-Eltern.

Du hast 20-40 Punkte: Ab und zu scheint das “Helikopter-Syndrom” bei deinen Eltern durch, aber es hält sich in Grenzen.

Du hast 40 – 60 Punkte: Deine Eltern sind Helikopter-Eltern.