FZ-Sportredakteur Christian Halling ist für die EM nach Frankreich gefahren. Bereits 2014 hat der 27-Jährige aus Brasilien berichtet, als die Deutsche Elf den WM-Titel mit nach Hause brachte. Wieder berichtet er auf seinem eigenen Blog. Für move36 hat der Fuldaer seine Eindrücke zusammengefasst.

So, EM in Frankreich also. Zwei Jahre nach der WM in Brasilien ist es mein zweites großes Turnier, über das ich nun schon seit einigen Wochen berichte. Ein Vergleich zwischen den beiden Events wäre nicht angebracht, der kontinentale Wettbewerb in unserem Nachbarland würde immer den Kürzeren ziehen. Schließlich ist ein Weltmeistertitel in Südamerika kaum zu toppen.


Ziemlich ruhig in Evian-les-Bains

 

Das Camp der deutschen Nationalmannschaft liegt in Evian-les-Bains am Genfer See. Ein wahrlich wunderschönes Fleckchen Erde, doch leider geht in dem 8000-Seelen-Kurort neben den täglichen Trainingseinheiten der besten Kicker unseres Landes nur wenig. Viele alte Leute, nur im Casino am Ufer ist ein wenig Leben, wenn es dunkel wird. So wurde die erste Woche in “France” zu einer sehr zähen Angelegenheit.

Immerhin kann ich viel mehr Spiele sehen als noch in Brasilien. Nach dem mühsamen deutschen Auftaktsieg der DFB-Elf gegen die Ukraine in Lille geht meine Tour in Lyon weiter. Belgien – Italien. Ärgerlich: Das Wetter spielt uns allen in den ersten zwei Wochen einen bösen Streich. Es ist fast nur am regnen – in Lyon werde ich zu allem Überfluss von den Volunteers einmal im Schutt ums Stadion herumdirigiert. Die Organisation ist ausbaufähig.


Franzosen tun sich schwer

 

Auch der französische Fan hat so seine Anlaufschwierigkeiten mit dem Turnier. Das Trikot wurde erst nach dem dritten Vorrundenspiel gegen die Schweiz herausgeholt. Angefixt wurden die Gastgeber auf jeden Fall von den nordirischen Fans, die das Land mit ihrer Hymne “Will Grigg’s on Fire” bekehren. Vor dem Spiel gegen Deutschland in Paris sind mehr als zehn Prozent der 1,8 Millionen Einwohner von Nordirland in der Stadt der Liebe unterwegs. Die Jungs von der Insel machen einfach nur gute Laune.

Die Eindrücke von Paris sind generell sensationell: Die Stadt lebt, die Touristen kommen in Scharen wie eh und je an den Eiffelturm, dazu Brasserien und Restaurants, in denen man es sich richtig gut gehen lassen kann. Und doch gibt es auch eine nachdenkliche Note: Die Terroranschläge vom 13. November wirken noch nach. An der Gedenkstätte Mariannen-Monument am Place de la Republique bekommt man Gänsehaut, das Bataclan ist noch in ein gespenstisch anmutendes Baugerüst eingewickelt. Die Bars und Restaurants, wo Menschen so unnötig sterben mussten, haben derweil renoviert. Man verdrängt das immer noch so Unfassbare lieber.


Eigener EM-Blog

 

Und so komme ich letztlich doch wieder auf ganz viele Eindrücke und Facetten, die mir das Land und das Turnier bieten. Jedes Fußball-Event hat seine eigene Geschichte – ich schreibe meine eigene in Frankreich für Euch in einem Blog bis zum Endspiel am 10. Juli im Stade de France weiter. Klickt Euch doch mal rein!

Wie Christians Tipp fürs Viertelfinale aussieht, das hat er exklusiv für die move36-Leser orakelt:

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