Sollen Notenzeugnisse durch Berichtszeugnisse ersetzt werden? Soll die Teilnahme an Demonstrationen während der Unterrichtszeit als Entschuldigungsgrund gelten? In der Richard-Müller-Schule wurde gestern bei der Nordhessenqualifikation von „Jugend debattiert“ hitzig diskutiert. Unter den Gewinnern zogen auch die Fuldaer Anna-Maria Alt und Till Flamme-Brüne ins Landesfinale ein.

„Die Debattenkultur soll durch `Jugend debattiert` verstärkt werden. Die Schüler lernen hier mit Argumenten und Auseinandersetzungen sachlich umzugehen“, sagt Dr. Michael Imhof. Der ehemalige Schulamtsdirektor vom staatlichen Schulamt in Fulda führte das Projekt 2001 in Fulda ein. Seitdem stellen sich jedes Jahr Schüler der Jahrgangsstufe neun bis elf dem Wettbewerb. Am Donnerstag sind bei der Nordhessenqualifikation von „Jugend debattiert“ in der Richard-Müller-Schule 32 Schüler aus ganz Hessen gegeneinander angetreten. Um an der Landesqualifikation teilnehmen zu können, mussten sich die Teilnehmer zuerst in den Klassen, dann auf Schulebene und anschließend im Regionalfinale behaupten.

Die Schüler der Sekundarstufe eins mussten dabei über die Einführung von Berichtszeugnissen anstatt Notenzeugnissen diskutieren, wie auch über ein Verbot der künstlichen Beschneiung von Skipisten. In der Sekundarstufe zwei wurde über die Rekrutierung von EU-Bürgern für die Bundeswehr debattiert und ob die Teilnahme an Demonstrationen während der Unterrichtszeit als Entschuldigungsgrund gelten. Ein Thema, dass durch die „Fridays for Future“ – Bewegung aktueller denn je ist. So argumentierte die Pro-Seite, dass Demonstrationen und die Beteiligung an politischen Aktionen einen mündigen Bürger aus den Jugendlichen formen. Die Contra-Seite konterte, dass der Unterricht maßgeblich ist, um Jugendliche an die Politik ranzuführen und für diese zu sensibilisieren. Am Ende gewann die Contra-Seite, aufgrund besserer Argumentation.

Spontan mussten sich die Schüler aber nichts aus den Fingern ziehen. Die Teilnehmer bekamen im Voraus zehn Tage Vorbereitungszeit. Unter den strengen Augen der Juroren wurden sie auf Sachkompetenz, Ausdruck, Gesprächsform, Überzeugungs- und Argumentationsfähigkeit geprüft.

Im Anschluss qualifizierten sich aus Fulda Till Flamme-Brüne von der Rabanus-Maurus-Schule und Anna-Maria Alt vom Freiherr-vom-Stein-Gymnasium für das Landesfinale in Frankfurt.

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