Die vierköpfige Band Junkyard Jesus bringt in knapp anderthalb Wochen ihr erstes Album raus. Das feiern die Fuldaer Herzblut-Musiker mit einem Release-Konzert am Donnerstag, 13. Dezember, in der Jugendkulturfabrik in Fulda. Das ist zugleich auch Auftakt ihrer Mini-Tour.

Ein Text von Christiane Hartung

Harte Gitarrenklänge flirren durch die zigarettenrauchhaltige Luft. Roter Filz an den Wänden, auf dem Boden ein ausgetretener Teppich – und mittendrin die Jungs von Junkyard Jesus. Irgendwo am Stadtrand Fuldas proben die Vier, damit alles für ihren Auftritt auf Punkt sitzt. Schließlich wollen sie für den Tour-Auftakt gerüstet sein.

Seit Anfang 2016 spielen Heino (Lead-Vocals, Gitarre), Norman (Lead/­ Rhythm-Gitarre, Back-Vocals), Al (Bass, Backing-Vocals) und Maul (Drums) alias Junk­yard Jesus zusammen. Kreativer Kopf des Ganzen ist zum großen Teil Sänger Heino, der eigentlich als Tätowierer tätig ist. Immer wieder hat er Ideen, die dann interaktiv in der Gruppe zu fertigen Songs verarbeitet werden.

“Das ist so ein Urban-Ding”

Entstanden war die Band aus der ein paar Jahre zuvor aufgelösten und lokal recht bekannten Schweinerock-Combo Rock Cock Rodeo. Nach dem Ende waren die Mitglieder teils in anderen Genres unterwegs – von Blues und Rock über Hardcore bis zum Black Metal.

„Irgendwann haben wir angefangen, zusammen zu jammen und herumzuexperimentieren“, weiß Norman, der als freier Veranstaltungstechniker arbeitet. „Daraus sind dann die ersten ernsthaften Lieder entstanden.“ Bald brauchten sie einen Namen für ihr neues Band-Projekt. „Wir haben herumrangiert und dann kam Heino mit ‚Junk­yard‘ um die Ecke“, erinnert sich der Lead-Gitarrist. „Jesus“ habe allerdings nichts mit der katholisch geprägten Heimat zu tun. Es klinge zusammen einfach nur sehr gut. „Junk­yard – das ist so ein Urban-Ding: ein abgerissener Typ, der trotzdem recht charismatisch rüberkommt“, ergänzt Bassist Al. Eigentlich Gegensätze. Doch genau das schafft Junkyard Jesus: sie zu vereinen. „Jeder hat sein Genre und viele verschiedene Nuancen in die Musik einfließen lassen“, verrät der Veranstaltungstechniker. Aber so sprechen die Jungs auch ein breites Spektrum an.

„Es hat sehr an den Nerven gezerrt“

Das Album „Resurrected For A Glorious Fuckup“ haben die Fuldaer in Eigenregie selbst in ihrem Proberaum aufgenommen. „Wir haben Blut, Schweiß und Tränen hineingesteckt“, sagt Norman. Und Drummer Maul erklärt: „Es hat sehr an den Nerven gezerrt.“ Ob sie mit dem Ergebnis zufrieden sind? „Wir sind relativ froh, dass wir uns die Musik anhören können, ohne schlechte Laune zu bekommen“, schiebt Al mit einem Grinsen hinterher.

Relativ entspannt wirken die Musiker, die ihre Band mehr als Hobby betrachten und sogar schon mit der US-Band Electric Six auf der Bühne gestanden haben. Denn die Amerikaner sind so bekannt, dass sie mit einem Song sogar schon in der Kultserie Simpsons einen Auftritt hatten.

Release-Gig in der Jugendkulturfabrik

Und wenn die Jungs an ihren Release-Gig in der Jugendkulturfabrik denken? Der zaubert ihnen umso mehr ein Lächeln in die bärtigen Gesichter. „Eigentlich sollten wir als Vorband auftreten, aber als Mario von Neurotox mitbekommen hat, dass wir unser erstes Album herausbringen, hat er uns kurzerhand zum Headliner gemacht. Das ist ein unglaublich netter Zug“, schwärmt Norman. Zusammen mit Neurotox und den Helden Schwarzer Tage geht es von dort aus dann auf Mini-Tour nach Erfurt, Drei Gleichen und Lübeck in einem Night­liner. Aber zuvor machen sie aus ihrem ersten gemeinsamen Auftritt in Fulda eine richtig fette Release-Party mit Tombola.

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