#78| Schwarzes Fulda, buntes Fulda

#78| Schwarzes Fulda, buntes Fulda

Typisch Fulda: die Kirche und der Dom, die Dominanz der CDU und der Konservativen, deftige Wurst-„Spezialitäten“ wie Flurgönder oder Schwartenmagen. Antworten wie diese hatten unsere Redakteure erwartet, als sie vor ein paar Tagen auf der Straße wahllos junge Leute nach ihrer ganz persönlichen Meinung fragten, was denn charakteristisch für die Region hier sei. Doch das häufigste Wort, das genannt wur- de, war „Heimat“ – und damit war zum einen der beliebte Szenetreff am Buttermarkt gemeint (eine Kneipe vor allem anderen, das ist bemer- kenswert), aber auch das, was wir so gerne mit Sehnsuchtsort oder Lebensmittelpunkt um- schreiben. Oder wie es in der Speisekarte der „Heimat“ steht: „Vertraute Gesichter, bekannte Gerüche, das Gefühl von angekommen sein.“

Fulda als Heimat der U30-Generation, das überrascht, denn noch bis vor ein paar Jahren schien es für junge Men- schen nur eine Richtung zu geben: weit weg aus der Kleinstadt, weg aus der Enge, weg aus der Oldschool. Inzwischen hat sich offenbar etwas verändert: Mit bald 10 000 Studenten, einer gar nicht üblen Kulturszene und attraktiven Unternehmen, die von der tollen Lage mitten in Deutschland wie von einem Magneten angezogen werden, ist Fulda „heimattauglich“ geworden. Und man besinnt sich wieder gern auf das Erbe der Ahnen, die in Jahrzehnten und Jahrhunderten die Stadt zu dem gemacht haben, was sie heute ist.

Wenn also in den nächsten Wochen Fuldas 1275. Geburtstag gefeiert wird, dann solltest du auch mal einen Blick in die Stadtgeschichte werfen und auf all die Leistungen, die hier erbracht wurden. Bedeu- tende Pioniere ihrer Zeit wie der Abt und Universalgelehrte Rabanus Maurus und der in Fulda geborene Nobelpreisträger und Miterfinder der Funktechnik, Ferdinand Braun, sind heute vor allem bekannt, weil große Schulen ihren Namen tragen. Doch es gibt soviel mehr zu entdecken. Und es gibt auch die Geschichten, die nicht in den Geschichtsbüchern auftauchen – skurrile und zu belächelnde, aber auch drastische und widerwärtige. Warum es eine Zeit gab, in der Frauen nicht in die Stadt durften, und vieles mehr, was move36-Redakteur Daniel Beise mit Stadtkennern und Historikern zusammengestellt hat, liest du ab Seite 60.

Zur Realität in Fulda gehört heute auch, dass Ärzte hier keine Abtreibungen vornehmen. Warum das so ist, hat Redakteur Toni Spangenberg recherchiert – und stieß auf eine Mauer des Schweigens. Offiziell will niemand über das heikle Thema re- den, unter Medizinern herrscht Angst, geächtet zu werden. In konservativen Kreisen klopft man sich auf die Schulter, sieht das als Pluspunkt für unsere Heimat. Andere halten genau das für reaktionär, weltfremd und herzlos gegenüber Frauen, die sich in einer Notlage befinden. Tonis Report liest du ab Seite 8. Er verdeutlicht vor allem auch eins: Fulda ist längst keine Insel der Glückseligkeit mehr, wie es früher gern hieß. Fulda kennt all die Schicksale und Probleme, die Menschen auch anderswo in der Republik beschäftigen.

#77| Fulda, deine Rapper

#77| Fulda, deine Rapper

Als sich die move36-Redaktion in die Rap-Szene begab, um eine Reportage über Hip-Hopper in Fulda zu schreiben, waren wir nicht nur überrascht, dass es inzwischen mehr als ein Dutzend Jungs gibt, die mehr oder weniger erfolgreich Musik machen, regelmäßig Videos veröffentlichen und auf durchaus beachtliche Klickzahlen verweisen können. Verwundert war die Redaktion auch über die Spannungen, die es augenscheinlich untereinander gibt. Forderungen á la „Ich bin nur dabei, wenn der nicht dabei ist“ wurden von einigen gestellt. Das zeugt nicht gerade von Eigenschaften wie Stärke und Coolness, die Rapper so gerne für sich beanspruchen. Die Story liest du ab Seite 68.

Nichts mit den Rappern gemein hat der 19-jährige Carl Müller, den wir ab Seite 44 porträtieren. Carl ist einer von 1400 jungen Leuten in Deutschland, die sich gerade in der Ausbildung zum E-Commerce-Kaufmann/-frau befinden. Den Beruf gibt erst seit dem vergangenen Jahr und wird wohl früher oder später den klassischen Einzelhandelskaufmann ablösen. Was Jahrhunderte nach dem gleichen Prinzip funktionierte, verliert in Zeiten der Digitalisierung an Bedeutung: Kaufleute, die in einem Geschäft arbeiten, riechen, fühlen, spüren die Waren, die sie verkaufen.

Weitere Themen sind: “Gemeinde wird immer kleiner – Jakob, wie lebt ein junger Jude in Fulda?”, “Eifersucht – vom nervigsten Gefühl in der Liebe” und “Neuer Vertrag, mehr Geld? – Wie du mit dem Chef verhandelst”.

Übrigens: Wenn du noch nicht sicher bist, welcher Beruf der richtige für dich ist: Auf der trend-messe auf dem Messegelände Fulda-Galerie bekommst du vom 14. bis 17. März wieder Einblicke in viele Berufe, in denen du dich auch ausprobieren kannst – vor allem im Bereich des Handwerks.

Du hast die März-Ausgabe noch nicht? Dann hol sie dir in den Geschäftsstellen der Fuldaer Zeitung oder im Print-Abo für 25 Euro/Jahr.

#76| Opfer, weil du kein Model bist

#76| Opfer, weil du kein Model bist

Wen lässt es schon kalt, immer wieder als zu fett, zu dünn, zu hässlich beschimpft zu werden? Viele Opfer wehren sich nicht, bekommen psychische Probleme, andere Krankheiten wie Essstörungen lassen nicht lange auf sich warten. Wer derart gemobbt wird, leidet oft sein Leben lang. Und die Täter, die sich vielfach gar nicht bewusst sind, was sie mit einer SMS oder einem Post anrichten, kommen ungeschoren davon. 

Wie schlimm das Bodyshaming-Virus auch in unserer Region auf Schulhöfen, Partys und im Netz grassiert, haben wir für unsere Titelgeschichte (ab Seite 8) recherchiert. move36-Volontärin Constanze hat Leute getroffen, die Opfer wurden und ihren eigenen Weg gefunden haben, mit Hassbotschaften umzugehen. 

Die zweite große Story dieser Ausgabe dreht sich um Influencer in unserer Region. Es gibt nämlich auch hier zahlreiche Blogger und Insta-Stars, die vielleicht nicht Millionen, aber doch Tausende Follower haben und zum Teil weit über Osthessen hinaus bekannt sind. Wir stellen dir die wichtigsten dieser Leute vor, haben uns angeschaut, wie glaubwürdig sie sind und wie sie zu Werbekooperationen mit großen Unternehmen stehen. 

Außerdem im Magazin: Häusliche Pflege – Wieso Angehörige auf dem Zahnfleisch gehen (ab Seite 24), Dating-Maschen zum Davonlaufen (ab Seite 30), Leidenschaft Fastnacht – drei Geschichten über die fünfte Jahreszeit (ab Seite 54).

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#75| Seltsame Wesen, die wir lieben

#75| Seltsame Wesen, die wir lieben

Jeder kennt „Breaking Bad“, „Game of Thrones“ oder „Babylon Berlin“. Nur: Wer heute Fernsehen schaut, schaut anders als im Jahr 1985, als die „Lindenstraße“ ein Straßenfeger war und sonntagabends sich wegen ihr regelmäßig Millionen Menschen vor dem Fernseher versammelten.

Immer mehr Menschen verzichten auf einen klassischen TV-Anschluss – und geben sich mit Netflix oder Amazon Prime zufrieden. Bestätigt wird das durch den Digitalisierungsbericht 2018, der kürzlich veröffentlicht wurde. Das Fernsehen, wie wir es kennen, so steht dort (noch) zwischen den Zeilen, könnte bald vollständig von Video-On-Demand-Angeboten verdrängt werden.

In unserer Titelgeschichte (ab Seite 64) hat move36-Redakteur Leandro untersucht, warum wir Serien wie „Game of Thrones“ brutal verfallen, warum wir so gerne in Phantasiewelten abtauchen und wie Netflix inzwischen selbst Liebesbeziehungen beeinflusst.

Außerdem im Magazin: Der harte Job des Altenpflegers (Seite 52), Nadines Heiligabend (Seite 8), HIV-Selbsttest (Seite 28) und Leidenschaft Cosplay (Seite 36).

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#74 | November – Plastik killt die Umwelt

#74 | November – Plastik killt die Umwelt

Etwa 70 Prozent der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt. Bereits heute schwimmen laut WWF in jedem Quadratkilometer der Meere Hunderttausende Teile Plastikmüll. Die Folge ist nicht nur, dass wir im Strandurlaub immer öfter mit Plastikmüll konfrontiert werden – auch beim Schwimmen, Schnorcheln und Tauchen. Seevögel verenden qualvoll an Handyteilen in ihrem Magen, Schildkröten halten Plastiktüten für Quallen, und Fische verwechseln winzige Plastikteilchen mit Plankton.

Letztlich wandert der nur schwer zersetzbare Müll dann zum Beispiel über Fische, die wir verzehren, wieder in unsere Mägen. Gerade wurde erstmals Plastikmüll in menschlichem Kot nachgewiesen. Na sauber!

Für unsere Titelgeschichte (ab Seite 8) hat move36-Mitarbeiterin Lea untersucht, wie viel Verpackungsmüll wir jeden Tag, meist völlig gedankenlos, produzieren, welchen Weg er nimmt und was wir tun können, um ihn zu vermeiden.

Außerdem im Magazin: Lego für Erwachsene (Seite 52), die erste Studentische Selbsthilfegruppe (Seite 22) und der Work-Wear-Trend (Seite 36).

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#73 | Oktober – Bart ab oder Bart dran?

#73 | Oktober – Bart ab oder Bart dran?

Stell dir vor: Du gehst ins Arbeitsamt, um den Traumberuf, den du noch nicht gefunden hast, zu entdecken. Und – schwuppdiwupp – kommst du wieder heraus und kannst direkt ins Berufsleben starten. Leider ist das Gegenteil der Fall, die Berufswahl ist für viele mehr Qual als Wahl. Vielleicht ist einfach die Auswahl zu groß: Hunderte Ausbildungsberufe und Tausende Studiengänge buhlen um Absolventen.

Wird also schon an Schulen genug dafür getan, dass die Berufswahl nicht zu einer jahrelangen Reise mit unbestimmtem Ziel wird? Berufschecks im Netz gibt es jede Menge, aber wer klickt sich schon gern durch meterlange Fragebögen-Bots, die die Persönlichkeit dessen, der sie ausfüllen soll, sowieso nicht erfassen. Was ist also mit Berufsberatern? Was Experten und Schulleiter zur Bedeutung von Berufsberatung – die es in Deutschland übrigens seit dem Jahr 1902 gibt – sagen, liest du ab Seite 44.

Außerdem im Magazin: Im Themenschwerpunkt „Karriere“ dieser Ausgabe zeigen wir dir zudem, wie du am besten eine Abschlussarbeit angehst (ab Seite 54). Außerdem geben wir dir einen Überblick, wo du in Osthessen als Student jobben kannst (Seite 59). Den großen move36-Wahlcheck findest du ab Seite 8.

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