Ihr seid schon eine gefühlte Ewigkeit zusammen. Habt euch jeden Tag gesehen. Wart das Vorzeigepaar der Schule. Und jetzt, nach dem Abi, steht ihr vor einer ganz neuen Aufgabe: Fernbeziehung.

Jeder zweite Deutsche hat schon einmal eine Fernbeziehung geführt. Das hat eine Studie des Onlineportals „farlove“ herausgefunden. Ob jetzt 50, 100 oder 3000 Kilometer zwischen euch liegen, ist egal. Häufig sieht man sich höchstens am Wochenende. Und auf diese Zeit fiebert man wie verrückt hin.

Nachdem ich knapp drei Jahre selbst eine Fernbeziehung geführt habe, weiß ich, wovon ich spreche. Das ständige Hin- und Herpendeln, die Fahrtkosten und vor allem die fehlende Nähe sind wohl das Nervigste an einer Fernbeziehung. Wenn der Chef dich mal wieder zur Weißglut bringt oder die beste Freundin wieder mit ihren Lovestorys prahlt und du am liebsten nur noch in die Arme genommen werden willst. Dann fehlt wer? Genau, dein Schatz. In so einer Situation hilft die vertraute Stimme ungemein. Bei mir und meinem Partner war telefonieren nicht oft drin, da ich abends noch zu meinem Nebenjob als Kellnerin und er in die Berufsschule musste. Eine Nachricht, „Schlaf dann gut, ich liebe dich“, musste reichen.

Nicht immer rosige Zeiten

Liebe auf Distanz ist kein Zuckerschlecken, hat aber auch Vorteile. Du kannst dich auf deinen eigenen Alltag konzentrieren. Auf Arbeit, Studium, Ausbildung, was auch immer. Streitigkeiten über das stehengelassene Geschirr oder die offene Zahnpastatube gibt es nicht. Sieht man sich nach einer gefühlten Ewigkeit wieder, zählt nur noch die gemeinsame Zeit.

Klar, so rosig, wie sich das anhört, ist es nicht immer. Gestritten wird auch in der Zeit, in der man zusammen ist. Der häufigste Streitpunkt bei uns war mein Nebenjob, der mich oft am Wochenende in Anspruch nahm. Kam ich nur für ein paar Stunden nach Hause, war die Zeit knapp und der Frust deswegen groß. Schlechte Laune programmiert. Nach so einem Tag fiel der Abschied vom Liebsten umso schwerer.

Blick in die Zukunft

Ich bin mir sicher, dass sich niemand bewusst für eine Fernbeziehung entscheidet. Aber wann der Blitz einschlägt, liegt nun mal nicht in unseren Händen. Sei es die Urlaubsliebe, der Internetflirt oder der Freund, der plötzlich ein Jobangebot am anderen Ende der Welt bekommt. Treffen kann es uns immer, und dann sollte einem bewusst sein, auf was man sich einlässt.

Es braucht vor allem Verständnis, Geduld und eine Menge Vertrauen. Oft helfen gemeinsame Zukunftsvorstellungen. Das Ziel, irgendwann ein gemeinsames Leben zu haben ohne Distanz, gibt Sicherheit und Ansporn, die Beziehung aufrecht zu erhalten. Bei uns ist die Beziehung vor dem Zusammenziehen gescheitert. Ob es jetzt an der Angst vor dem nächsten Schritt lag oder an anderen Gründen. Fakt ist: Jedes Paar muss für sich selbst entscheiden, wie es die Beziehung führen möchte.

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