Weg von der Theorie und mitten hinein in die Praxis ging es für Schüler der Wigbertschule beim Chemieworkshop “Kunststoffe” kürzlich. Mitarbeiter der TU Clausthal experimentierten mit ihnen zum Thema “Kunststoffe”.

Ein Text der Wigbertschule

Wie stellt man Materialien für den Flugzeugbau her? Welche Herausforderungen stellen sich bei der Entwicklung von Faserverbundstoffen? Der Beantwortung dieser Leitfragen konnten Gymnasiasten der Oberstufe an der Wigbertschule zusammen mit Mitarbeitern der TU Clausthal durch einen Vortrag, aber auch experimentell nachgehen. Vier Stunden lang fand ein Chemieworkshop zum Thema „Kunststoffe“ statt. 24 Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Chemie der Q2 nahmen mit Begeisterung teil und folgten den Ausführungen der Referenten der TU Clausthal Jochen Brinkmann und Dr. Andreas Czymai.

Der theoretische Teil des Workshops beinhaltete die Grundlagen der Polymerchemie, also die vier prinzipiellen Schritte der Polymerisation: die Initiation, die Wachstumsreaktion, die Kettenübertragung und den Kettenabbruch. Darüber hinaus wurde weitere Verfahren erläutert und mit einem Demonstrationsversuch) veranschaulicht. Der Zusammenhang zwischen der Struktur eines Kunststoffes und seinen Eigenschaften konnte an vielen Beispielen aus dem Alltag und der Freizeit erklärt und gezeigt werden.

Dann folgte der experimentelle Teil, bei dem die Schülerinnen und Schüler unter Anleitung selbst aktiv werden konnten. Ausgestattet mit Laborkitteln, Schutzbrillen und Schutzhandschuhen stellten sie aus einem Faserverbundwerkstoff (Glasfaser) mit einem Gelege aus vier Textilien durch Unterdruck einen „Teeuntersetzer“ her.

Das Aushärten des hierbei verwendeten Epoxidharzes wird an der TU Clausthal in einem speziellen Ofen abgeschlossen, so dass die fertigen Gruppenprodukte erst einige Tage später eintrafen. Die TU stellte dankenswerterweise die komplette Ausrüstung hierfür bereit.

Insgesamt zeigte sich Fachbereichsleiter Wolfgang Krieger sehr zufrieden mit diesem Projekttag: „Mit Projekttagen wie diesen können die Schülerinnen und Schüler ihre an der Schule erworbenen Kenntnisse auf konkrete Probleme der chemischen Forschung anwenden. Letztlich zeige sich hier, dass naturwissenschaftliche Bildung in der Schule immer bemüht ist, nah an der Praxis zu sein. Schließlich seien die Schülerinnen und Schüler die künftigen Betroffenen, aber auch jene Generation von Wissenschaftlern, die an der Lösung dieser bedeutenden Aufgabe arbeiten sollen.“

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Mariana Friedrich

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Buchstabendompteurin im Dienste der move36-Redaktion mit einem besonderen Blick auf gesellschaftliche Brennpunkte der Region.