Die Diagnose Krebs ist oft ein Todesurteil. Gegen eine Art gibt’s eine Impfung für Mädchen: den Gebärmutterhalskrebs. Jetzt sollen sich auch Jungs impfen lassen.

Ein Text der Sebastian Krenberger

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt seit vergangenem Sommer, nicht nur Mädchen, sondern auch Jungen zwischen 9 und 14 Jahren gegen humane Papillomviren (HPV) zu impfen. Beim Osthessischen Gesundheitstag am 2. Februar hast du die Gelegenheit, das Thema genauer zu betrachten.

Was sind HPV („humane Papillomviren“)?

Es sind Viren die beim Geschlechtsverkehr durch (Schleim-)Hautkontakt übertragen werden können. Du bemerkst eine Ansteckung in der Regel nicht, da sie keine Beschwerden verursacht. Es kann aber sein, dass durch diese Infektion eine Krebserkrankung ausgelöst wird. Bei Frauen ist das vor allem der Gebärmutterhalskrebs. Dieser kann bis zu Jahrzehnte später noch entstehen. Außerdem können die HP-Viren Haut- und Feigwarzen (Papillome) auslösen, welche sehr unangenehm sind. Anfällig sind besonders Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.

Jungen sind durch eine Impfung vor weiteren Krebsarten geschützt

Bisher waren nur Mädchen Zielgruppe einer Impfung. Durch den Impfstoff werden sie vor den Viren geschützt, die das größte Risiko einer Gebärmutterhalserkrankung in sich tragen. Da Jungen die Hauptverbreiter der Infektion sind, ergibt es Sinn, auch sie zu impfen. Dies schützt nicht nur die Mädchen, die mögliche Geschlechtspartnerinnen sind. Auch Jungen sind durch eine Impfung vor Krebsarten im späteren Lebensalter wie Mund-Rachen-Krebs, Penis- und Analkrebs besser geschützt. Die werden oftmals durch die gleichen HPV-Typen ausgelöst wie Gebärmutterhalskrebs.

Der Impfstoff wird in die Muskulatur des Oberarms gespritzt. Danach gibt’s zwei weitere Impfungen – die zweite fünf bis sechs Monate nach der ersten. Wer älter als 14 ist, braucht drei Impfungen. Wichtig ist, dass man vor dem ersten Geschlechtsverkehr geimpft wird. Sonst ist die Wirkung abgeschwächt. Du solltest dich noch vor dem 18. Lebensjahr impfen lassen. Die Deutsche Krebsstiftung will die HPV-Impfung in allen deutschen Schulen einzuführen. So soll erreicht werden, dass mehr Kinder geimpft werden.

Viele Krankenkassen übernehmen die Impfkosten

Das Projekt „HPV-Impfung macht Schule“ mit Stadt und Landkreis Fulda, dem Gesundheitsamt, dem Staatlichen Schulamt Fulda, dem Gesundheitsnetz Osthessen (GNO) und einer Vielzahl niedergelassener Ärzte aus der Region wurde schon vergangenes Jahr durchgeführt. Eltern wurden an circa 22 Grundschulen und weiterführenden Schulen über den Zweck der Impfung aufgeklärt. Viele Krankenkassen übernehmen bereits die Kosten für eine HPV-Impfung bei Jungen bis zum 18. Lebensjahr.column_text css=”.vc_custom_1548160583691{margin-top: 1px !important;margin-right: 1px !important;margin-bottom: 1px !important;margin-left: 1px !important;padding-top: 1px !important;padding-right: 1px !important;padding-bottom: 1px !important;padding-left: 1px !important;background-color: #e8cba0 !important;border-radius: 1px !important;}”]

Der 7. Osthessische Gesundheitstag findet am 02.02.2019 in der Esperantohalle statt. Organisiert wird er vom Gesundheitsnetz Osthessen, dem Verbund von ca. 150 Ärzten aus der Region. Zahlreiche Aussteller aus Fulda und den angrenzenden Landkreisen bieten gesundheitsbezogene Aktionen an ihren Ständen an. Unter dem Thema „Gesundheit und Lebensqualität“ präsentiert die Hochschule Fulda spannende Projekte in der Waideshalle. Ziel des Gesundheitstages ist es, den Informationsfluss zwischen der Bevölkerung, den Patienten, den Angehörigen und den Gesundheitsdienstleistern zu steigern. Der Eintritt ist frei. Los geht es ab 10 Uhr.

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