“Fulda hätte ausgerockt”: Djane für kulturelle Freiräume

“Fulda hätte ausgerockt”: Djane für kulturelle Freiräume

Diesen einen Satz, wir hören ihn immer wieder, gerade von jungen Leuten: “Fulda hat zwar viel zu bieten – aber…” Dieses Aber meint vor allem fehlende Subkultur und kaum Entfaltungsmöglichkeiten für die verschiedenen Szenen, es meint das Sterben zahlreicher Locations in den vergangenen Jahren wie Klangkeller, Café Panama oder die Sonne.

Für die aktuelle Sommerausgabe haben die move36-Redakteure Sascha und Daniel möglichst viele Kulturschaffende und Szenekundige gefragt, ob Fulda bald im Einheitsbrei ertrinkt – und: wessen Initiative eigentlich gefragt ist, dass es wieder mehr Nischenkultur gibt? Ein umfassender, streitbarer Blick auf Fuldas Szenen mit so vielen Stimmen, dass du in den kommenden Wochen online bei uns noch mehr Meinungen und Interviews zum Thema liest. 

Verena Schulenberg ist Djane und organisiert die Kulturwoche Genießen unterm Apfelbaum mit.

Heute: Verena Schulenberg (43) engagiert sich ehrenamtlich beim Jugendhilfeverein Youropa sowie in der Nähbar und dem Kleidertauschladen in der L14zwo. Zudem ist sie Djane beim Musikkollektiv Zirkeltraining und organisiert die Kulturwoche Genießen unterm Apfelbaum im Umweltzentrum (im oberen Bild zu sehen) mit. Um in der Stadt wieder mehr kulturelle Freiräume zu etablieren, hat sie einen interessanten Vorschlag: eine/n “Subkultur-Botschafter/in”

Was verstehst du unter Subkultur?

Subkultur ist für mich eine Kultur jenseits der großen Institutionen oder des großen kommerziellen Erfolges – eine Kultur, die ein urbanes Lebensgefühl weckt und lebt, das Menschen zusammenbringt und so durch Begegnung und Spannung zur Identifikation mit der Heimatstadt beiträgt.

Und wie ist es um die Subkultur in Fulda und Umgebung bestellt? Was geht, und was fehlt?

Generell werden viele Veranstaltungen, die junge Leute ansprechen, die sich Jugendliche und Studenten leisten können, von Privatpersonen und Initiativen organisiert. Diese opfern ihre Freizeit für das Image der Stadt – ohne dieses Engagement hätte Fulda längst “ausgerockt”. Zum Beispiel die Kulturwoche Genießen unterm Apfelbaum oder die Partys vom International Soundclash. Es fehlen aber Orte für Soziokultur, wo Musikveranstaltungen und Partys stattfinden können. In Kneipen und Bars kann man schließlich nicht tanzen.

Wer ist vor allem gefragt, hier Initiative zu ergreifen?

Meiner Meinung nach braucht es eine stärkere Vernetzung der Szene, einen Zusammenschluss der Fuldaer Kulturschaffenden, zum Beispiel in einer IG Subkultur (Anm. d. Red. Interessengemeinschaft Subkultur), die in Dialog gehen sollte mit der Stadt Fulda. Nicht nur meckern, sondern machen. Veranstaltungen wie das Genießen unterm Apfelbaum zeigen: Engagement wird von der Stadt unterstützt. Klar, da ist noch viel Luft nach oben. Aber ich bin mir sicher, es finden sich Lösungen, wenn man miteinander spricht. Auch die Studenten der Hochschule, die inzwischen über zehn Prozent der Fuldaer Bevölkerung ausmachen, sind gefragt sich zu engagieren.

Du siehst also auch die Jugend selbst in der Verantwortung, sich Angebote zu schaffen. Was aber kann man an der Stadt kritisieren?

Es braucht einen strukturellen Identitäts- und Imagewandel, der zulässt, dass es mehr soziokulturelle Angebote gibt, der zulässt, dass leerstehende Räume kreativ genutzt werden können. Es gibt in Fulda Kulturorte, die nicht jeden Tag genutzt werden, wie zum Beispiel den Kulturkeller. Diese sollten Bands oder DJ-Kollektive sowie andere Kulturschaffenden gegen geringe Nutzungsgebühren zur Verfügung gestellt werden. Man könnte zudem eine/n „Subkultur-Botschafter/in“ installieren, der/die als Vermittler/in für ein besseres Zusammenspiel von Stadt und Szene sorgt. Hier könnte man eine kontinuierliche Arbeitsgruppe etablieren, die schaut, welche Räume nutzbar sind, oder beispielsweise bei Konflikten mit Anwohnern wegen der Lautstärke Lösungen findet. Sie sollte dafür sorgen, dass die freien Szenen, die Jugendkulturen wieder mehr Platz in der Stadtentwicklung bekommen.

Zum Schluss ein paar offene Worte: Was wünschst du dir für Fulda?

Ich wünsche mir, dass die Stadt versteht, dass zur Lebensqualität und Lebendigkeit einer wachsenden und sich verändernden Stadt auch gehört, dass Künstlerinnen und Künstler jenseits der großen Institutionen oder des großen kommerziellen Erfolges nicht verdrängt werden, dass alternative Klubkultur – fern ab von S-Club und Musikpark – auch ihren Platz bekommt. Dort, wo Stadt oder städtische Beteiligungsgesellschaften Gebiete entwickeln, sollte der freien Szene sowie der Sub- und Jugendkultur wieder systematisch ein angemessener Stellenwert eingeräumt werden, ohne am gleichen Standort Wohnbebauung oder das zigste Hotel in Fulda zu planen. Das kann ich sonst echt nicht ernst nehmen.

Das Cover der aktuellen Ausgabe, Titelthema: Verschwindet in Fulda die Subkultur? 

#81, Magazin, Subkultur, Szene, move36

Awesome Shit: Mit Teil drei hat “Stranger Things” endgültig Kultstatus

Awesome Shit: Mit Teil drei hat “Stranger Things” endgültig Kultstatus

Kennst du schon ..? Jede Woche kommen neue Alben, Bücher, Serien, Filme, Gadgets – generell neuer Kram auf den Markt, den wir unbedingt konsumieren müssen. Wie könnte es diese Woche anders sein: Die dritte Staffel von “Stranger Things” ist heißer, finsterer Scheiß. Achtung: Keine Spoiler-Gefahr!

Schon in der zweiten Staffel haben die Ideengeber von “Stranger Things” und Zwillingsbrüder Matt und Ross Duffer noch einen draufgesetzt. Nun, in der dritten Staffel, ist die Kindheit der vier Protagonisten Mike, Dustin, Lucas und Will endgültig vorbei. Mike knutscht zum Leidwesen von Sheriff Hopper ununterbrochen mit Elfi, Dustin war über den Sommer in einem Wissenschaftscamp und findet bei seiner Rückkehr eine bröckelnde Gruppe vor, Lucas neckt sich mit Skateboarderin Max, und der traumatisierte Will hängt in der Vergangenheit fest, als es für das Quartett nichts anderes gab, als im Keller Fantasyspiele zu zelebrieren.

Die Duffer-Brüder gehen neue Wege, behalten aber den 80er-Charme der Mysteryserie bei. Es wird brutaler, es wird fieser, und es steht immer mehr auf dem Spiel. Natürlich passieren wieder allerhand seltsame Dinge: ein kurzer, großflächiger Stromausfall in der Keinstadt Hawkins, Kühlschrank-Magneten funktionieren bei Joyce, Mikes Mutter, nicht mehr, Ratten drehen durch und zerplatzen – und irgendwann auch Menschen. Zudem zerstört ein neues Einkaufszentrum die Idylle und nötigt Einzelhändler, ihre Läden dichtzumachen. Der neu auftretende, schmierige Bürgermeister, der sich Protestierenden ausgesetzt sieht, hat den Bau befeuert. Ging hier alles mit rechten Dingen zu? Oder hat er Geschäfte mit dubiosen Leuten gemacht? Gar mit den Russen? Und was befindet sich unter dem Einkaufszentrum? Die Kalter-Krieg-Hysterie wird hier wunderbar ironisch umgesetzt.

Eine grandiose Serie, die sich selbst nicht so ernst nimmt

Jedenfalls taucht das tentakelartige, dunkle Wesen aus der anderen Dimension wieder auf – oder war der “Mind Flayer”, wie es genannt wird, nie weg? Das Tor ist wieder offen, und es ist nun in der Welt der Menschen, die dem intelligenten Parasit als Wirte dienen, um sich zu nähren, um größer, um unbesiegbar zu werden. Doch das wird es nur, wenn es Elfi erwischt. Und es jagt sie. Ein wenig schade ist dabei nur, dass die Macher sich hier nicht mal ansatzweise eine wissenschaftliche Erklärung für die andere Dimension haben einfallen lassen. Woher kommt sie? Wie sind die Wesen, wie die Atmosphäre dort beschaffen? Wie sind die Dimensionen verbunden? Klar, alles Mystery, alles Fantasy. Doch ein bisschen Hintergrund kann man von so einer hochgestochenen Serie schon erwarten. Außerdem würde man gerne wieder etwas mehr aus der anderen Dimension sehen, darauf wird leider weitestgehend verzichtet.

Wie schon in den vorherigen Staffeln schaffen es die Duffer-Brüder aber, eine intensive, tempogeladene Dramaturgie aufzubauen, deren Erzählstränge am Ende in einem phänomenalen Showdown zusammenkommen. Gänsehaut pur. Doch die so charmant-witzigen Schlagabtausche bleiben dabei nicht auf der Strecke, die Dialoge samt Musik sind einfach durchdacht und unterhaltsam. Weil sich die Serie selbst nicht so ernst nimmt, kann man sie nur mögen. Oder wie sonst kommt man auf so eine nerdig-verrückte Idee, dass in einer hochdramatischen Szene Dustin auf einmal mit seiner Flamme aus dem Wissenschaftscamp über Funk lautstark das Lied „Neverending Story“ aus dem Film „Die unendliche Gesichte“ (1984) singt?

Stempel: Kultstatus

Auch die Charaktere entwickeln sich weiter, das Schauspiel bleibt weiterhin großartig. So auch das gesamte Setting der Serie. Das Ende der Staffel rührt wahrhaftig zu Tränen – und Vorsicht: Nicht zu früh ausschalten! Nach einem kurzen Abspann kommt der obligatorische Cliffhanger für die voraussichtlich letzte Staffel.

Mit dem Mix aus 80er-Chic, Mysteryhorror und nerdigen Teenagern, die zu sau coolen Helden werden, haben die Duffer-Brüder eine Serie geschaffen, die spätestens jetzt Kultstatus erlangt hat.separator style=”dashed” border_width=”2″]

Unsere Rezension zur zweiten Staffel:

Düsterer, spannender und heißer: die zweite Staffel “Stranger Things”

 

Der Countdown läuft! move36 und Löwe mischen zum Stadtfest den Doll auf

Der Countdown läuft! move36 und Löwe mischen zum Stadtfest den Doll auf

Schon seit Herbst 2018 plant move36-Redakteur Daniel zusammen mit Alexander, DJ und Webentwickler bei der OB//CC, die move36-Events zum Stadtfest am letzten Juniwochenende – in Zusammenarbeit mit dem Szenelokal Löwe. Eins ist sicher: Es wird heiß, laut und fetzig am Doll: House, Techno, Flamenco, spanische Gitarrenriffs, Fotografen, die für dich Erinnerungen festhalten, und vieles mehr. Das Sahnehäubchen: ein Livestream der ganzen Sause auf Facebook. Komm vorbei! Oder schalt ein – und komm dann vorbei.

Wie sicher inzwischen jeder Fuldaer weiß, feiern wir dieses Jahr großes Jubiläum: Vor 1275 Jahren fiel mit der ersten Klostergründung der Startschuss für die Stadtentwicklung. Im Jubiläumsjahr wird natürlich auch das Stadt- und Bürgerfest vom 27. bis 30. Juni gepimpt. Neben den Stammlocations Uniplatz, Museumshof, Doll und Buttermarkt kommen dieses Jahr noch das Barockfestival im Schlossgarten, der Regiomarkt und ein Riesenrad auf der Pauluspromenade sowie ein Mittelaltermarkt am Bonifatiusplatz hinzu. Auch gibt es wieder die Graffiti-Show „Style the mile 2.0“, wo auf einer 40 Meter langen Wand Künstler aus ganz Deutschland ihr Können zeigen.

Auch move36 hatte bereits vor knapp einem Jahr die Idee, anlässlich des Jubiläums beim Stadtfest mitzumischen. Gedacht, gesagt, getan: Im Herbst 2018 bespricht sich move36-Redakteur Daniel mit dem Citymanagement der Stadt Fulda; sein Arbeitskollege, DJ und Partyveranstalter Alexander Strube vom Künstler-Kollektiv Sound & Art steigt als nächstes ein und mobilisiert vor allem die Acts. Ziemlich schnell kommt dann noch das Szenelokal Löwe als Partner ins Boot – und schwuppdiwupp hat man eine Crew, die am Doll ordentlich was reißen wird beim Stadtfest. „New players are always welcome“, so Sebastian Weber vom Löwe. Neue Kooperationen seien wichtig, und man könne immer voneinander profitierten.“ Wie im vergangenen Jahr zum ersten Mal stellt der Löwe die chillige Lounge bereit.

Spanische Gitarrenriffs und Flamenco

Auch Edeltraud Leib vom Citymanagment sagt: „Das spricht ja auch für unser tolles Stadtfest, wenn sich die Macher eines Szenemagazins daran beteiligen wollen. move36 wird eine großartige Party für das jüngere Publikum veranstalten.“

Los geht‘s am Freitagabend (28. Juni) um 18 Uhr mit dem Unplugged-Konzert von Frank Molino, den man zum Beispiel von den Jamsessions aus der Heimat kennt, samt Flamenco-Performance von Tänzerin Janina Brandmüller. Molinos Leidenschaft: lateinamerikanische Gitarrenmusik samt Perkussionsinstrumenten wie Pandeiro und Cajon. Und wer ihn kennt, weiß, dass der Musiker ab und an noch eine Sängerin oder einen Sänger im Gepäck hat, die ihn bei ein paar Stücken begleiten. Auf Überraschungen darf man sich also freuen.

House und Techno am Doll

Am Samstag (29. Juni) folgt dann ab 12 Uhr die große move36-Sause – zwölf Stunden lang gibt‘s hier von fluffigem House am Mittag bis zu härterem Techno in den Abendstunden einiges, was dich ins Schwitzen bringen wird. Krall dir Freund und Kumpanin und komm zum ausgelassenen Rave am Doll!

Beide Events werden per Livestream auf Facebook übertragen, bei der großen Party laufen unsere Videoreporter natürlich auch mal über das gesamte Stadtfest. An unserem Stand gibt‘s natürlich Magazine und Jutebeutel. Anfang Juni gibt‘s außerdem wieder mal einen move36-Podcast zum Stadtfest mit den Organisatoren Daniel, Alexander und Sebastian sowie move36-Videoredakteur und Moderator Joscha.


Hier stellen wir dir alle Künstler vor, die bei den move36-Events zum Stadtfest am Start sind.

Frank Molino

Nicht nur Trompete und Klavier lernte der gebürtige Thüringer Frank Molino schon in jungen Jahren, auch mit Keyboard, Mixer und Synthesizer setzte er sich als Teenie auseinander und produzierte elektronische Musik. Mit 19 eine Ausbildung in Hamburg zum Kaufmann im Musikfachhandel gemacht, entdeckte er mit 21 die Flamencogitarre für sich. Als selbstständiger Musiker reiste er mit Gitarre durch Europa – natürlich viel durch Spanien, wo der Flamenco herkommt. Seit 2015 ist Molino wieder in Fulda und arbeitet auch hier als selbstständiger Musiker, Veranstalter und Musiklehrer.

Frank Molino

Di Anna Ho

In den 90ern aufgewachsen, „war der Kontakt zu elektronischer Musik unvermeidbar“, erzählt Diana aus Homberg (Efze). Die Szene sei damals so herrlich bunt und schräg gewesen, im Techno fühle sie sich aufgehoben, verstanden und frei. Vor fünf Jahren gelang es ihr erstmals, ein Set so zu mixen, wie sie sich das Arrangement ihrer Lieblingstracks vorstellte. Seitdem steht Di Anna Ho, wie die 39-Jährige als Djane heißt, leidenschaftlich an den Decks. Außerdem ist sie Mitbegründerin der PLUR Sessions, wo regelmäßig neue Sets, vor allem Deep House und House, samt kurzen Interviews mit den DJs präsentiert werden. PLUR steht für das Credo der Ravekultur aus den 90ern: Peace, Love, Unity & Respect.

Di Anna Ho

Strubi

Geht man im Raum Fulda auf Technopartys, kennt man ihn einfach: Alexander Strube aka Der Strubinator oder Strubi. Vor 20 Jahren mit klassischen Techno angefangen, legt er inzwischen auch lockeren Tech House auf – und das weit über Hessens Grenzen hinaus. Seine Eigenproduktionen sind sogar auf Compilations von russischen und spanischen Labels zu finden. Als Mitbegründer des Fuldaer Künstler-Kollektivs Sound & Art ist der 36-Jährige auch als Veranstalter aktiv, zum Beispiel organisierte er mehrmals das Irrlichter Festival. Er ist Webentwickler bei der OB//CC, die Herausgebergesellschaft von move36, und organisiert nun gemeinsam mit move36-Redakteur Daniel die Party zum Stadtfest.

YvY Gates

Ein Sprichwort sagt: „Du wirst nie ein guter DJ, wenn du nicht tanzen kannst.“ Und Yvonne aka YvY Gates hat schon einige Auszeichnungen für ihren Hüftschwung abgesahnt. Im Sommer 2016 hat die 41-Jährige bei privaten Sessions dann ihre ersten Sets geschraubt – um schon ein Jahr später in Klubs gebucht zu werden. Ihre Mixe sind so bunt wie die Party-Deko, die sie für das hiesige Künstler-Kollektiv Sound & Art macht und die auch bei der move36-Party zu sehen sein wird. Von klassischem House über groovigen Tech House bis zu stampfenden Techno wummert bei ihr einiges über den Dancefloor.

YvY Gates

Charlie Gold

Nachdem Martin aka Charlie Gold im Kultklub Busters in Butzbach auf einer der legendären Drum‘n‘Bass-Partys „Breakaholics“ gelandet war, war er infiziert mit elektronischer Musik. Schnell kamen Tech und Deep House hinzu und um 2010 der erste DJ-Controller. Nach vielen Gigs auf privaten Sessions oder über Connections in dem ein oder anderen Klub tat er sich 2015 mit Freunden zusammen, um in Frankfurt Outdoor-Raves zu veranstalten – unangemeldet und dementsprechend illegal. Seitdem jedes Jahr mit wechselnden Locations. Sein Sound zeichnet sich vor allem durch klassischen Deep, Tech und Chicago House aus.

 

Polterabend – David und Dennis (rechts)

Während einer langen Nacht im Kasseler Klub Arm 2015 kamen David und Dennis (rechts) auf die Idee, das DJ-Duo Polterabend zu gründen. Bereits ein Jahr später veröffentlichten sie ihre erste EP: „Multiplayer“. Seitdem bringen sie in Hessen und darüber hinaus die Technoschuppen zum Kochen. Aktuell arbeiten sie an ihrer neuen EP „Shameless“, zudem sind sie seit Anfang des Jahres auch als Veranstalter aktiv.

Polterabend

Gordon_T

Dieser Mann ist schon lange DJ-Business: Im legendären Kasseler Stammheim war er zum Ende hin kein Unbekannter, als der Klub 2002 schließen musste. Viele eigene Events hat er zudem im Raum Kassel hochgezogen. Geködert mit Techno wurde Gordon in den 90ern, als er dem „Babba“ – Sven Väth – hinterher reiste, wo er auch aufgelegt hat. Während einer fünfjährigen Babypause von 2010 bis 2015 reifte in dem 41-Jährigen die Idee, eine Radioshow zu machen. Seit bald drei Jahren leitet er nun die Show „TechHouse Maniacs“ bei Rautemusik – mit 36 Kanälen eines der größten Webradios Europas. Hier bietet er vor allem auch jüngeren DJs eine Plattform, ihre Sets zu präsentieren.

Gordon_T

Die Location am Doll mit der chilligen Lounge vom Löwe

Stadtfest, Lounge, Löwe, Doll

“Spiel mich – so klingt Fulda”: Bunte Klavieraktion in der Innenstadt

“Spiel mich – so klingt Fulda”: Bunte Klavieraktion in der Innenstadt

Drei Klaviere, drei Standorte in der Fuldaer Innenstadt – und hoffentlich viele Menschen, die auf den Instrumenten spielen werden: Das ist die Idee von „Spiel mich – so klingt Fulda“. Gestern wurde das Projekt vorgestellt.

Ein Text von Hanna Wiehe

„Musik verbindet“ – darauf setzen die Organisatoren von Stadt und City Marketing Fulda. Denn wenn ab dem 1. August drei Klaviere am Buttermarkt, in der Karlstraße und am Bahnhof stehen, sollten natürlich auch möglichst viele Menschen darauf spielen. „Wir hoffen auf tolle, vielleicht auch spontane Momente in der Stadt“, erklärte Edi Leib vom City Marketing. Ihre Fotos und Videos können die Pianisten dann im Internet unter #spielmichfulda teilen.

Die Idee zu diesem Kunstprojekt, das inzwischen in mehr als 50 Städten weltweit umgesetzt worden ist, stammt von dem Briten Luke Jerram. Der stellte erstmals im Jahr 2008 Pianos in Birmingham auf – mehr als 1700 Klaviere folgten überall auf der Welt.

Musik verbindet – immer und überall

Nun ist auch Fulda dabei. Die Klaviere sind täglich in der Zeit zwischen 11 und 20 Uhr frei zugänglich zum Bespielen. „Klavierpaten kümmern sich um die Instrumente“, sagte Leib. Gespendet hat zwei der Instrumente das Musikhaus Mollenhauer. „Ich war von der Aktion sofort begeistert“, sagte Geschäftsführer Manfred Wiegand. Das dritte Instrument wurde von einer Musikpianistin aus Düsseldorf gespendet – zwei Mitarbeiter der Spedition Zufall brachten das Klavier an einem Samstag nach Fulda.

Auch die Sparkasse Fulda unterstützt das Projekt: Richard Hartwig, Mitglied im Vorstandsstab, erinnerte sich an ein Video vom Taksim-Platz in Istanbul und an einen Pianisten, der nur mit seiner Musik die Stimmung unter Demonstranten und Polizisten bei den Protesten 2013 veränderte. Auch für die Fuldaer Innenstadt hoffen die Organisatoren auf die Musik als verbindendes Element: „Musik ist etwas, das unglaublich viele Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenführt“, sagte Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) gestern. Die Aktion sei ein schönes Beispiel dafür, dass es nicht immer die großen Events seien, die Atmosphäre verbreiteten.

Nach der Aktion kommt ein Klavier ins Antons

Damit die Klaviere nicht nur etwas für die Ohren, sondern auch für die Augen sind, hatte das City Marketing im März einen Wettbewerb zur Gestaltung der Pianos ausgelobt. 20 Entwürfe waren eingegangen. Eine Jury, in der unter anderem Musicalproduzent Peter Scholz saß, wählte die drei besten aus: Die Klaviergestalter sind Christiane Hartmann mit Schülerinnen ihres Kindermalkurses, Auszubildende der Stadt Fulda und die Künzellerin Ulrike Siuda mit ihrer Familie.

In den Räumen des Kinder- und Jugendclubs Münsterfeld werden die Instrumente nun gestaltet. Drei Schülerinnen dürfen darüber hinaus die aus Sperrholz ausgesägte Silhouette einer Sängerin gestalten, die neben einem Klavier auf- gestellt wird. Was mit den Klavieren nach der Aktion, die vier Wochen dauern soll, passiert, ist noch nicht ganz klar. „Eines wird im ,antons‘ in Fulda aufgestellt“, berichtete Edi Leib. Ein Mitarbeiter engagiert sich als Klavierpate und hat sich gewünscht, eines der Instrumente dort zu haben. Gestern bereits wurden Organisatoren und Pressevertreter eingestimmt: Neben Peter Scholz und Richard Hartwig setzte sich unter anderem auch der OB ans Klavier.