Die Schere am Ausbildungsmarkt in der Region Fulda geht immer weiter auseinander. Bis Ende März wurden der Arbeitsagentur 2531 Ausbildungsstellen gemeldet. Damit wurde zur Halbzeit des Berufsberatungsjahres ein Allzeithoch erreicht. Demgegenüber wurden von der Berufsberatung bisher 1096 Bewerber registriert. Somit kamen rechnerisch 2,3 Lehrstellen auf einen Bewerber.  

Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda 

Anfang April analysierten die regionalen Netzwerkpartner im Rahmen der Ausbildungsmarktkonferenz die aktuelle Lage und Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt. Teilnehmer waren die Agentur für Arbeit, Stadt und Landkreis Fulda, die Industrie- und Handelskammer, die Kreishandwerkerschaft sowie der Deutsche Gewerkschaftsbund und das Staatliche Schulamt.

„Die Unternehmen wollen ihren Fachkräftebedarf für die Zukunft sichern und haben uns seit Herbst insgesamt 2531 Ausbildungsstellen für das kommende Ausbildungsjahr gemeldet. Dies sind nochmals 235 Stellen mehr als im Jahr zuvor“, erklärte Waldemar Dombrowski, Leiter der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda, im Rahmen der Ausbildungsmarktkonferenz in Fulda. Die besondere Lage in der Region wird auch im Hessenvergleich deutlich, denn landesweit ist das Verhältnis zwischen Bewerbern und Ausbildungsstellen in etwa ausgeglichen. „Wer sich eine Ausbildungsstelle in einem seiner bevorzugten Berufe sichern will, der hat gerade in der Region Fulda eine große Auswahl. In nahezu jedem Bereich übersteigt die Anzahl der Ausbildungsstellen die der Bewerber“, waren sich die Konferenzteilnehmer einig. Gesucht werden unter anderem 96 angehende Kaufleute im Einzelhandel, 67 Kaufleute Büromanagement und 49 Elektroniker. Aber auch Schornsteinfeger, Industriekaufleute und diverse Duale Studiengänge sind noch zu besetzen.

Erfahrungsgemäß ist der Ausbildungsstellenmarkt bis in die Sommerferien hinein in Bewegung. Die Schüler der Abgangsklassen lassen sich tendenziell mehr Zeit mit der Berufswahlentscheidung. Bewerbungen gehen bei den Betrieben zum Teil auch noch kurz vor den Sommerferien ein. Sowohl die Industrie- und Handelskammer als auch die Kreishandwerkerschaft Fulda gehen davon aus, dass sich die Anzahl der Ausbildungsverträge bis September in etwa auf dem Niveau des Vorjahres einpendeln wird. Insgesamt dürften jedoch zahlreiche Lehrstellen vakant bleiben.

 „Mentoren-Programm“ für junge Flüchtlinge

Potenzial sehen die Konferenzteilnehmer in der Gruppe der jungen Flüchtlinge. Unter den 1096 Bewerbern um eine Ausbildungsstelle befinden sich knapp 90 Personen mit Fluchthintergrund. Zur Unterstützung dieser jungen Menschen wurde im Rahmen der Ausbildungsmarktkonferenz der Startschuss zum „Mentoren-Programm“ gegeben. Dieses Projekt des Landkreises Fulda, das in Kooperation mit Arbeitsagentur, IHK und Kreishandwerkerschaft entstanden ist, will durch eine Art Paten-System Ausbildungsabbrüchen entgegenwirken. Landrat Bernd Woide sieht darin einen guten Weg, Betriebe, die junge Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund ausbilden, eine besondere Unterstützung anzubieten.

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