Angst ist ein wichtiges Gefühl, denn sie schützt vor zahllosen Gefahren. Doch wenn Angst sich verselbstständigt, wird sie krankhaft und spürbar belastend. Es ist eine tückische Krankheit unabhängig von Bildungsstand, Alter, sozialem Status und Geschlecht.

Ein Text von Sebastian Krenberger der Hochschule Fulda

Angststörungen können Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung stark einschränken. Man darf sie somit nicht unterschätzen. Laut der BELLA-Kohortenstudie (BELLA = BEfragung zum seeLischen WohLbefinden und VerhAlten), welche Bestandteil der „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ (KiGGS) des Robert Koch-Institutes ist, sind rund 9 Prozent der Jungen (Kinder- und Elternbefragung) sowie zwischen 12 (Elternbefragung) und 21 Prozent (Kinderbefragung) der Mädchen zwischen 7 und 19 Jahren von Angststörungen betroffen. Diese stellen somit den größten Bereich bei den psychischen Auffälligkeiten im Kindesalter dar.

Dabei muss man zwischen Angststörung und Phobie unterscheiden. Angststörungen kennzeichnen sich durch übermäßig ausgeprägte Angstreaktionen. Depressive und zwanghafte Symptome können begleitend auftreten. Bei Phobien haben die Betroffenen große Angst vor Dingen oder in Situationen, in denen bei Menschen ohne Phobie keine Furcht auftritt. Die Übergänge zwischen Ängsten und Phobien sind dabei oft fließend.

Die soziale Phobie bestimmt deinen Alltag

Trennungsängste können das alltägliche Leben stark einschränken. Foto: AnthonyJess / Adobe Stock

Zu den typischen Angstformen gehört die Trennungsangst. Diese ist bis zu einem gewissen Grad normal für Kinder, vor allem, wenn sie das erste Mal länger von den Eltern getrennt sind. Eine Trennungsangststörung kann ab dem dritten Lebensjahr auftreten. Dann ist die Angst vor der Trennung von den Bezugspersonen so groß, dass das alltägliche Leben stark eingeschränkt ist, da beispielsweise der Schulbesuch nicht bewältigt werden kann.

Besonders häufig unter den Angststörungen ist die spezifische Phobie. Kinder und Jugendliche haben dabei eine übermäßige und anhaltende Angst vor bestimmten Objekten, beispielsweise vor Spinnen, Hunden, Gewitter, Blut, Spritzen oder Situationen wie dem Aufenthalt in einem Tunnel oder Fahrstuhl. Gehäuft tritt auch die soziale Phobie zutage. Diese ist durch die unverhältnismäßige Angst vor der Beurteilung durch andere Personen gekennzeichnet, wie sie zum Beispiel in Prüfungs- oder Wettbewerbssituationen auftritt. Oft mündet die Angst in der Vermeidung solcher Situationen. Ein weiterer Aspekt ist der selektive Mutismus, der dazu führt, dass Kinder in bestimmten Situationen oder im Beisein bestimmter Personen zu verstummen scheinen und sich nur noch über Mimik, Gestik und Schrift mitteilen können. Daneben gibt es noch zahlreiche weitere Formen der Angst- und Panikstörungen.

Durch Konfrontation die Angst besiegen

Doch wie kann man unterscheiden, ob ein Kind nur schüchtern und zurückhaltend ist oder eine Angststörung entwickelt, die man behandeln sollte? Wichtige Punkte bei der Einschätzung, ob es sich um eine krankhafte Art der Angst handelt, sind die Altersangemessenheit der Ängste, ihre Dauer und der Grad der Beeinträchtigung durch die Angst. Eine Behandlung sollte erst dann in Betracht gezogen werden, wenn die Ängste die normale Entwicklung des Kindes beeinflussen und Probleme im (Familien-)Alltag hervorrufen. Professionelle Beratung kann dann erforderlich sein.column_text css=”.vc_custom_1548669037916{margin-top: 1px !important;margin-right: 1px !important;margin-bottom: 1px !important;margin-left: 1px !important;padding-top: 1px !important;padding-right: 1px !important;padding-bottom: 1px !important;padding-left: 1px !important;background-color: #e8cba0 !important;border-radius: 1px !important;}”]

Der 7. Osthessische Gesundheitstag findet am 02.02.2019 in der Esperantohalle statt. Organisiert wird er vom Gesundheitsnetz Osthessen, dem Verbund von ca. 150 Ärzten aus der Region. Zahlreiche Aussteller aus Fulda und den angrenzenden Landkreisen bieten gesundheitsbezogene Aktionen an ihren Ständen an. Unter dem Thema „Gesundheit und Lebensqualität“ präsentiert die Hochschule Fulda spannende Projekte in der Waideshalle. Ziel des Gesundheitstages ist es, den Informationsfluss zwischen der Bevölkerung, den Patienten, den Angehörigen und den Gesundheitsdienstleistern zu steigern. Der Eintritt ist frei. Los geht es ab 10 Uhr.

Auf dem Osthessischen Gesundheitstag wird Dr. rer. nat. Jan Pauschardt, Leitender Psychologe der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda, zu dem Thema referieren. Der Vortrag findet um 11.30 Uhr in Saal 1 statt.

empty_space]Quellen: Petermann, F.; Petermann, U. (2017):  Angststörungen. Kindheit und Entwicklung 26 (2): 73–76.

Schneider, S.; Seehagen, S. (2014): Angststörungen im Kindes- und Jugendalter. Pädiatrie up2date 9: 355–368.

Walitza, S.; Melfsen, S. (2016): Angststörungen im Kindes- und Jugendalter. Abgrenzung zwischen beeinträchtigender Störung und Schüchternheit. Monatsschrift Kinderheilkunde 164: 278–287.

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