[vc_column_text]Sind Neonazis die einzigen Extremisten? Was ist Extremismus? Und was kann man tun, wenn man in eine extremistische Gruppe hineinrutscht? Diese Fragen wurden Schülern, Lehrern und Eltern der Bardoschule Fulda am Mittwochabend beantwortet.

Dr. Carsten Rauch und Lara Meurer vom Landesamt für Verfassungsschutz Hessen (LFV) und die Diplom-Pädagogen Torsten Niebling und Christina Dethloff von der Organisation „Die rote Linie-Pädagogische Fachstelle Rechtsextremismus“ informierten die Teilnehmer über Extremismus und Präventionsarbeit. Veranstaltet wurde der Abend vom Elternbeirat der Bardoschule.

„Radikalisierung ist eine zunehmende Hinwendung von Personen oder auch Gruppen zu einer extremistischen Denk- und Handlungsweise.“ Mit dieser Definition stieg Lara Meurer vom Landesamt für Verfassungsschutz Hessen in die Thematik Extremismus ein. Eine Radikalisierung sei ein Prozess, der mit der Identifizierung mit einer extremistischen Gruppe beginnt, über die Ideologisierung, das Übernehmen der Ideologie und mit der Entfaltung der Ideologie endet. Extremistische Gruppierungen sind neben Rechts- und Linksextremen auch Islamisten und Antisemiten. Dr. Carsten Rauch vom LFV Hessen stellte die unterschiedlichen Gruppen von Rechtsextremisten vor. Er erklärte in diesem Zusammenhang: „Jeder Nazi ist ein Rechtsextremist, aber nicht jeder Rechtsextremist ist ein Nazi. Das bedeutet, dass jemand, der sich vom Nationalsozialismus abwendet, rechtsextrem sein kann.“

Lara Meurer und Dr. Carsten Rauch

Torsten Niebling

Linksextremisten setzen sich erst einmal gegen rechtsextremistisches Denken ein. Aber eigentlich ist das Ziel der Linksextremisten die vollständige Beendigung des Kapitalismus,  Abschaffung des Staates und unserer Form der Demokratie”, sagte Meurer “Gewalt gegen Staatseigentum, Geschäfte, die Teil des Kapitalismus sind, und Staatsdiener ist daher für Linksextremisten gerechtfertigt.” Dennoch müsse zwischen dogmatischen Linksextremisten und Autonomen unterschieden werden. Nicht jeder Linksextremist sei gewaltbereit.”

Christiane Dethloff

“Neben politisch orientierten Extremismus sprachen Rauch und Meurer auch über Islamismus und Antisemitismus. Islamistische Extremisten setzen sich dabei radikal für eine Ordnung ein, in der der Mensch nach Gottes Geboten leben muss und missbrauchen dazu die Religion für politische Zwecke. Dabei schrecken auch diese Extremisten nicht vor Gewalttaten zurück. Antisemitismus in verschiedenen Varianten wiederum stelle sich gegen das Judentum. “Antisemitismus kann man kurz als `Feindschaft gegenüber Juden als Juden` definieren”, sagte Rauch.

Der Prozess der Radikalisierung sei häufig schnell. Wie man aus einem solchen Prozess herausfindet oder nicht erst hineinrutscht, erklärten die Diplom-Pädagogen Torsten Niebling und Christiane Dethloff. Niebling gründete 2010 die Organisation „Die rote Linie-Pädagogische Fachstelle Rechtsextremismus“, die vor allem Jugendliche von dem Einstieg in extremistische Gruppierungen oder Gedankenwelten abhalten soll. „Wir arbeiten sehr nah mit den Auffälligen zusammen. Häufig landen Jugendliche in extremistischen Gruppierungen, weil sie dort ein Gefühl von Zugehörigkeit empfinden, was sie vielleicht in der Schule oder in der Familie nicht erfahren. Und genau da muss man anknüpfen“, erklärte Dethloff. Hierbei werde nicht nur an Schulen, sondern auch in Jugendvollzugsanstalten Präventionsarbeit geleistet.[/vc_column_text]

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