“Wir wünschten ebenso, dass es ein schlechter Scherz ist.” Diese Worte bekamen am Mittwochmorgen Sportfreunde zu lesen, die unterwegs zu ihrem Workout ins Clever Fit Fulda waren. Sie fanden das Studio geschlossen vor. Ärger und Verwirrung dürften aber mittlerweile verflogen sein – zumindest unter den Mitgliedern. Der Betrieb läuft wieder. Nur der Betreiber bleibt verschwunden.

“Das Studio wird ab heute, 1. August, geschlossen. Leider gab uns der Vermieter, die Firma Kropp, keine Möglichkeit, das Studio weiter zu betreiben”, stand auf gedrucktem Papier an der Tür des Gebäudes im Kothenbachweg, in dem sich neben dem Fitnessstudio unter anderem die Mediana-Verwaltung befindet. Über jedwede Ansprüche müssten erst die notwendigen Abklärungen getroffen werden.

Ob tatsächlich der Vermieter Schuld an der Schließung über Nacht trägt, ist fraglich. (Ein offizielles Statement der Firma Kropp folgt.) “Der Betreiber hat sich aus dem Staub gemacht”, erklärt Riccardo Christ, Leiter der Systemzentrale von Clever Fit. Er gehe nicht ans Telefon. Seit gestern ist zudem die Facebook-Seite off. Die Zentrale des Franchisegebers arbeite mit Hochdruck an der Klärung des Falls.

Für die Mitglieder ändert sich nichts

Mittlerweile können Mitglieder schon wieder wie gewohnt trainieren. Bezüglich der Betreibernachfolge sei die Zentrale mit einem Bestandspartner im Gespräch, der bereits 15 Studios betreibt und wisse, worauf es ankommt. Christ möchte aber ungern mehr sagen, bevor Verträge geschlossen sind.

Was die Zahlungen der monatlichen Beiträge angeht, wird sich für Mitglieder nichts ändern, fügt er hinzu. “Die Beiträge sind ja die Vorauszahlung für die Nutzung. Und die ist weiterhin gegeben.” Demnach bleiben die Verträge mit den bisherigen Preisen und Laufzeiten bestehen. Sie müssen nicht neu abgeschlossen werden, zitieren unsere Kollegen von der Fuldaer Zeitung Marco Fritzen, Partnermanager von Clever Fit. „Auf dem Lastschrifteinzug ändert sich lediglich der Name.“ In Kürze sollen die Mitglieder ein Schreiben mit allen wichtigen Infos erhalten.

“Der Chef zeigte sich null kooperativ”

Vor zwei Wochen schon sei der Zustand des Studios aufgefallen, heißt es aus Unternehmerkreisen. Die Sauberkeit habe zu wünschen übrig gelassen und die Dienstpläne seien nicht optimal aufgestellt worden. Viele Schichten seien nur mit einer Person besetzt gewesen.

Mitgliedern war zudem bereits der häufige Trainerwechsel aufgefallen. Das Kursangebot wurde gestrichen. “Als ich einmal vermeintlich mein Chipband verloren habe, musste ich 20 Euro zahlen. Ich fand es noch am selben Tag wieder und fragte den Chef, ob ich das Geld zurückbekommen könnte. Er zeigte sich null kooperativ”, berichtet ein Mitglied.

Gut zu wissen

Auch wenn es in diesem Fall nicht nötig ist, weil du ungeändert im Clever Fit trainieren kannst: Sollte diese Leistung in so einem Falle wegfallen, empfiehlt die Verbraucherzentrale, Vorauszahlungen zurückzuholen. Das ist bis zu acht Wochen möglich. Gleichzeitig sollte die Einzugsermächtigung gegenüber der Bank zurückgezogen und der Empfänger darüber informiert werden. Grund: Wenn die Rechtsnachfolge des Betriebs nicht geregelt ist, ist unklar, ob ein möglicher neuer Betreiber bestehende Verträge übernimmt. Es kann stattdessen sein, dass neue Verträge mit anderen Konditionen ausgehandelt werden sollen.

Außerdem interessant: Wenn vertraglich festgelegte Leistungen wie Fitnesskurse nicht erbracht werden, kannst du ebenfalls Rechte geltend machen. Kunden sollten den Betreiber dann schriftlich darauf hinweisen und die Erbringung der Leistung innerhalb einer selbstgesetzten Frist fordern, rät die Verbraucherzentrale. Geht er nicht darauf ein, hast du als Kunde ein Sonderkündigungsrecht.

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QuelleFoto: Sascha-Pascal Schimmel

Josephin Chilinski

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Toni Spangenberg

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