Wie fühlst du dich wohl mit 80? Welche Auswirkungen haben 0,8 Promille auf dein Fahrverhalten? Beim zehnjährigen Jubiläum des Selbsthilfetags konntest du das herausfinden und auch erkennen: Selbsthilfe ist nicht nur ein Thema für Oma und Opa, sondern vielleicht auch für dich.

„Was uns gut tut!“ – So lautet das Motto des zehnten Selbsthilfetages in Fulda. Mehr als 35 Selbsthilfegruppen und -organisationen waren am Samstag auf dem Uniplatz und haben dich über ihre Arbeit aufgeklärt. Darunter der Blinden- und Sehbehindertenbund Osthessen und „Migräne und Kopfschmerz Fulda“. Karola Günther, Leiterin der Regionalgeschäftsstelle des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Hessen in Fulda, gab zusammen mit Christine Kircher, der Leiterin des Selbsthilfebüros Osthessen, den Startschuss für das zehnjährige Jubiläum des Selbsthilfetages. 

167 Selbsthilfegruppen in Osthessen

„Menschen, die mich unterstützen tun mir gut. Genau darum geht es in der Selbsthilfe. Jeder wird mit seinen Sorgen ernst genommen und weiß, es gibt Betroffene, denen es ähnlich geht“, erklärt sie. Verständnis und gegenseitige Unterstützung, ein Geben und ein Nehmen seien Kern der Selbsthilfe. Mittlerweile gebe es in ganz Osthessen schon 167 Selbsthilfegruppen. Günther betont insbesondere die Fortschritte bei Menschen mit Migrationshintergrund. „Hier wird Selbsthilfe zunehmend bekannt.“

Damit Selbsthilfe auch bei jungen Menschen ankommt, ist das Projekt „Junge Selbsthilfe/Wir müssen reden!“ im April 2017 gestartet. Selbsthilfe sei nicht nur für ältere chronisch kranke Menschen, betont Günther. move36 als Projektpartner trage durch die Berichterstattung über Themen wie Borderline oder Suizid dazu bei, dieses falsche Bild der Selbsthilfe zu berichtigen.

Wie wichtig Selbsthilfe gerade auch in Zukunft sein wird, erklärt Daniel Schreiner, Fuldas Stadtbaurat, in Vertretung für den Schirmherren, Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld. Krankheiten, Notlagen und persönliche Krisen stellten uns auch künftig vor Herausforderungen. Der Selbsthilfetag trage dazu bei, hier Berührungsängste und Hemmschwellen abzubauen.

Sich schon heute wie mit 80 fühlen 

Neben aufschlussreichen Gesprächen konntest du an diesem Tag auch selbst aktiv werden. So führte dir ein Fahrsimulator vor Augen, wie gefährlich es ist, betrunken Auto zu fahren. Im Alterssimulator von move36 hast du dich in das Leben als Rentner hineinversetzen können. Du hast am eigenen Leib gespürt, wie eingeschränkt deine Bewegungen und dein Sichtfeld im Alter sind. 

Für Auflockerung bei so viel ernsten Themen sorgten die Trommler von Carisma Maberzell und die Inklusions-Tanzgruppe der Pestalozzischule sowie die 12-jährige Violinistin Mia. 

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