In gut einem Monat wird Fulda erneut Treffpunkt von Neonazis. Dann marschiert „Der III. Weg” durch die Stadt. Die Nationalsozialisten können mit Protest von Fuldaern rechnen.

Für den 16. Februar hat „Der III. Weg“ eine Demonstration in Fulda angekündigt. Die rechtsextreme Kleinstpartei sagt, sie wolle mit dieser Aktion der Opfer der Bombardements auf deutsche Städte während des Zweiten Weltkriegs gedenken. Dabei bedient sie sich der Wortwahl der NSDAP und der zu dieser Zeit gleichgeschalteten Medien. „Der III. Weg“ spricht von „Luftgangstern“ und „Terror“.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Neonazi-Partei in Fulda blicken lässt. Im August 2017 sind Mitglieder aus ganz Deutschland mit Trommeln und rechtsextreme Parolen skandierend durch die Stadt gezogen. Damals standen ihnen zahlreiche Gegendemonstranten gegenüber. Das könnte dieses Mal genauso sein.

26.08.2017: Hunderte demonstrieren in Fulda gegen "Der III. Weg"

Protest gegen Demo von “Der III. Weg” in Fulda geplant

„Wir haben als ‚Fulda stellt sich quer‘ noch am 30. Dezember eine Kundgebung und eine Demonstration angemeldet“, sagt Andreas Goerke, Vorsitzender des antirassistischen Bündnisses. Am Tag vor Silvester waren 10 bis 20 Neonazis vom „III. Weg“ durch Fulda marschiert und hatten einen „deutschen Nationalsozialismus“ gefordert. „Jetzt wollen wir gemeinsam mit allen Organisationen, Verbänden, Parteien, Vereinen und Einzelpersonen den friedlichen Prostest in Fulda organisieren“, sagt Goerke.

Am Mittwoch haben sich “Fulda stellt sich quer” und Unterstützer in der L14 Zwo in der Lindenstraße in Fulda zu einem ersten Planungstreffen für den Protest gegen den “III. Weg” versammelt. Goerke geht davon aus, dass Fulda die größte Nazi-Demo erleben werde, die die Stadt in den vergangenen Jahren gesehen hat – in einer anderen Größenordnung als 2017. Damals sind etwa 100 Neonazis durch Fulda marschiert.

Die Demo von “Der III. Weg” am 16. Februar wird unter dem Motto “Ein Licht für Dresden” laufen. Sie ist jährlich eine zentrale Veranstaltung der Nazipartei. Es könnte sein, dass Hunderte Rechtsextreme – auch aus dem Ausland – an der Demo teilnehmen werden.

Neonazi-Demo bis in die Nacht?

“Die Stadt wird an diesem Tag eine Festung sein”, erwartet Goerke von “Fulda stellt sich quer”. “Es wird eine große Polizeipräsenz geben. Einzelne Straßen dürften gesperrt sein. Wir können uns auf einen langen Tag einstellen. Die Organisatoren der Gegendemo rechnen damit, dass die Neonazis ab Nachmittag bis in die Nacht in Fulda demonstrieren werden.

Goerke möchte es dem “III. Weg” so schwer wie möglich machen, in der Stadt sein Programm durchzuziehen. “Wir haben eine Demo mit großer Route geplant”, sagte er am Mittwoch. “Außerdem werden wir ab 14 Uhr auf dem Uniplatz sein. Die Zeit, die wir dort haben, müssen wir mit Leben füllen.” Goerke hofft zudem, dass auf dem Platz Unterm Heilig Kreuz Veranstaltungen stattfinden, damit dieser für die Neonazis blockiert ist. Der Platz könnte Ziel der Rechtsextremen sein. Während der Nazi-Diktatur hieß er Adolf-Hitler-Platz.

“Kein Platz für braunen Schrott in Fulda”

Für den Abend des 16. Februar schwebt den Organisatoren des antirassistischen Protests eine Abschlusskundgebung mit der Stadt vor. “Wir verlangen, dass sich die Stadt, die Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung – abgesehen von den Republikanern – und der OB zu uns stellen”, sagt Goerke. “Zu denen, die immer gegen Rechts auf die Straße gehen.”

Bereits im September 2018 hatten 40 Bündnisse, Verbände und Parteien eine Kundgebung gegen Rassismus abgehalten (siehe Video). Unter dem Motto „#wirsindmehr – wir sind Fulda“ hatten sich Hunderte Menschen den gesamten Tag über auf dem Uniplatz versammelt. “Da haben wir gezeigt, dass in Fulda kein Platz für braunen Schrott ist”, sagt Goerke.

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