Ein 24-jähriger Steinauer tanzt im Musikvideo von Luca Hänni mit, der beim Eurovision Song Contest (ESC) am 18. Mai die Schweiz in Tel Aviv vertritt. „Aufgeregt war ich beim Dreh für dieses Video nicht, weil ich das machen konnte, was mir am meisten Spaß macht: tanzen“, erklärt Fabian Müller.

Ein Text von Margit Strott-Heinrich

Der gelernte Industriekaufmann ist Tanztrainer seit seinem 14. Lebensjahr und trainiert die Dance-Crew Rejoice Meisterschaftsgruppe und Kinder ab zehn Jahren. Im Januar nahm er in einer Fuldaer Tanzschule an einem Workshop teil, der von der Choreografin India Rischko und dem Tänzer und Sänger David Lei Brandt (Los Angeles) geleitet wurde. Die Choreografin arbeitete schon mit Helene Fischer und Luca Hänni zusammen, Lei Brandt war sechs Jahre lang mit Lady Gaga auf Welttournee. „Ich wollte bei dem Workshop was Neues lernen, was ich auch der Dance-Crew Rejoice zeigen kann“, erklärt Müller. Nachdem India Rischko in 90 Minuten eine Choreografie gezeigt hatte, ging es in Gruppen ans Vortanzen. „Wir sollten performen und uns vorstellen, dass wir auf einer großen Bühne tanzen“, so der 24-Jährige.

Plötzlich stand er mitten in einem Casting

Was die Teilnehmer nicht wussten: Der Workshop war ein verdecktes Casting. Fünf Tänzer, darunter Fabian, wurden am Schluss für einen Videodreh ausgewählt. Die Choreografin erklärte, dass sie Statisten suche, die Lust hätten, bei einem Videodreh zu tanzen. Den Künstler durfte sie allerdings noch nicht verraten. „Danach sollten wir uns bei India melden, wenn wir Lust hätten, mitzumachen“, so der leidenschaftliche Tänzer.

Eine einmalige Chance, die Fabian nutzte. Auf so etwas habe er schon lange hingearbeitet, denn es war ein Wunsch von ihm, einmal bei einem professionellen Videodreh dabei zu sein. Vier Wochen später war es soweit: Für die Aufnahmen reiste er nach Berlin. Zwei Tage davor erfuhr er, dass man mit Luca Hänni, einem ehemaligen „Deutschland sucht den Superstar“-Gewinner, drehen würde. Er vertritt mit „She got me“ die Schweiz beim ESC.

Als Tänzer hauptberuflich durchzustarten

Fabian Müllers Traum ist es, künftig als Tänzer hauptberuflich durchzustarten. „Damit wäre ich 100 Prozent glücklich“, erklärt er. Allerdings sei es schwierig, in Deutschland professionell zu tanzen. In den USA sei das einfacher. Und selbst die Tänzer, die mit Helene Fischer auf Tournee gingen, kämen meist aus den USA. „Dort ist die Tanzszene anders als bei uns. Deshalb ist es wichtig, sich weiterzubilden“, weiß er. Das hätten ihm auch die Profitänzer erklärt, die bei dem Dreh dabei waren. Sie hatten, so wie er jetzt, als Statisten begonnen. Für den Dreh im Stil der 1920er Jahre hatte das Team lediglich einen Tag Zeit. Da galt es auf vieles zu achten, so Fabian Müller. Da musste die Haltung stimmen, und man durfte nicht in die Kamera schauen. Manche Szenen wurden 20-mal gedreht, bis sie richtig waren. „Ich habe mich gefreut, das machen und zeigen zu können, was ich drauf habe und wofür ich brenne.“ Und: Dieser Dreh habe ihm endgültig gezeigt, dass es genau das ist, was er künftig professionell tun möchte.

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