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Typisch Fulda: die Kirche und der Dom, die Dominanz der CDU und der Konservativen, deftige Wurst-„Spezialitäten“ wie Flurgönder oder Schwartenmagen. Antworten wie diese hatten unsere Redakteure erwartet, als sie vor ein paar Tagen auf der Straße wahllos junge Leute nach ihrer ganz persönlichen Meinung fragten, was denn charakteristisch für die Region hier sei. Doch das häufigste Wort, das genannt wur- de, war „Heimat“ – und damit war zum einen der beliebte Szenetreff am Buttermarkt gemeint (eine Kneipe vor allem anderen, das ist bemer- kenswert), aber auch das, was wir so gerne mit Sehnsuchtsort oder Lebensmittelpunkt um- schreiben. Oder wie es in der Speisekarte der „Heimat“ steht: „Vertraute Gesichter, bekannte Gerüche, das Gefühl von angekommen sein.“

Fulda als Heimat der U30-Generation, das überrascht, denn noch bis vor ein paar Jahren schien es für junge Men- schen nur eine Richtung zu geben: weit weg aus der Kleinstadt, weg aus der Enge, weg aus der Oldschool. Inzwischen hat sich offenbar etwas verändert: Mit bald 10 000 Studenten, einer gar nicht üblen Kulturszene und attraktiven Unternehmen, die von der tollen Lage mitten in Deutschland wie von einem Magneten angezogen werden, ist Fulda „heimattauglich“ geworden. Und man besinnt sich wieder gern auf das Erbe der Ahnen, die in Jahrzehnten und Jahrhunderten die Stadt zu dem gemacht haben, was sie heute ist.

Wenn also in den nächsten Wochen Fuldas 1275. Geburtstag gefeiert wird, dann solltest du auch mal einen Blick in die Stadtgeschichte werfen und auf all die Leistungen, die hier erbracht wurden. Bedeu- tende Pioniere ihrer Zeit wie der Abt und Universalgelehrte Rabanus Maurus und der in Fulda geborene Nobelpreisträger und Miterfinder der Funktechnik, Ferdinand Braun, sind heute vor allem bekannt, weil große Schulen ihren Namen tragen. Doch es gibt soviel mehr zu entdecken. Und es gibt auch die Geschichten, die nicht in den Geschichtsbüchern auftauchen – skurrile und zu belächelnde, aber auch drastische und widerwärtige. Warum es eine Zeit gab, in der Frauen nicht in die Stadt durften, und vieles mehr, was move36-Redakteur Daniel Beise mit Stadtkennern und Historikern zusammengestellt hat, liest du ab Seite 60.

Zur Realität in Fulda gehört heute auch, dass Ärzte hier keine Abtreibungen vornehmen. Warum das so ist, hat Redakteur Toni Spangenberg recherchiert – und stieß auf eine Mauer des Schweigens. Offiziell will niemand über das heikle Thema re- den, unter Medizinern herrscht Angst, geächtet zu werden. In konservativen Kreisen klopft man sich auf die Schulter, sieht das als Pluspunkt für unsere Heimat. Andere halten genau das für reaktionär, weltfremd und herzlos gegenüber Frauen, die sich in einer Notlage befinden. Tonis Report liest du ab Seite 8. Er verdeutlicht vor allem auch eins: Fulda ist längst keine Insel der Glückseligkeit mehr, wie es früher gern hieß. Fulda kennt all die Schicksale und Probleme, die Menschen auch anderswo in der Republik beschäftigen.

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