60 Songs spielen sie in ihrem Programm, alles Akustik-Cover. Der erste eigene ist in Planung. Läuft alles so, wie es sich die beiden vorstellen, hörst du ihn das erste Mal live beim Fuldaer Stadtfest. Denn da treten Felix und Tim – die Jungs von Undercover Beer – als nächstes auf. Felix van Deyk (23) studiert abseits der Musik soziale Arbeit an der Hochschule in Fulda. Tim Müglich (25) ist Anästhesiepfleger im Klinikum Fulda. move36 verraten die zwei, was sie an der Stadt schätzen, und was tierisch nervt. Denn darum soll’s in ihrem ersten eigenen Song gehen.

Wie seid ihr denn auf die Idee für euren Namen gekommen?

Tim: Das ist eher eine unspektakuläre Geschichte. Wir haben zusammen überlegt, aber uns ist nichts eingefallen. Dann haben wir online einen Band-Namen-Generator ausprobiert. Wir haben eingegeben, was zu uns passt, zum Beispiel Bier, Musik machen, Freunde und so weiter. Dann kam der Name raus. Den fanden wir auf Anhieb gut und haben gesagt, jetzt heißen wir Undercover Beer.

Seit wann gibt’s euch offiziell?

Tim: Seit dem 9. Mai 2018.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, musikalisch was zusammen zu machen?

Felix: Wir machen beide schon lange unabhängig voneinander Musik und kennen uns schon ewig. Aus einer Bierlaune heraus haben wir immer wieder mal zusammen Musik gemacht. Irgendwann hat die Altstadt eine Band gesucht, jemand hat uns vorgeschlagen, und wir haben direkt zugesagt. Das kam ganz gut an und dann lief es.

Tim: Das war unser erster offizieller Auftritt am 9. Mai 2018.

Erinnert ihr euch noch gut an den Tag?

Tim: An sich lief alles relativ entspannt ab. Nachdem wir fertig aufgebaut hatten setzten wir uns an die Theke. Felix hat auf den letzten Drücker noch eine Hausarbeit fertig geschrieben, die er an dem Abend abschicken musste, und dann haben wir mit unserem Programm angefangen. Trotzdem waren wir ein wenig nervös. Wir wussten nicht, ob überhaupt viele Leute kommen und es war das erste Mal, dass wir in der Kombination ein komplettes neues Programm spielen. Bis dahin haben wir nur Lieder gespielt, auf die wir gerade Lust hatten.

Felix: Wir wurden zwar alle halbe Stunde angerufen, dass wir leiser machen müssen, und der Chef der Altstadt war selbst gar nicht da. Aber alle, die da waren, hatten einen guten Abend.

Was habt ihr damals gespielt? Hat sich das bis heute geändert?

Felix: Geändert nichts. Es ist nur viel mehr dazugekommen.

Tim: Wir hatten eine Setlist von 20 bis 30 Songs und sind jetzt etwa bei 60. Wir haben uns recht breit aufgestellt. Wir spielen Songs von Elvis, Tenacious D, Foo Fighters, Johnny Cash, Eminem oder auch Rage Against the Machine, alles als Akustik-Version. Da haben wir Bock drauf.

Felix: Das ist auch alles Musik, die wir selbst gerne hören. Sonst würde es auch nicht funktionieren. Wir improvisieren auch viel. Wenn ein Gitarrensolo kommt, was auf der Akustik-Gitarre nicht funktioniert, spiele ich es eben auf dem Kazoo.

Tim: Es ist manchmal auch eine echte Herausforderung, sowas zu nur zweit in Akustik zu machen.

Welche Instrumente spielt ihr?

Tim: Angefangen haben wir mit Akustik-Gitarre und Cajon. Mittlerweile spielt Felix bei einigen Songs auf dem E-Piano und ich habe meine Cajon mit eine Art Miniatur-Drumset erweitert.

Wie seid ihr zur Musik gekommen?

Tim: Die anderen Jungs haben Fußball gespielt, aber ich konnte einfach schon immer mehr mit Musik anfangen. Damit kann ich viel verarbeiten und zum Ausdruck bringen und habe auch einfach Lust drauf.

Felix: Ich wurde in der Grundschule mal zum Keyboard-Unterricht geschickt, weil meine Mutter das für eine gute Idee gehalten hat. Das war auch eine gute Idee.

Habt ihr auch eigene Songs?

Tim: Das ist jetzt geplant. Bisher mussten wir uns erstmal ein Programm erarbeiten, um einen ganzen Abend zu füllen. Jetzt wo das steht, wollen wir uns mit eigenen Songs beschäftigen.

Felix: Coversongs funktionieren einfach. Man hat schnell ein Programm, und die Leute wissen sofort, worum es geht.

Wo hattet ihr schon überall Auftritte?

Tim: Wir haben mal auf einer Hochzeit gespielt. Daraufhin hat uns Shaggy vom Kreuz einen Auftritt in der Kreuz-Kneipe organisiert. Der Auftritt hatte aber eher den Flair von einem Wohnzimmer-Konzert, weil nicht viele Leute da waren. Wir hatten trotzdem unseren Spaß. Während wir gespielt haben, lief im Hintergrund der Blues Brothers Film auf Leinwand. Deswegen haben wir auch das Rawhide Thema mit in unser Repertoire aufgenommen. Danach haben wir eine Kneipentour geplant und in vielen Kneipen angefragt. Dann ging’s los. Angefangen beim McMuellers Brauhaus, haben wir in der Heimat, Hohmanns Brauhaus und dem Take In gespielt. Die bisher nächste Kneipe, mit der ein Termin steht, ist der Stadtwächter in Fulda, da spielen wir im September. Das Weinfest in Künzell werden wir im August musikalisch eröffnen. Daneben spielen wir auf vielen privaten Veranstaltungen: Junggesellenabschiede, Hochzeiten, Geburtstage.

Wo tretet ihr demnächst auf?

Tim: Beim Stadtfest im Museumshof, am 27. Juni. Da treten verschiedene Künstler auf, jeder hat 20 bis 25 Minuten Bühnenzeit. Vielleicht schaffen wir es, dort unseren ersten eigenen Song zu präsentieren. Viele Ideen drehen sich generell um das Leben in Fulda und wie wir auf ironische Art und Weise auf positive und negative Aspekte hinweisen könnten.

Was wäre denn positiv und negativ an Fulda?

Felix: Positiv sind zum Beispiel die vielen coolen Leute oder die schönen Kneipen. Als negativen Punkt halte ich Fulda für sehr katholisch, konservativ, und ich kassiere echt viele Strafzettel. Außerdem gibt es für mich keine wirkliche Musikszene, wodurch es auch echt schade ist, dass es Läden, wie das Café Panama nicht mehr gibt.

Gibt es einen Song, den ihr besonders gern spielt?

Beide: Wenn wir uns auf einen festlegen müssen, dann “Don’t Stop Me Now” von Queen.

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