Kürzlich wandelte eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der Eduard-Stieler-Schule (ESS) auf den Spuren von Justus Liebig in Gießen.

Ein Text der Eduard-Stieler-Schule

Die künftigen Chemisch-technischen Assistentinnen und Assistenten (CTA) folgten dabei einer Einladung des Liebig-Museums in Gießen, hier vertreten durch den charismatischen Eberhard Theophel, der bereits seit vielen Jahren Schülerinnen und Schüler der ESS im Historischen Hörsaal mit einem farbenfrohen, teils explosiven Experimentalvortrag empfängt. Der pensionierte Chemielehrer begrüßte die Gäste dabei – wie zu Liebigs Zeiten – in Frack und Fliege.

Mit großem Interesse verfolgten die Jugendlichen den beruflichen Werdegang eines bereits zu Lebzeiten international angesehenen Chemikers, der weder die Schule noch seine Apothekerlehre abschloss, sich aber mit 16 Jahren bereits das ganze Chemiewissen seiner Zeit angeeignet hatte und schon mit 21 Jahren seine Tätigkeit als Professor in Gießen aufnahm.

Nach dem anschließenden Rundgang durch die historischen Museumsräume fühlten sich die meisten Auszubildenden in ihrer Berufswahl bestätigt und Theophel attestierte ihnen in Gegenwart der beiden begleitenden Lehrkräfte Rita Feick und Dr. Michael Fischer wesentliche Voraussetzungen für die Arbeit in einem chemischen Labor, nämlich Ausdauer, Neugier, Beobachtungsgabe und Kombinationsfähigkeit.Die zweijährige vollschulische Ausbildung zum/zur CTA an der ESS qualifiziert für eine Berufstätigkeit als Fachkraft in einem chemisch-analytischen Labor. Ein direkter Berufseinstieg ist möglich.

Der Chemiker Justus von Liebig (1803-1873), der den Grundstein für die moderne Chemie legte, war Pionier der modernen Mineraldüngung, entwickelte ein Herstellungsverfahren für Rindfleisch-Extrakte und entdeckte zeitgleich mit zwei anderen Forschern das Narkosemittel Chloroform. Das 1920 in Gießen gegründete Liebig-Museum präsentiert die Arbeitsbedingungen an Liebigs ehemaligen Arbeitsplatz und gehört damit zu den wichtigsten Chemiemuseen der Welt.

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