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Die Staatsanwaltschaft Fulda hat Anklage gegen ein ehemaliges AfD-Mitglied erhoben. Toni R. steht im Verdacht, am Psychoterror gegen den Aktivisten Andreas Goerke (Foto) beteiligt gewesen zu sein. Gegenüber move36 spricht der Künzeller von einer Verschwörung gegen sich.

Andreas Goerke spricht von extrem harten Zeiten, die seine Familie und er erlebt hätten. Anfang 2017 spielten sich im nahen Umfeld des Vorsitzenden von “Fulda stellt sich quer” skurrile bis beängstigende Szenen ab.

Feuerwehrautos und Rettungswagen standen plötzlich vor dem Haus der Familie. Pizza im Wert von 150 bis 200 Euro sowie 500 Bücher wurden geliefert. Im Briefkasten landete eine Morddrohung gegen Goerkes Sohn. Und am 11. Februar stürmte ein Einsatzkommando “mein Grundstück und stand mit gezückten Waffen vor mir“, sagt Goerke. „Jemand hatte unter meinem Namen bei der Polizei angerufen und detailliert geschildert, wie ich meine Frau ermordet haben soll.“

Anklage gegen Ex-AfD-Mann erhoben

Nun hat die Staatsanwaltschaft Fulda in letzterem Sachverhalt Anklage erhoben. Sie verdächtigt Toni R. aus Künzell; zur Zeit der Vorfälle Mitglied der AfD in Fulda sowie Vorstandsmitglied der Jungen Alternative (JA) Hessen. Der Künzeller bestätigt move36 die Erhebung der Anklage. Mittlerweile ist R. sowohl aus der AfD als auch aus der JA ausgetreten.

Laut Informationen von move36, soll R. damit geprahlt haben, hinter den Vorfällen zu stecken. Ob das stimmt? R. bestreitet das. Vielmehr spricht er von einer Verschwörung gegen sich. “Ich habe damit nichts zu tun”, sagt er. “Die, die hinter der Verschwörung stecken, wollen eigentlich einen anderen treffen. Der ist aber zu mächtig. Sie haben mich als schwächstes Glied ausgesucht.”

move36 hat allerdings von Zeugen erfahren, die R. belasten. Sie sollen ihn als den anonymen Anrufer identifiziert und das ausgesagt haben.

Goerke widerspricht Verschwörungstheorie

R. mutmaßt, dass sich die linke Szene gegen ihn und Kandidaten der AfD verschworen hat. “Das passt denen ganz gut, so kurz vor der Landtagswahl.” Er nennt auch den Namen eines ehemaligen Parteikameraden, der nun die Seiten gewechselt habe.

Andreas Goerke widerspricht dem Künzeller bezüglich der gemutmaßten Verschwörung. “Die gibt es nicht”, sagt er. “Auch ist die Person, von der R. spricht, weder Linker noch Mitglied von ‘Fulda stellt sich quer’.” Goerke schätze ihn, weil er auf den Boden der Demokratie zurück gekehrt sei.

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QuelleFoto: Jörn Perske/dpa
Seit August 2016: Redakteur bei move36-Reportage // Oktober 2014 bis September 2016: Redakteur bei fuldaerzeitung.de // April 2013 bis September 2014: Volontär bei Focus Online // Master of Arts Journalismus (Johannes Gutenberg Universität Mainz) // Diplom-Volkswirt (Julius Maximilians Universität Würzburg)