Applaus, Applaus! Zwei osthessische Männertanz-Gruppen sind bei der Hessenmeisterschaft auf dem Treppchen gelandet. Die Eichezeller Schreckschruwe haben ihren Titel verteidigt und Lackschuh aus Thalau haben sich den dritten Platz geholt. Wir haben den Gründer und Trainer der “Lackschuh” Christopher Vogt (24) gefragt, wie ihr Feeling bei ihrer ersten Landesmeisterschaft war, und ob sie nun auch bei der Deutschen Meisterschaft antreten wollen.

So lange seid ihr ja noch nicht auf der Bühne, seit 2014 schwingt ihr die Lackschuhe. Nun eure erste Meisterschaft und gleich der dritte Platz. Wie war das so für euch? Erzähl mal.
Das war auf jeden Fall ein krasses Erlebnis und ganz anders als bei einem Auftritt bei einer Faschingsparty oder so. Da das unser erster Wettbewerb war, haben wir vorher ordentlich trainiert und viel mehr Wert auf Synchronität und Perfektion gelegt als sonst. Daher waren wir auch alle ziemlich aufgeregt.

Kann ich mir vorstellen. Und was war so krass an dem Abend?
Die Organisation von so einer Meisterschaft war ja ganz neu für uns. Es gab eine kritische, genau ausgewählte Jury, die wir natürlich beeindrucken wollten. Dann wurden wir zum Beispiel zu unserer eigenen Kabine mit Namensschild geführt – das war alles ziemlich professionell.

Okay, und wie war der Konkurrenzdruck und das Zusammentreffen mit den anderen Teams?
Es gab quasi kein Konkurrenzdenken bei diesem Wettbewerb. Alle waren total offen und nett, und es war sehr interessant, die anderen Gruppen kennenzulernen. Als wir vor unserem Auftritt alle ziemlich aufgeregt mit den Jungs von “Schreckschruwe” in der Kabine saßen, haben die uns wieder runtergeholt und gemeint: “alles cool, das wird schon Jungs!”

Stark, bei manch anderen Sportarten sieht das ganz anders aus. Wie habt ihr euch dann den dritten Platz geschnappt? Bei dem Wettbewerb geht’s ja nicht nur um Sportlichkeit, sondern auch Kreativität. Was war das Markante an eurem Auftritt?
Wir haben uns für ein sehr simples Thema entschieden, weil das das Publikum schneller versteht. Toiletten muss jeder benutzen, dachten wir uns, und versteht jeder sofort. Wir wollten zeigen, was in verschieden Situationen auf Toiletten so abgeht. Dazu hatten wir eine kleine Kulisse mit unterschiedlichen Toiletten. Unser Auftritt war dann so eine Mischung aus witzigen Sketches und Showtanz. Wir bekamen viel Lob dafür, dass wir ein Thema mal anders angegangen sind. Wir seien sehr frisch und modern rübergekommen.

Klingt gar nicht so einfach, wie sah das konkret aus?
Ja, das ist auch nicht einfach zu beschreiben. Als erstes hatten wir zum Beispiel Toiletten in Restaurants, dabei hatten wir alle Hemd, Anzugshose und Schlipps an. Am Ende des Parts hat dann ein Kellner von uns ein Techtelmechtel mit einem von uns angeleiert, der sich als Barbie verkleidet hat, während wir uns unsere rosafarbenen Röcke angezogen haben. Bei der nächsten Tanzeinlage war die Kulisse dann natürlich eine pinke Barbietoilette. Wir wollten uns halt auch ein bisschen zum Affen machen. Auf Festivals kann man zum Beispiel auch mal so richtig abdrehen, daher durften die berüchtigten Festival-Dixis zum Schluss auch nicht fehlen.

Klingt auf jeden Fall amüsant. Und nun? Die Deutsche Meisterschaft im Juni steht vor der Tür. Wollt ihr hin?
Also, direkt nach unserem Auftritt hat uns der erste Vorsitzende der Deutschen Meisterschaft eine Visitenkarte in die Hand gedrückt und gemeint, sie hätten uns wirklich gerne dabei, wir würden gut zu ihnen passen. Das ist natürlich ein tolles Kompliment. Zum Vorentscheid werden wir auf jeden Fall fahren, und dann sehen wir weiter. Aber wir haben auf jeden Fall Blut geleckt.

Zu guter Letzt: Tanzt ihr ausnahmslos in Lackschuhen?
Ja, das ist unser Erkennungswert. Egal ob Jeans oder Sporthose, Lackschuhe tragen wir immer. Der Name ist Programm.

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