Während die meisten Schüler bereits nach Hause gegangen waren, rauchten an der Richard-Müller-Schule weiterhin die Köpfe. Das Nordhessen-Finale von „Jugend debattiert“ zog viele Schüler umliegender Schulen nach Fulda, um zum rhetorischen Kräftemessen anzutreten. Für die Sieger ging es sogar um den Einzug in das Landesfinale.
Ein Text von Markus Mende
Gegen 14:30 Uhr läutete zum ersten Mal das goldene Glöckchen, das den Start der Veranstaltung bedeutete. „Jeder sieht die Welt auf seine Weise“ - das Zitat, das Frau Hümmler-Hille in ihrer Begrüßung benutzte, stand dabei sinnbildlich für die gesamte Veranstaltung. Die Aufgabe war klar: Hier sollte diskutiert werden. Nach ganz bestimmten Regeln, so sachlich und strukturiert wie möglich. Denn das Debattieren sei ein Anstoß, etwas zu verändern, so Hümmler-Hille.
Ring frei für Runde 1
Mit frisch getankter Motivation ging es dann in die Debatten. In zwei Altersklassen unterteilt, lieferten sich die Schülerinnen und Schüler hitzige Wortgefechte. Doch worüber wurde eigentlich diskutiert? Führt man eine Katzensteuer in Hessen ein? Sollte man in Schulen Spezialklassen für besonders leistungsstarke Schüler einrichten? Unter strenger Aufsicht der Juroren wurde solchen Fragen in Zweiergruppen - jeweils auf Pro- und Contraseite - nachgegangen.
Die Regeln sind streng: Nicht länger als 15 Minuten darf eine Runde dauern. Zwei Minuten Plädoyer, 12 Minuten freie Diskussion und eine Minute, um die Diskussion abzuschließen und eine Lösung für die Frage zu finden. Wer zu lange redet, wird vom Zeitwächter mit der goldenen Glocke angebimmelt und zum Schweigen gebracht. Aber was treibt jemanden dazu, sich so einer Debatte zu stellen?
Jan Thore sagt uns: „Ich mag es einfach gerne, mich mit anderen Leuten auseinanderzusetzen, sich auf einer sachlichen Ebene einen Schlagabtausch zu liefern. Das macht mir am meisten Spaß!“
Lea erzählt: „Mir macht es Spaß, mich mit Themen auseinanderzusetzen, mit denen man sich normalerweise nicht beschäftigt. Sich solche Sachen kritisch anzusehen, finde ich gut.“
Frisch durchgemischt ging es dann in die Rückrunde. Hier wurden die grauen Zellen der Schülerinnen und Schüler erneut gefordert, denn die Themen änderten sich. Nun wurde zum Beispiel diskutiert, ob der Polizei gestattet werden soll, DNA zur äußeren Bestimmung von Tätern zu nutzen.
Nach den Diskussionsrunden zogen sich die Juroren zur Beurteilung zurück - welche nur kurze Zeit später folgte. Für die beiden Gewinner aus den jeweiligen Altersstufen winkte eine Fahrkarte zum Landesfinale in Frankfurt.
In der Altersklasse der Sekundarstufe 1 haben Moritz Drescher vom Ulrich-von-Hutten-Gymnasium und Hanna Freiling vom Wilhelmsgymnasium einen Freifahrtsschein nach Frankfurt gewonnen.
Bei den älteren Schülern der Sekundarstufe 2 ziehen Antonia Ceric vom Grimmelshausengymnasium und Natascha Janho von Landgraf-Ludwigs-Gymnasium ins Landesfinale ein.
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