Der Stress und das Zittern während der vergangenen Woche haben sich gelohnt. Organisator Sascha Ruppert ist mehr als zufrieden mit der dritten Auflage des Haune-Rock in Odensachsen. In den Tagen vor dem Start ist er jedoch mehrfach gefragt worden, ob das Festival dieses Jahr abgesagt wird.
Als auf dem Haune-Rock 2018 die letzten Brötchen gegessen waren und der Festplatz in Odensachsen vollkommen geräumt gewesen ist, konnte Sascha Ruppert erst einmal durchschnaufen. Ab zu den Schwiegereltern und ein paar Bier auf das gelungene Festival bei Mörderhitze trinken. „Nach zwei Flaschen waren wir aber alle schon richtig platt“, erzählt der Organisator des Festivals move36 im Rahmen des Haune-Rock 2019. Das Event hatte am ganzen Team ordentlich gezehrt.

Dieses Jahr dürfte es Sascha nicht anders gehen. Von Hitze blieben die Veranstalter und die Besucher bei der dritten Auflage des Festivals zwar verschont. Dafür hat es teilweise ziemlich geschüttet.

Aussichten verunsichern Haune-Rock-Fans

Die Woche vor dem Beginn des Events ist für Sascha kein Zuckerschlecken gewesen. Die Wetterdienste meldeten für das gesamte Wochenende Regen und Gewitter. Was für ein Mist. Kann ja keiner wissen, wie viel es wirklich schütten, wie heftig es donnern und blitzen würde. „Mich haben einige Leute auf Facebook angeschrieben und gefragt, ob das Haune-Rock abgesagt wird“, sagt Sascha. Das Festival ist zwar erst drei Jahre alt. Dennoch hat es bereits über die Region Osthessen hinaus Fans gewonnen. Dieses Jahr kamen Besucher aus Göttingen, Aschaffenburg oder den Niederlanden. Manche sind bereits das dritte Mal dabei gewesen.

Am Freitag schaut es dann schließlich endgültig gut aus für das Festival. Klar, Regen – und ein paar Blitze irren am Himmel umher. Eine Absage steht da aber nicht im Raum. Für die Besucher gilt es halt, entweder ungeschützt dem Regen zu trotzen, oder sich etwas einfallen zu lassen. Während des Auftritts der Band Mandowar, die mit ihren Mandolinen sehr eigene Interpretationen von Metal-Klassikern wir „Fear of the dark“ von Iron Maiden auf die Bühne zaubern, schnappen sich zwei Gruppen Plastikplanen und spannen sie über ihre Köpfe.

Radio Havanna fackeln nicht lange

Bereits vor den Mandolinen-Rockern hatten die Punk-Rocker von Radio Havanna einen beachtlichen Auftritt am Freitagnachmittag in Odensachsen. Mit Pyrofackeln ließen die Suhler es auf und abseits der Bühne brennen. Zwischendurch verteilten sie ein paar „Pfeffi“ an die Crowd. Am Ende regnete es bunte Papierschnipsel vom Himmel.Zu diesem Zeitpunkt ist Organisator Sascha heilfroh, dass alles so gut läuft – und dass die Zuschauer mitziehen. Vor dem Auftritt der Band Thunder Mother steigt er auf die Bühne und richtet sich an die Haune-Rock-Fans: „Es ist echt Wahnsinn, was ihr hier trotz des Wetters macht.“

Thunder Mother sind dann eines der Hightlights der 2019er Auflage des Festivals. Sowohl für Sascha, als auch für viele Besucher, mit denen wir gesprochen haben. Echter Hardrock eben. Die Band aus Schweden besteht ausschließlich aus Frauen. Wer nicht in Odensachsen gewesen ist, hat dieses Jahr noch einmal die Chance, sie in der Region live zu sehen. Mitte August treten Thunder Mother auf dem Rhön-Rock in Hünfeld-Oberfeld auf.

Killerpilze surfen auf dem Haune-Rock

Am Samstag ist schließlich Tag der großen Namen auf dem Haune-Rock 2019. Als vierte Band treten am Abend Extrabreit auf. Die Jungs – oder Herren –  sind während der Zeit der Neuen Deutschen Welle so richtig bekannt geworden. An sich handelt es sich aber um Alt-Punk-Rocker. Einer ihrer Hits: „Hurra, hurra die Schule brennt“.

Als anschließend die Killerpilze, die sich „Die gefährlichste Band der Galaxie“ nennen, auftreten, kocht die Crowd. Frontman Jo Halbig surft zwischenzeitlich auf dem Publikum. „Die haben zwei Songs gebraucht, und schon hatten sie das Publikum im Griff“, sagt Sascha. Den Abschluss des Haune-Rock 2019 machen Samstagnacht One Step Closer, eine „Linkin Park“-Tribute-Band. Für Organisator einer der absoluten Höhepunkte des Festivals – als absoluter Fan der us-amerikanischen Nu-Metal-Band. Mit einem Feuerwerk setzen die One Step Closer den knallenden Schlusspunkt des Festivals.

2020 wird noch größer

Sascha Ruppert ist mit der dritten Auflage des Haune-Rock mehr als zufrieden. Trotz des schlechteren Wetters seien mehr Leute als 2018 gekommen, sagt er. „Wir haben für jeden Tag etwa 1000 Tickets verkauft.“

Die Planungen für 2020 haben derweil schon vor einigen Wochen begonnen. Was genau die Besucher dann erwartet, verrät Sascha noch nicht. Das Festival werde jedoch größer werden, sagt er – und hat dabei die Bands, die auftreten werden, im Blick.

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