Du bist nicht allein. Ganz egal, wie alt du bist und mit welchen Problemen du zu kämpfen hast, andere haben ein offenes Ohr. Rund 30 Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen präsentierten sich am Samstag beim 11. Selbsthilfetag auf dem Uniplatz. 

„Der Selbsthilfetag ist eine gute Möglichkeit den Gruppen Gelegenheit zu geben, sich zu präsentieren“, sagt Michael Möller, Leiter des Selbsthilfebüros Osthessen. Der Selbsthilfetag in Fulda hat gezeigt, wie groß das Engagement ist. Es gibt allein in Fulda 120 Gruppen zu 60 Themen, von denen sich 30 auf dem Uniplatz in Fulda vorgestellt haben. „Es ist essenziell, öffentlich zu sein. Rauszugehen, dorthin, wo die Menschen sind“, so Möller weiter.

 

Aus Selbsthilfe entwickeln sich Freundschaften

 

Der Selbsthilfetag stand unter der Schirmherrschaft von Fuldas Bürgermeister Dag Wehner und des ersten Kreisabgeordneten des Landkreises Fulda, Frederik Schmitt. Begrüßungsworte sprachen der Vize-Landrat, der CDU-Bundesabgeordnete Michael Brand, Selbsthilfebüro-Leiter Möller und die Geschäftsführerin „der paritätische Osthessen“, Karola Günther. „Eigentlich vermittelt das Wort ‚Selbsthilfe‘ etwas Falsches. Man hilft sich nicht wirklich selbst. Sondern man tut es gemeinsam“, betont Schmitt. 

Laut der Paritätischen Selbsthilfe bieten Selbsthilfegruppen Unterstützung und Halt. „Es gibt reine Gesprächsgruppen, wie die Anonymen Alkoholiker, bei denen die aktuelle Situation im Vordergrund steht. Andere Selbsthilfegruppen gestalten ihre Freizeit zusammen und daraus haben sich Freundschaften entwickelt. Diese Freundschaften machen Selbsthilfe aus“, betont Möller.

Organisator Michael Möller vom Selbsthilfebüro Osthessen

 

 

 

Dass Selbsthilfe nicht nur was für ältere Menschen, sondern auch die Jugend ist, macht Michael Möller mit dem Projekt „Junge Selbsthilfe in Osthessen“ klar. Es geht ihm darum, das Füreinandereinstehen und das gemeinsame Arbeiten an Gesundheits-Themen, Jugendlichen und jungen Erwachsenen wie dir näherzubringen. Die enge Zusammenarbeit des Selbsthilfebüros Osthessen und Barmer GEK mit move36 ist ein Schritt in die richtige Richtung. Was genau wir dabei tun, findest du in der Themenwelt unseres Magazins “Wir müssen reden!”, die wir an unserem Stand auf dem Selbthilfetag vorgestellt haben.

 

Fühlen, wie schwer das Leben im Alter ist

 

Neben aufschlussreichen Gesprächen konntest du an diesem Tag auch selbst aktiv werden. So führte dir ein Fahrsimulator vor Augen, wie gefährlich es ist, betrunken Auto zu fahren. Im Alterssimulations-Anzug von move36 hast du dich in das Leben als Rentner hineinversetzen können. Du hast am eigenen Leib gespürt, wie eingeschränkt deine Bewegungen und dein Sichtfeld im Alter sind.

Für Auflockerung bei so viel ernsten Themen sorgten ein buntes Programm mit der altbekannten Anita Burch alias Theofine, der Trommlergruppe der Carisma Fulda, der Inklusionstanzgruppe der Pestalozzischule, den Toni Ranch Farmers und der Band von antonius – Netzwerk Mensch und ein Kinderprogramm von Circus Ikarus mit Karussell und Rollenrutschbahn. 

Fotos: Constanze Gollbach

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