Aus dem Leben eines Praktikanten – Gunnar Krupp “Absacker”

Aus dem Leben eines Praktikanten – Gunnar Krupp “Absacker”

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Gunnar Krupp von den Rocket Beans hat einen Roman veröffentlicht. Und “Absacker” hat es wirklich in sich.

Du ergatterst ein Praktikum bei deinem Lieblingsstreamingsender. Dein Vorstellungsgespräch war zwar der Horror, aber irgendwie wollen sie dich trotzdem haben. Und jetzt stehst du hier, in Hamburg, und weißt nicht, was du eigentlich machst.

So in etwa fühlt sich “Absacker” von Gunnar Krupp an. Natürlich geht es in dem ersten Roman des Moderators nicht um die Rocket Beans. Aber irgendwie halt doch, auch wenn alles viel zu abstrus, überzeichnet, krass wirkt. Das Buch steigt ein mit einer wilden Flucht. Der Ich-Erzähler fährt mit einem vollgekotzten Auto ins Nirgendwo. Was er da gerade tut, wieso, und wie er dorthin gekommen ist – er weiß es nicht. Und der Leser auch nicht, denn wir folgen den abstrusen Gedankenschnippseln eines Helden, der offenbar nicht viel in seinem Leben wirklich selbst beeinflusst.

Szenenwechsel. Das Ich bewirbt sich bei seinem Lieblingssender und trifft auf seine großen Stars. Er trifft auf Egos, die im Web cool wirken, in der Realität aber vollkommen daneben. Da sind der Moderator mit krassem Hygienefimmel, der Prakti, der für alles, was du machst, die Lorbeeren erntet, der Chaot und der Psychopat. Und ja, der Fan erkennt Anklänge an das reale Raketenuniversum und lacht sich kaputt.

Aber weg von der Suche nach Realitätszitaten. Denn genau das würde Gunnar Krupp nicht gerecht. Schalten wir mal die Bohnen aus und schauen uns den Schriftsteller an. Und der ist cool. Gunnar Krupp schreibt einen Roman, der vollkommen abstrus ist, lustig, überzeichnet und mitreißend, teilweise eklig und gnadenlos ehrlich ist. Letzteres sagen viele Rezensenten über tolle neue Jungstars. Aber hier passt es wie die Faust aufs Auge. Denn so schön die Web-Video-Welt erscheint, hinter den Kulissen ist selten alles glitzernd. Und gerade die, die große Fans sind, sind selten so perfekt, wie sie sich ihre Stars ausmalen.

Auch der Protagonist ist ein stinknormaler junger Mann. Der sich mit den Eltern rumschlagen muss, die ihn für einen Versager halten. Der nicht so recht weiß, wohin mit sich. Der gefallen will, und dabei ständig aneckt. Der verunsichert ist. Und deshalb umso nachvollziehbarer.

Ist “Absacker” große Kunst? Nee, sicher nicht. Aber es ist auch kein 0815-Roman eines Moderators, der jetzt auch noch schreiben will. Denn der Spaß am geschriebenen Wort, der sprüht aus jeder Zeile. Es sind die ersten Schritte eines Autors, der sich ausprobiert, noch herantastet und sich hoffentlich von den Schwimmflügeln “Ich schreibe überzeichnet über meinen Job” lösen kann und richtig loslegt. Denn was er da schreibt, macht Spaß. Ich für meinen Teil freue mich auf mehr.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

Den Hyänen ausgeliefert – Die Graphic Novel “Leichte Beute” von Miguelanxo Prado

Den Hyänen ausgeliefert – Die Graphic Novel “Leichte Beute” von Miguelanxo Prado

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Banken verzocken sich, Investoren verlieren ihr Hab und Gut und die Schuldigen verschwinden mit hohen Abfindungen in der Versenkung: In seiner Graphic Novel “Leichte Beute” beschäftigt sich Miguelanxo Prado mit der Finanzkrise und deren Auswirkung auf die spanische Bevölkerung. Unser heißer Scheiß der Woche.

Dass die Finanzkrise in Europa vielen Menschen die Existenz kostete, davon wurde in den Medien viel erzählt. Doch was bedeutet das eigentlich? Miguelanxo Prado zeichnet in seiner Graphic Novel ein spanisches Kriminalmärchen, das schauriger kaum sein könnte. Jeden Tag landet eine neue Leiche auf dem Seziertisch der Gerichtsmedizin, und Olga und Carlos, das Ermittlerteam, suchen verzweifelt nach einer Verbindung zwischen den Opfern. Alle arbeiten bei Banken, ja, aber bei unterschiedlichen. Sogar in unterschiedlichen Abteilungen. Vom Präsidenten bis zum Vertriebsberater ist alles vertreten.

Doch dann kommt das Team, das eine unterschwellig durchschimmernde, sehr skurrile Beziehung zu führen scheint, auf eine Spur: Alle Opfer haben sogenannte Genussscheine verkauft und damit Rentner um ihre Existenz gebracht. Doch was hat das alles mit dem Rentnerpaar zu tun, dass wenige Monate zuvor den Freitod wählte, als das Schreiben des Gerichtsvollziehers eintrudelte?

Leichte Beute, Carlsen, Miguelanxo Prado

Foto: Mariana Friedrich

Zeichnerisch eine wunderschöne Graphic Novel zu einem sehr wichtigen Thema. Schon dafür hat das Buch den Titel “Heißer Scheiß” verdient.

Doch es gibt auch ein Aber: Die Story ist leider total vorhersehbar. Denn natürlich hat die Geschichte etwas mit den Rentnern vom Anfang zu tun. Sie erzählt davon, wie eine Gruppe geschädigter Rentner Rache ersinnt und sich die vornimmt, die sich auf Kosten anderer mit linken Bankgeschäften bereichern. Gerade die, die den Hyänen mit ihren undurchsichtigen Geschichten oft ausgeliefert erscheinen, ersinnen einen totsicheren Plan. Die Idee ist super, aber leider baut die Geschichte erzählerisch nicht die ausreichende Spannung auf, die ein Leser gern hätte, um gemeinsam mit den Ermittlern zu rätseln.

Leichte Beute, Carlsen, Miguelanxo Prado

Foto: Mariana Friedrich

Dafür hätte man das seltsame Zusammenspiel der beiden Ermittler Olga und Carlos mehr herausarbeiten können. Mal siezen sie sich, mal nicht. Mal flirten sie unterschwellig, mal rastet Olga vollkommen übertrieben aus. Kurz, da wäre mehr drin gewesen.

Trotzdem ein Buch, das sich durchaus lohnt, weil es die ganz realen Auswirkungen kaum nachvollziehbar erscheinender Bankgeschäfte beleuchtet.

Leichte Beute, Carlsen, Miguelanxo Prado

Foto: Mariana Friedrich

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Ein Abschied und ein Neuanfang: die neue Episode von Radio36 ist da

Ein Abschied und ein Neuanfang: die neue Episode von Radio36 ist da

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Endlich gibt es wieder was auf die Ohren. Die neue Folge unseres Podcasts Radio36 hat es in sich, denn es gibt einen Abschied zu beklagen, ein neues Konzept zu besprechen und jede Menge offene Fragen.

Mit der 12. Episode unseres Radio36-Podcasts wird sich einiges ändern. Mariana verlässt das Team und zieht in die weite Welt. Zum Abschluss schaut sie mit Joscha zurück auf eineinhalb Jahre toller Gespräche. Zum Beispiel auf den allerersten Podcast, als wir mit DJ Strubinator über die Techno-Szene in Fulda philosophiert haben. Oder den in seiner Länge ungeschlagenen episch langen Kinopodcast. Schön war auch unser Gespräch mit der Leiterin des Mittelalterweihnachtsmarktes, einem Karnevalisten und Michael “Shaggy” Schwarz vom Kreuz.

Doch damit soll Radio36 nicht in die Annalen der verlassenen Podcasts eingehen. Sascha, der bei move36 für die umfangreichen Reportagen zuständig ist, hat bereits einige Podcasterfahrung gesammelt und arbeitet mit Joscha an einem neuen Konzept für unseren unregelmäßigen Ohrenschmaus. Wie sich das anhören könnte, darüber philosophieren alle drei. Viel Spaß beim Zuhören.

Das ganze Gespräch kannst du dir nun in Radio36 anhören (Falls das Iframe nicht lädt, hier der Direktlink).
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Kennst du schon unsere Reportagen?

Hier kommst du zur Aschenberg-Reportage von Sascha.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

Jugendliche aus Liyang zu Gast in der Wigbertschule

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Die Partnerschaft der Region mit der chinesischen Großstadt Liyang ist mit Leben gefüllt: Zum zweiten Mal war jetzt eine elfköpfige Delegation von Schülerinnen und Schülern zu Gast in der Wigbertschule Hünfeld.

Ein Text der Stadt Fulda

Gemeinsam mit den hiesigen Mitschülerinnen und -schülern, die zum Teil im Herbst vergangenen Jahres Liyang besucht hatten, erlebten die elf Jugendlichen im Alter von etwa 17 Jahren eine abwechslungsreiche Woche. Neben der Teilnahme am Unterricht und schulischen Angeboten lernten sie bei Ausflügen auch Point Alpha, Frankfurt und beispielsweise die Milseburg kennen. Am gestrigen Dienstag, einen Tag vor ihrer heutigen Abreise, wurden sie durch Landrat Bernd Woide und Ersten Kreisbeigeordneten Frederik Schmitt im Landratsamt Fulda empfangen.

Woide äußerte seine Freude darüber, dass die Partnerschaft mit dem chinesischen Liyang auch bei jungen Menschen Anklang findet. Erst kürzlich hatten einige Studenten aus Liyang an der Sommeruniversität in Fulda teilgenommen. „Es ist schön zu sehen, wie junge Frauen und Männer Weltoffenheit und Toleranz leben – und das ist ungemein wichtig“, sagte der Landrat. Begleitet wurden die Schüler und Schülerinnen durch ihre Lehrerin Wu Xue Mei und ihrem Lehrer Cheng Peng. Den Aufenthalt in der Region begleiteten die Hünfelder Lehrerinnen Qian Neumann-Wang und Sabine Mielke. Untergebracht waren die jungen Frauen und Männer bei Gastfamilien.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

Das Hakenkreuz in Computerspielen – oder warum Games wie Filme, Bücher oder Kunst behandelt werden sollten

Das Hakenkreuz in Computerspielen – oder warum Games wie Filme, Bücher oder Kunst behandelt werden sollten

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK), die für die Prüfung von Games zuständig ist, erklärte am Donnerstag, sie werde ihren Umgang mit verfassungsfeindlichen Symbolen verändern. Ähnlich wie in Kinofilmen könnten so künftig auch verbotene Symbole wie Hakenkreuze und SS-Runen gezeigt werden. Ein Türöffner für Verherrlichung der NS-Zeit, oder ein richtiger Schritt?  

Ein Kommentar von Mariana Friedrich

Sollten Hakenkreuze in Games gezeigt werden dürfen? Bislang wird das in Deutschland klar gehandhabt: Verfassungsfeindliches Symbol? Raus. Stattdessen erleben die Spieler in “Wolfenstein” und ähnlichen Titeln eine Kriegserfahrung mit Fantasiesymbolen. Zum Schutz der Jugend, versteht sich. Und um zu verhindern, dass diese Symbole verherrlicht werden.

Fantasiesymbole, doch jeder weiß, wofür sie stehen. Artwork aus “GSA Wolfenstein II”, Credit: Bethesda/ZeniMax

Letzteres finde ich prinzipiell ja richtig. Und doch kommt ein Aber. Denn in Filmen, in Malerei, in Geschichtsbüchern und anderen Medien ist es mit dem Schutz nicht so weit her. Wieso? Weil es wichtig ist, die Symbole zu kennen, die da verboten sind, und zu verstehen, wofür sie stehen. Im Rahmen der wissenschaftlichen Aufarbeitung, Kunst und Bildung gibt es also Ausnahmen. Schauen wir uns Bewegungen wie Pegida und Co. an, wird leider viel zu deutlich, wie wenig viele doch über genau diesen Teil der Geschichte wissen, wie verblendet sie anzweifeln, wie grausam das NS-Regime war. Wie verhängnisvoll diese Zeit für unsere Großeltern, Urgroßeltern und die vielen vielen Opfer war.

Games sind nicht nur Ballerspiele

Jetzt könnte man fragen: Was hat das bitte mit Hakenkreuzen in Computerspielen zu tun? Unterstützt wildes Rumgeballere als SS-Soldat nicht die Geschichtsverblendung? (Ironie an) Wir wissen ja alle, das Computerspiele Jugendliche dazu verleiten, mit Schusswaffen in Schulen um sich zu schießen (Ironie off). Ja, es gibt stupide Ballerspiele. Aber genauso gibt es eben auch stupide Ballerfilme, dumme Bücher und rassistische Musik. Auf der anderen Seite stehen Games, die es in ihrem geschichtspädagogischen Wert locker mit Filmen wie “Das Leben ist schön” aufnehmen können, deren Artwork sich als XXL-Print super in einem Museum machen würde und deren Musik einen Ehrenplatz in der Playlist verdient.

Spiele können Kunst, können wissenschaftliche Aufarbeitung, können “Lehrbuch” sein. Nehmen wir das inzwischen auch als Brettspiel erschienene “This War of Mine”. In dem Game schlüpfen die Spieler in die Rolle von Zivilisten mitten im Krieg. Es könnte der zweite Weltkrieg sein, es könnte Afghanistan sein, das spielt erstmal keine Rolle. Das Ziel: in einer Gesellschaft, in der nichts mehr funktioniert, überleben. Tagsüber versucht ihr, in dem zerstörten Unterschlupf aus Trümmern und Müll die nötigsten Gerätschaften zu bauen – ein Ofen, eine Kochstelle, ein Bett, ein Wasserfilter -, nachts sucht ihr die Umgebung nach Nahrung ab. Ihr fangt Ratten, schleicht euch in eingestürzte Häuser, gebt auf dem Schwarzmarkt für eine Dose Suppe mehrere Packungen Zigaretten, Bauteile und andere Wertgegenstände. Kurz, ihr kämpft ums Überleben und steht jede Nacht vor krassen Entscheidungen: Raube ich die Nachbarn, die noch ein wenig Essen haben, aus, damit mein Kind im Verschlag überlebt? Oder bitte ich sie, mit mir zu teilen und riskiere, mit leeren Händen heim zu kommen? Versuche ich, in das Lager der Soldaten zu kommen, auf die Gefahr hin, kaltblütig erschossen zu werden? Helfe ich dem gegnerischen Soldaten, der mich um Essen anbettelt, mit meinen letzten Brotkrumen?[/vc_column_text][vc_video link=”https://www.youtube.com/watch?v=XI_c0lp68RY”][vc_column_text]Die Schicksale, die ein Krieg auf allen Seiten mit sich bringt, kann man toll in Geschichtsbüchern nachlesen. Aber berührt uns das genauso, wie wenn wir die Erfahrung, wenn auch fiktiv, selbst machen? Nicht jeder ist so leseaffin. Digitale Welten und VR-Technik sind längst in Museen eingezogen, um genau diese Wirkung zu erzielen. Die Technik dafür wurde für Games entwickelt, und Games sind viel leichter verfügbar als ein Museum. Welchen Impact Entwickler damit haben können, zeigt ein Tweet des Studios von “This War of Mine” 11 bit:

Ein ehemaliger Soldat schreibt an das Studio und bedankt sich, diese Spielerfahrung gemacht haben zu dürfen. Inzwischen habe er erkannt, dass Krieg allen Seiten nur schade und sei Pazifist geworden. Dass die 11 bit studios die Einnahmen einer ihrer Erweiterungen komplett an die Organisation War Child spenden, ist nur ein weiterer Beleg dafür, dass sie sich ihrer Rolle durchaus bewusst sind. Genauso könnte man die NS-Zeit, die wir so energisch aufarbeiten wollen, auf diese Art erlebbar machen. Es gibt nicht mehr viele Zeitzeugen, und auch Schulausflüge nach Buchenwald berühren nicht jeden Jugendlichen so, wie sie es vielleicht wollen. Das liegt auch daran, dass viele sich vor ihren Freunden gar nicht so intensiv auf solche Erfahrungen einlassen wollen. In Ruhe, zu Hause, vielleicht aber schon.

Mein Kollege Steffen beispielsweise hat keinen Bock, Bücher zu dem Thema zu lesen, und Geschichtsunterricht war nie seins. Aber er zockt. Und “Call of Duty 2” und andere Titel, die sich mit dem Zweiten Weltkrieg beschäftigen, haben ihn dazu gebracht, sich mit der Zeit zu beschäftigen, Dokus dazu zu schauen und darüber zu lernen. Doch wenn in Spielen, die diesen Part unserer Geschichte aufarbeiten, mit fiktiven Symbolen gearbeitet wird, entrücken sie das Erlebte wieder aus der Realität. Das macht es leichter, von sich zu schieben, dass das Dargestellte so leider wirklich passiert ist.

Das Medium Spiel

Spiele sind ein wichtiges Kulturgut. Sie sind ein Medium, über das wir unsere Welt erfahren können. Wir lernen spielend, weil wir dabei mit allen Sinnen wahrnehmen. Wir üben Interaktion, wir fühlen. Spiele halten uns einen Spiegel vor, lassen uns in sicherer Umgebung nacherleben, was wir nicht erlebt haben.

So wie Serien wie “13 Reasons Why” Mobbing und Suizid aufarbeiten, tun das auch Spiele wie “Life is strange”. Das Adventure kam 2015 auf den Markt. Die Spieler agieren als College-Studentin und erleben deren Alltag mit Mobbing, Depression und Suizidgedanken nach. Jede Entscheidung, die getroffen wird, zieht Konsequenzen nach sich. Jede Entscheidung kann allerdings auch rückgängig gemacht werden, um die Konsequenzen gegeneinander abzuwägen. Über dreimillionenmal wurde das Game gekauft.

Auch Pen-and-Paper-Spiele erleben gerade ein riesiges Revival, nicht zuletzt, weil Onlinesender wie Rocket Beans TV sie thematisieren und in dieser Form auch geschichtliche Ereignisse nachvollziehbar machen. Das Pen-and-Paper “1648” beispielsweise, das gemeinsam mit funk produziert wurde und den Dreißigjährigen Krieg aufarbeitet, haben Tausende Jugendliche live verfolgt. Von solchen Begeisterungsstürmen können Geschichtslehrer bei dem Thema in ihren Klassen nur träumen.

Spiele könnten, wie auch Filme, Bücher und Bilder, ein wichtiger Part im Bildungssystem sein. Warum sollten Lehrer denn nicht mit ihren Klassen ein qualitativ hochwertiges und wissenschaftlich korrektes Spiel spielen, um den Schülern ein Thema näherzubringen?

Dass die USK also jetzt entscheidet, dass sie nicht mehr jede Darstellung von verbotenen Symbolen verbietet, sondern die Games auf ihre “Sozialadäquanz”, auf ihre soziale Verträglichkeit hin prüft, ist ein Weg in die richtige Richtung. Es ist eine Entscheidung, die dabei helfen kann, Games aus der Unterhaltungsnische herauszuholen und zu zeigen, wie viel mehr sie sein können.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]