Seien wir mal ehrlich: Eigentlich hätten sie jeden Tag ein dickes “Danke!” verdient – unsere Mütter. Die meisten jedenfalls. Der Muttertag ist dennoch eine gute Gelegenheit, ihnen die Wertschätzung zu geben, die sie mehr als verdient haben – sei es in Form von Geschenken, Zeit oder dieser Zeilen.

Als mein Bruder und ich noch Pimpfe waren, ist mein Vater mit uns samt Hund früh morgens am Muttertag oft spazieren gegangen, um ihr einen Blumenstrauß zu pflücken. Anschließend haben wir Frühstück gemacht und es ihr, wenn sie als Frühaufsteherin überhaupt noch im Bett lag, ab und an auch mal ans Bett gebracht. Eine kleine Geste, über die sie sich aber immer riesig gefreut hat. Das war’s dann auch schon mit Muttertags-Ritualen bei uns. Hilfe im Garten oder Ähnliches war und ist ohnehin immer selbstverständlich.

Schenken macht Freude

Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA entstanden, hat ihn 1922/23 hierzulande der Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber mit Plakaten und kleineren Werbekampagnen etabliert. Eigentlich gebe ich nicht viel auf solche Tage, die kommerziell so ausgeschlachtet werden – wie auch der Valentinstag. Und irgendwelchen kitschigen Muttertags-Schnickschnack möchte sie ohnehin nicht, “geb dein Geld sinnvoller aus”, würde sie sagen.

Doch in den vergangenen Jahren und seitdem auch das Konto nicht mehr auf dem letzten Loch pfeift, macht es mir mehr Spaß zu schenken, eine Freude zu machen – aber nur mit Dingen, an denen sie lange Spaß hat oder sie wirklich braucht. Vor zwei Jahren kam zum Beispiel “Lebenslänglich”, das aktuelle Album der Kölschrockband Bap, heraus, die sie gerne in Mußestunden hört. Das hat super gepasst zum Muttertag.

Danke, danke, danke!

Und dieses Jahr sage ich ihr, und natürlich auch meinem Vater, auf diesem Weg einfach mal danke. Danke für die bedingungslose, aufopferungsvolle Liebe. Danke für diese tolle, unbeschwerte Kindheit, von der ich heute weiß, dass sie längst nicht überall selbstverständlich ist. Danke, dass du mir einen Bruder geschenkt hast, der auf Lebenszeit mein bester Kumpel sein wird. Danke für deine, für eure elterliche Geduld mit mir als Teenie, als ich kaum was anderes als skaten im und lange Haare auf dem Kopf hatte. Danke für die vielen Arschtritte und die liebevolle Strenge, ohne die ich mein Abi vermutlich ein Jahr später gemacht hätte. Danke für eure Unterstützung im Studium und dass wir auch heute noch immer auf sie zählen können, wenn wir sie brauchen. Danke für eure Nachsicht und dass wir uns immer wieder schnell vertragen haben, egal wie scheiße ich mich ab und an auch mal aufgeführt habe. Danke für deine Power und deinen immer währenden Tatendrang, Dinge selbst in die Hand zu nehmen, ohne den ich vielleicht eine lahmarschige Transuse geworden wäre, die nichts anpackt. Danke, dass du dich nach wie vor immer sorgst. Wie heißt es schön: einmal Mutter, immer Mutter.

Es gebe noch so viel zu sagen. Doch du weißt, was ich meine: Danke, dass du da bist! Allen Müttern einen schönen, entspannten Tag – so wie ihr ihn euch wünscht!

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QuelleFoto: Pixabey
Die Autoren:

Daniel Beise

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Nachrichtenjunkie bei move36 mit Vorliebe für spitzzüngige Kolumnen.