[vc_single_image image=”6187″ img_size=”full” add_caption=”yes”][vc_column_text]Historisch, unglaublich, enttäuschend, fatal, gravierend – sind nur einige der starken Adjektive, mit denen der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union dieser Tage beschrieben wird. Seit heute Morgen ist klar: Die traditionell europaskeptischen Briten haben mit einer knappen Mehrheit von 52 Prozent für den Brexit gestimmt. Die Folgen sind bislang kaum abzusehen, die Reaktionen von dramatisch bis witzig. 

Mit dem Volksentscheid ist der Austritt Großbritanniens noch lange nicht in trockenen Tüchern. Zunächst muss das Vereinigte Königreich nach Artikel 50 des EU-Vertrags den Austritt schriftlich erklären. Das anschließende bürokratische Prozedere wird dann mindestens zwei Jahre dauern, bis das Land den EU-Binnenmarkt verlässt. Während dieser Zeit kann England rechtlich jederzeit vom Brexit zurücktreten und in der EU bleiben. Hinzu kommen zähe Verhandlungen über andere Freihandelsabkommen.

Ein Schwergewicht geht dahin

Klar ist, dass die EU eines seiner politischen, wirtschaftlichen, militärischen und kulturellen Schwergewichte verliert. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der EU mit einem ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat und Nummer drei in Punkto Bevölkerungszahl geht dahin, die EU bleibt jedoch der wirtschaftsstärkste Staatenbund weltweit. Künftig zählt er nicht mehr gut eine halbe Milliarde Menschen, sondern nur noch 444 Millionen in dann 27 Staaten. Da die EU vorwiegend eine Wirtschaftsunion ist, werden hier die Folgen am deutlichsten sein: Nach einer Studie der Großbank HSBC könnte der britische Pfund um 20 Prozent einsacken, was die Verbraucherpreise verteuern würde. Was genau passiert, kann allerdings bislang niemand sagen; das hängt ganz von den anstehenden Verhandlungen ab.

Schwächelt die Wirtschaft, würde sich das beispielsweise direkt auf das Reiseverhalten auswirken. Der Urlaub ist oft das Erste, woran Menschen sparen. Zudem sagen ein Drittel der Deutschen einer Umfrage des Reiseportals Zootravel zufolge, dass sie nach einem Brexit weniger Lust auf einen Urlaub im Vereinigten Königreich hätten. Fällt die britische Währung, wären Urlaube in England zwar günstiger, die Flüge könnten allerdings teurer werden, da das Land den Flugverkehr neu verhandeln muss. Komplizierter wird ein Trip ins Königreich wohl eher nicht: Es gilt als unwahrscheinlich, dass EU-Bürger künftig ein Visum für eine Reise brauchen.

Von Mahnungen bis Liebesbekundungen

In den vergangenen Tagen gab es international zahlreiche Appelle, Mahnungen und zuweilen Liebesbekundungen an die Briten, doch der EU nicht den Rücken zu kehren. Der britische Moderator und Satiriker John Oliver hat die Folgen eines Brexits vor ein paar Tagen in gewohnt spitzzüngiger und witziger Manier zum Besten gegeben:

“Damn, ein schlechter Tag für Europa”

Dann heute Morgen der Schock, der durch Europa geht. Die Reaktionen von dramatisch über zustimmend bis humorvoll. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel twittert: “Damn, Ein schlechter Tag für Europa!” Der Moderator im Deutschlandfunk ist spürbar erschrocken, dass die Briten sich wirklich von Europa abwenden. “Gott stehe unserem Land bei”, schreibt der ehemalige Chef der britischen Liberalen Paddy Ashdown. Die AfD Berlin macht in den sozialen Medien ordentlich Stimmung für den Brexit, meint, es wäre ein Grund zum Feiern und postet unverständlicherweise: “Das sind die Momente, in denen man einfach nur stolz ist, Europäer zu sein.” Große Fragezeichen, was diese Aussage eigentlich bedeuten soll. Als Europäer stolz darauf, dass sich Europa spaltet, oder wie?!

Satiriker Jan Böhmermann fragt auf Twitter – frech wie immer: “Hat eigentlich schon mal jemand Nationalismus in Europa ausprobiert? Woher wissen denn alle, dass das angeblich so eine Scheißidee ist?” Die Satiresendung extra3 hört sich auf ihrem Redaktionsflur um, wer den besten Brexit-Gag hat. Antwort: Die Engländer. Und ein User überlegt, was uns noch erwartet:

[/vc_column_text][vc_single_image image=”11020″ img_size=”full” add_caption=”yes”][vc_column_text]Weitere Reaktion findest du auf das beste aus Social Media. Nun werden sich in den kommenden Tagen viele mit Spekulationen, Hintergründen, Kritiken und Witzen überschlagen. Es bleibt aber noch ein paar Tage mehr abzuwarten, was dieser Verlust eines starken Partners in der EU konkret für die Staaten und seine Bürger bedeutet.[/vc_column_text]

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