Mit dem willst du dich nicht anlegen: Jan Spanberger ist 14 Jahre alt und Deutscher Meister der U17 im Boxen. In der Gewichtsklasse bis 44 Kilo schlug sich der Fuldaer bei der Meisterschaft in Binz auf Rügen gegen drei Kontrahenten aus ganz Deutschland auf Rang eins durch. 

Mit kleinen schnellen Schritten bewegt er sich vorwärts, ein kurzer gezielter Schlag. Dumpf prallt seine Hand mit dem blauen Boxhandschuh auf die Pratze auf, die der Trainer ihm hinhält. Der Trainer ist Jans Vater. Trotzdem kennt der 14-Jährige keine Gnade, keinen Rückzug.

Seit drei Jahren geht er nun schon regelmäßig im Boxclub Osthessen in Hünfeld trainieren. Seilspringen, Zweikämpfe, Üben am Boxsack. Jan Spanberger hat ein klares Ziel vor Augen: Irgendwann will er professionell boxen. “Aber erstmal kann ich im Amateurbereich noch einiges erreichen”, weiß der Schüler.

Drei- bis fünfmal die Woche Training

Mehrere Titel hat er schon in der Tasche. Seit Kurzem zählt auch der Deutsche Meisters in seiner Altersklasse U17 dazu. Nachdem Jan bereits zweimal bei der südwestdeutschen Meisterschaft und mehrere Male bei den Hessischen Mannschaftsmeisterschaften dabei war, war das seine Premiere bei einem landesweiten Ausscheid. Natürlich ist er stolz auf sich – “aber ich hätte mir das Turnier noch größer vorgestellt”, sagt er. Es sei gar nicht so schwierig gewesen, wie gedacht.

Dank der Unterstützung seines Trainers, seines Vaters Anatolij, war der 14-Jährige gut vorbereitet. “Wir trainieren normalerweise dreimal die Woche. In Vorbereitung auf einen Wettkampf sind es vier- bis fünfmal”, erklärt der Hobbytrainer, der mit einer ganzen Gruppe Jungs in Hünfeld regelmäßig Boxen übt.

Nächstes Turnier schon in Aussicht

Insgesamt traten in Jans Gewichtsklasse sechs Nachwuchsboxer an. Wer gegen wen zuerst duelliert, wurde ausgelost. Wer verlor, flog direkt raus. Im ersten Kampf gegen den Sachsen Besian Begejev wurde Jan laut Trainer mit jeder Minute mutiger und entschied das Rennen schließlich mit einer langen Geraden für sich. Auch aus dem zweiten Duell gegen den Hamburger Maxim Kaptil ging der Fuldaer als klarer Sieger hervor. Mit gestochenen Führhänden arbeitete sich der 14-Jährige im Finale gegen Daniel Ermolaev aus Sachsen-Anhalt vor und überzeugte so sowohl die Punktrichter als auch den Supervisor.

Den nächsten großen Wettkampf haben Jan und sein Vater schon im Blick: ein internationales Turnier in Baden-Württemberg am 23. Mai. Die Spanbergers sind gespannt, Erwartungen haben sie nicht. “Mir ist am wichtigsten, dass Jan erst mal die Schule fertig bekommt und dann eine gute Ausbildung macht. Wenn er nebenbei sportlich am Ball bleibt, ist das super.”

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