Im Fuldaer „Bermudadreieck“ wird es anders als geplant keinen Delikatessenladen des Eichenzeller Cateringunternehmens Seven Days geben. Die Stadt Fulda lehnte ein entsprechendes Konzept von Seven-Days-Geschäftsführer Florjan Kamberi ab. Damit steht das markante Gebäude, in dem früher die Galerie „Zum kleinen Mann“ untergebracht war, auch weiterhin leer.

Kamberi, der seit Ende 2015 die „Goldene Krone“ (jetzt: „Il mio Gusto“) im Haus gegenüber betreibt, hatte im Sommer 2017 den „Kleinen Mann“ gepachtet und wollte dort spätestens im November einen Feinkost- und Delikatessenladen eröffnen. Seitdem ist wieder ein halbes Jahr vergangen – und nichts ist passiert. In den letzten Tagen wurden auch die „Seven Days“-Werbeschilder in den Schaufenstern abgehängt. „Ich habe die Immobilie gepachtet und mein Konzept bei der Stadt eingereicht, allerdings keine Konzession bekommen“, sagt Kamberi zu move36. Seitdem habe sich die Stadt ihm gegenüber auch nicht mehr geäußert, es habe aber keine Differenzen gegeben. Die Pläne sind nun endgültig vom Tisch. „Wir planen auch nicht, das Konzept an einem anderen Standort umzusetzen“, sagt er.

Die Satzung der Stadt sagt nein

Seit der „Kleine Mann“ 2015 nach vielen Jahren schloss, klafft im Herzen des Fuldaer Szeneviertels ein Loch. Zwischen Kneipen und Cafés bietet das feine Eckhaus, in dem es früher Geschenkartikel aller Art gab, viel Ladenfläche in bester Lage. Da stellt sich zurecht die Frage: Warum steht es leer? Vor zwei Jahren wollte die Schokoladenmanufaktur Viba sweets aus Schmalkalden ein Schokomuseum mit Café und Museum eröffnen und Workshops geben. Doch Pustekuchen! Die Satzung der Stadt erlaubt dort keinen weiteren gastronomischen Betrieb. Allerdings wurden in den vergangenen Jahren immer wieder Ladengeschäften, in denen man auch essen und trinken kann, Ausnahmen gewährt.

Angesichts der für potenzielle Mieter unbefriedigenden Situation wollte die Stadt eigentlich vor mehr als einem Jahr den Bebauungsplan den aktuellen Bedürfnissen anzupassen und klare Regelungen einzuführen. „Wir wollen das Quartier künftig für Gewerbe jeglicher Art öffnen und ergänzen den Plan um den Begriff Mischbetrieb“, sagte damals Stadtbaurat Daniel Schreiner (parteilos) der „Fuldaer Zeitung“ und stellte Änderungen bis Ende 2017 in Aussicht. Daraus ist offenbar nichts geworden. Auf eine entsprechende Frage der move36-Redaktion gibt sich die Pressestelle der Stadt schmallippig: „Die Vorüberlegungen zu Änderungen im Bebauungsplan wurden bislang nicht konkretisiert.“

Weiter auf der Suche

Das macht die Vermietung der Immobilie in Fuldas Kneipenviertel nicht einfacher. Gibt es nun vielleicht doch noch eine Chance für Viba sweets? Benjamin Venter, bei Viba zuständig für die Expansion des Unternehmens, erklärt, man sei nach wir vor am Standort Fulda interessiert und führe auch entsprechende Gespräche. Spruchreif sei jedoch nichts. Klar ist: Für den „Kleinen Mann“ muss eine Lösung her. Interessenten gibt es in dieser Lage genug. Es kann nicht sein, dass so eine Fläche mitten in der Innenstadt jahrelang leer steht. „Wir sind weiter auf der Suche“, sagt Petra Witzel von der Firma Heurich, der das Haus gehört.

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