[vc_row][vc_column][vc_column_text]Während der Schulzeit sieht man seine Freunde fast täglich. Doch danach? Schule fertig, Freundschaften auch? Vieles verläuft sich einfach zwangsläufig. Doch ist das ein Naturgesetz? Lohnt es sich nicht, etwas Energie in die Kontakte zu alten Freunden zu stecken? Unsere Redaktion erzählt von ihren eigenen Erfahrungen und Geschichten. Haben sich ihre Freunde bis heute gehalten?
Julia
Seit der Grundschule kenne ich meine zwei besten Freundinnen. Wir sind gemeinsam aufs Gymnasium gegangen und waren bis zum Abi immer in einer Klasse. Wir haben eigentlich alles miteinander erlebt, die erste Party, den ersten Kuss, das erste Mal Urlaub ohne Eltern. Nach der Schule veränderte sich natürlich einiges, wir zogen zum Studieren in unterschiedliche Städte. Wir sehen uns jetzt nicht mehr jeden Tag, jede Woche und manchmal nicht mehr jeden Monat. Aber wenn wir dann mal wieder alle zuhause sind, fühlt es sich an wie früher. Ansonsten hat sich die Clique aber sehr schnell verkleinert. Mit vielleicht zehn Freunden von damals habe ich manchmal noch Kontakt.
Daniel
Kürzlich ist mir beim Ausmisten unsere Abizeitung in die Hand gefallen. Die Bilder, die Grüße meiner Schulfreunde an mich, was ich so geschrieben - alles sehr amüsant. Erinnerungen kamen hoch. Schade eigentlich, dass alles so schnell auseinander ging, musste ich sofort denken. Einer guten Freundin von damals - wir hatten ziemlich schnell einen Narren aneinander gefressen, wie sie es so schön in ihrem Gruß formuliert hat, habe ich gestern ein Foto von eben diesem Gruß geschickt, mal gehorcht wie’s so geht und gesagt, dass es toll wäre, sich mal wieder zu sehen. Mal schauen, was zurückkommt. Das letzte Mal haben wir vor vier Jahren geschrieben.
Ansonsten ist mein wirklich enger Freundeskreis vor allem abseits der Schule entstanden, da ich nicht in meiner Heimatstadt, sondern ein paar Orte weiter auf einem Gymnasium war. Der Kern besteht noch bis heute als feste Clique - wofür ich sehr dankbar bin. Dass sich Freundschaften so eng auf Dauer halten, ist nichts Selbstverständliches. Praktisch ist da natürlich, dass alle noch in Gießen sind, beziehungsweise ich halt in Fulda. Auch keine Weltreise. Marvin, einer aus dem Kreis, kenne ich seit fünften Klasse. Gute Kumpels wurden wir eigentlich erst in der Oberstufe. Nach dem Abi hatten wir ein paar Jahre keinen Kontakt, als er in Darmstadt war. 2014/15 haben wir knapp ein Jahr mit einem weiteren guten Kumpel zusammen gewohnt und sind dicke wie eh und je, wenn wir uns sehen. Einfach super.
Zu einem wirklich guten Freund seit der fünften Klasse, der auch zur Clique gehörte, ist der Kontakt ungefähr sechs Jahre nach dem Abi nach und nach leider abgebrochen. So ist das, wenn jeder ganz woanders seinen Weg findet. So auch eine gute Freundin aus der Schulzeit - aber wir schaffen es, ein paarmal im Jahr zu schreiben. Nur uns zu treffen, haben wir dieses Jahr noch nicht geschafft. Hat man wirklich Interesse, Zeit und Energie, kann man Kontakte aufrechterhalten - bei dem einen oder anderen lohnt es sich vielleicht.
Mariana
Es sind nur noch wenige Freunde aus der Abizeit, die ich wirklich regelmäßig sehe. Aber ein paar der Freundschaften sind dafür heute umso enger. Eine Freundin begleitet mich tatsächlich seit unserer Kindergartenzeit, was mich wirklich stolz macht. Denn wir kennen uns schon so lange, haben völlig unterschiedliche Freundeskreise, aber wir schaffen es, uns alle paar Monate zu treffen und regelmäßig zu schreiben.
Aus unserem Abijahrgang gibt es so einige Grüppchen, die nach wie vor eng miteinander befreundet sind. Spannend fand ich es aber, als wir unser zehnjähriges Abi-Treffen veranstaltet haben. Wir haben versucht, wirklich jeden zu erreichen. Einige waren wie vom Erdboden verschluckt. Einen Mitschüler habe ich sogar über fünf Ecken über seinen neuen Arbeitgeber ausfindig gemacht und war erst mal gar nicht sicher, ob er es wirklich ist. An dem Abend dann kam fast der ganze Jahrgang wieder zusammen. Doch mit einem Highlight haben wir alle nicht gerechnet. Denn auch unsere Lehrer hatten wir alle eingeladen, und alle haben abgesagt, weil ein Kollege am selben Abend einen runden Geburtstag feierte. Tief in der Nacht klopfte es aber an der kleinen Kneipe, die wir für unser Fest gemietet hatten. Und alle Lehrer standen vor der Tür. Sie waren geschlossen von ihrer Party auf ein Hallo zu uns hinübergewandert. Da floss so manche Freudenträne.
Sascha
Felix
Josephin
Toni
Constanze
Wir waren immer eine Gruppe mit sieben Mädels. Heute ist der Kontakt zu einigen komplett weggebrochen, weil viele nach dem Abi ins Ausland gegangen sind oder studieren. Den stärksten Kontakt habe ich nur noch mit meiner besten Freundin. Bei anderen Schulfreunden ist immerhin ab und zu ein flüchtiger Smalltalk drin, wenn man sie auf der Straße trifft.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]