Seit drei Wochen ist das neue Studentenwohnheim in der Graf-Spee-Straße 23 fertiggestellt. Ab jetzt können die Studis dort auch einziehen, denn am Dienstag wurde das Gebäude offiziell eröffnet. Bis dorthin war es ein langer Weg.

Ein Text von Markus Mende

In der riesigen, lichtdurchfluteten Galerie des neuen Wohnheims Campusviertel läutete der Geschäftsführer des Studentenwerks Gießen, Ralf Stobbe, die Eröffnung ein. Frei nach dem Motto „Wir können alles, außer Lehre und Forschung“ ist das Wohnheim mit allem Wichtigem ausgestattet. Ein großer Bonus: die Hochschule liegt gleich um die Ecke, man kann fast direkt aus dem Bett in den Vorlesungssaal stolpern.

Was ist neu?

Die 68 neuen Wohnungen kommen jeweils mit einer kleinen Küche, einem eigenen Bad und großen, ebenerdigen Fenstern daher. Internet- und TV-Anschluss dürfen natürlich auch nicht fehlen. Dazu kommen ein Fahrradkeller, ein Waschraum und die große, offene Galerie. Das alleine zu realisieren, ist unvorstellbar. Der Dank Stobbes galt also gleich mehreren Leuten: Frau Salomon, Geschäftsführerin der Firma LebensART, die das Projekt in die Hände des Studentenwerks übergab, der Präsident der Hochschule Fulda Prof. Dr. Karim Khakzar, Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld und Architekt Andreas Staubach waren dabei nur die Spitze des Eisbergs.

Denn bereits seit 2012 wurde diskutiert, überlegt und geplant, bis man Ende 2015 zu einer Einigung kam. 15 Monate Bauzeit nahm das neue Gebäude dabei in Anspruch.

Insgesamt 305 Plätze habe man bisher geschaffen, so Stobbe. Das soll es noch nicht gewesen sein, und gibt einen Ausblick in die Zukunft: „In der Leipziger und der Magdeburger Straße sollen weitere Wohnheime entstehen. Wir wollen die Zehn Prozent erreichen.“ Zehn Prozent der Studierenden an der Hochschule Fulda sollen die Möglichkeit haben, einen Wohnheimsplatz zu ergattern. „Bei 8000 Studenten kann man sich ja gerade so ausrechnen, wie viele das sind.“ Auch der Hochschulpräsident meldet sich zu Wort: „Viele wollen hier Wurzeln schlagen, und da brauchen wir studentisches Wohnen, damit sich die jungen Menschen wohl fühlen. Gerade das macht die Hochschule attraktiv und zieht die Leute an.“ Außerdem entspanne sich der Wohnungsmarkt derzeit. „Wir sind gerade in einer glücklichen Phase und haben noch viel Luft nach oben!“

Oberbürgermeister Dr. Wingenfeld wird beim Anblick des neuen Wohnheims sogar ein bisschen sentimental. „Da möchte ich am liebsten selbst noch einmal studieren. Wenn ich daran zurückdenke, wie quälend die Wohnungssuche bei mir war … Furchtbar.“ Dabei haben künftige Studierende mit dem Neustart in einer Stadt schon genug um die Ohren. Wie leicht man an eine attraktive Bleibe kommt, bestimmt daher maßgeblich mit, für welchen Studienort man sich entscheidet. „Wir wollen den Menschen hier ein gutes Umfeld bieten können, und das wird immer mehr realisiert. Auf jeden Fall war das eine starke Gemeinschaftsleistung.“

Das Gebäude macht einiges anders als klassische Wohnheime. Helle Räume statt langer, dunkler Gänge und die große Galerie als Eingangsbereich statt spärlich beleuchteter Gemeinschaftsräume. Oder wie die Bauherrin Frau Salomon sagt: „Ein Raum für Kommunikation und Begegnung.“ Insgesamt zahlt man für ein Zimmer zwischen 365 und 415 Euro. Mit symbolischer Schlüsselübergabe ging es dann an die Besichtigung.

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QuelleFotos: Markus Mende
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