Wenn ich zehn Jahre in die Zukunft denke, wird mich die Frage, wie ich meine Kinder nennen will, bestimmt intensiver beschäftigen als heute. Trotzdem rede ich immer wieder mit meinen Freunden über das Thema. Meine Kinder heißen einmal …

Ein Text von Julia Weber

Mit einem Namen gibt man seinen Kindern etwas mit, das sie ein Leben lang begleitet. Dein Name beeinflusst dein Leben mehr als du denkst. So kann der Name zum Beispiel bei einem Bewerbungsgespräch entscheidend sein. Ein Mensch mit gewöhnlichem Namen wird eher eingestellt als ein gleich qualifizierter mit ausgefallenem Namen. Das haben Forscher der US-amerikanischen Marquette-Universität herausgefunden.

Mit acht Jahren stand für mich fest, meine Tochter würde einmal Klara heißen. So hießen dann auch die weiblichen Figuren in den ausgedachten Märchen meines 12-jährigen Ichs. Und warum? Wegen Klara Sesemann, der Freundin von „Heidi“.

In Island sind Namen mit C verboten

Meine Schwester heißt Carolin. Wenn wir in Island leben würden, hätten meine Eltern sie nicht so nennen dürfen. Denn in Island gibt es eine Liste mit erlaubten Vornamen, wenn der Wunsch-Name nicht draufsteht, muss er erst genehmigt werden. Namen mit C, Q und W sind nicht erlaubt, sie kommen nämlich nicht im isländischen Alphabet vor.

Mit zwölf wollte ich mein Kind Alice nennen. Das wäre in Saudi-Arabien nicht erlaubt, dort werden Namen der eigenen Kultur bevorzugt. Im Laufe der Zeit sind viele Namen, so auch Alice, ausgeschieden, da ich negative Erfahrungen mit Menschen, die diesen Namen tragen, gemacht habe. Das gleiche geht aber auch in die andere Richtung. Manche Namen sind für mich einfach zu stark an Menschen gebunden, die ich in mein Herz geschlossen habe.

Wie ich mein Kind heute nennen würde, weiß ich noch nicht wirklich. Noah, Mia und Finn fände ich aber ganz schön.

Kevins sind verhaltensauffällig

Früher wollte ich immer meinen Nachnamen wechseln. Weber finde ich einfach super langweilig. Außerdem hat es mich immer genervt, meine Noten in der Schule als aller letzte zu erfahren. Bei der Abinotenvergabe war das tatsächlich der reinste Horror. Es ist zusätzlich supernervig, dass mein Name schon auf allen Plattformen vergeben ist. Auch in der Uni, Arbeit, Krankenhaus – überall gibt es schon eine andere Julia Weber.

Ich habe mir immer vorgenommen, nach meinem 18. Geburtstag den Mädchennamen meiner Mama anzunehmen oder zumindest einen Doppelnamen aus den Nachnamen meiner Eltern zu bilden. Nichtsdestotrotz heiße ich heute immer noch Weber und nicht Leibold-Weber. Das bin jetzt wohl irgendwie ich.

Außerdem ist es erwiesen, dass Menschen mit einem Namen eine Vorstellung assoziieren. Eine Susanne stellt man sich zum Beispiel eher mütterlich vor. Kinder mit Namen Kevin oder Mandy assoziieren Lehrer meistens mit verhaltensauffälligen und leistungsschwachen Kindern. Die Wirkung eines Namens kann man in einem Onogramm nachschauen. Bevor man sein Kind bestraft.

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