Essstörungen breiten sich immer weiter aus. Das meldet die BARMER Hessen. Je nach Krankheit stieg die Zahl der Betroffenen um rund 30 Prozent.

19 Prozent in fünf Jahren: So hoch ist der Zuwachs, den die hessische BARMER bei Versicherten mit Essstörung verzeichnet. „Ins Auge fallen vor allem Diagnosen rund um das Thema Magersucht”, so Norbert Sudhoff, Landesgeschäftsführer der BARMER in Hessen. “Mit 29 Prozent haben wir vor allem bei Mädchen und jungen Frauen in der Altersklasse zwischen zehn und 20 Jahren die höchste Steigerungsrate festgestellt.“ Betrachtet wurden Zahlen aus den Jahren 2011 bis 2016.

Der Wahn der gesunden Ernährung

Eine Essstörung wie Magersucht und Bulimie können schwere Organschäden nach sich ziehen und schlimmstenfalls tödlich enden. So auch ein erst seit Ende der 90er Jahre bekanntes Phänomen – die Orthorexie, den Wahn der gesunden Ernährung. move36 widmet sich in der aktuellen Ausgabe dieser Thematik. Für Betroffene wird schon der routinemäßige Wocheneinkauf zum Horrortrip. Sie haben Angst vor all den Zusatzstoffen in den Produkten. Befürchten, dass sie dadurch krank werden.

Alle Formen von Essstörungen sind heimliche Störungen, die ohne massiven Gewichtsverlust häufig lange unbemerkt bleiben. Oft nehmen selbst die Betroffenen ihr Essverhalten nicht als krankhaft wahr. Sowohl bei Frauen als auch bei Männern kommt Magersucht als diagnostizierte Erkrankung am häufigsten bei den 20 bis 29 jährigen vor.

“Magersucht, Ess-Brech-Sucht oder andere Formen von Essstörungen führen unbehandelt meist zu ernsthaften und langfristigen körperlichen und seelischen Gesundheitsschäden. Die Erkrankungen sollten daher multiprofessionell behandelt werden. Mediziner, Psychotherapeuten, Ernährungsberater und Sozialpädagogen arbeiten dafür Hand in Hand. Außerdem ist ein aufmerksames persönliches Umfeld gefragt”, erklärt Sudhoff.

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