Wenn 90 Schülerinnen und Schüler mit Kerzen in den Händen summend in die dunkle Pfarrkirche St. Ulrich in Hünfeld einziehen, löst das bei vielen einen wohligen Schauer über dem Rücken aus. So beschrieben es die Besucherinnen und Besucher des Adventskonzertes in der bis auf den letzten Platz besetzten Pfarrkirche St. Ulrich, nachdem dort vor den Wihnachtsferien Streicher, Bläser und Sänger der Wigbertschule Hünfeld gezeigt hatten, was in vielen Proben einstudiert hatten.

Ein Text der Wigbertschule

Um die Musikerinnen und Musiker ins rechte Licht zu rücken, hatte sich die Technik-AG der Wigbertschule unter Leitung von Studienreferendar Tobias Klug in diesem Jahr ein besonderes Konzept einfallen lassen. Mit bunten Lichtern und passenden Strahlern verwandelten sie die Ulrichskirche in eine adventliche Wunderwelt.

Nach der Begrüßung durch Studiendirektor Eckardt Ruppenthal eröffnete das Blasorchester Bl-O-W unter Leitung von Martin Genßler den Abend mit „Old English Tunes and Airs“, einem Arrangement, das verschiedene barocke Tänze und Märsche des schwäbischen Komponisten Loritz verarbeitet. Im weiteren Verlauf des Konzertes stellte Bl-O-W „Jerusalem“ von Charles Hubert Parry vor. Dieses monumentale Lied wird immer unmittelbar nach der Krönung des englischen Monarchen in der Westminster Abbey gespielt und hat daher in Großbritannien eine ganz besondere Bedeutung. Auf eine heitere Schlittenfahrt wurden die Zuhörerinnen und Zuhörer dann mit Leroy Andersons „Sleigh Ride“ durch das Blasorchester mitgenommen. Wie im letzten Jahr das Kammerorchester, so vermochten in diesem Jahr die Bläser die Gäste in einen winterlich verschneiten Wald zu entführen. Mit einer großen Bandbreite an Klangfarben vermochte das Blasorchester verschiedene musikalische Vorstellungen der Schlittenfahrt darzustellen. Besonderer Dank gilt dabei dem spontan eingesprungenen Schlagzeuger Daniel Rübsam.

Von “O Tannenbaum” bis “Feliz Navidad”

Dass selbstverständlich auch die jüngsten Schülerinnen und Schüler der Wigbertschule etwas zum Adventskonzert beitragen  konnten, zeigte sich beim Auftritt aller fünften Klassen, die unter Leitung von Pia Sauer und Martin Genßler „Stern über Bethlehem“ und „O Tannenbaum“ in unnachahmlich authentischer Weise zu Gehör brachten. Weitere bekannte Weihnachtslieder spielten die Jungen Streicher des Kammerorchesters unter Leitung von Katharina Antonovska, die in einigen Familien sicherlich auch am Heiligen Abend zu hören sein werden.

Aus Puerto-Rico stammt das Weihnachtslied „Feliz Navidad“, das das Vororchester „Junior Bl-O-W“ unter der Leitung von Martin Genßler mit den jüngeren Bläsern auf rhythmisch spannende Weise zum Besten bot.

Imposante Darbietung des Schulchores WiVox

Zahlenmäßig die größte Gruppe dieses Konzertes war der Schulchor WiVox. Nach dem stimmungsvollen Einzug der etwa 90 Sängerinnen und Sänger aus allen Jahrgangsstufen stand das alte Weihnachtslied „Maria durch ein’n Dornwald ging“ in einer Bearbeitung für Chor und Solisten (Laura Blach und Georg Rupprecht) von Thomas Nüdling auf dem Programm. Ein Höhepunkt waren die acht Strophen von „Veni, veni, Emmanuel“. Beginnend mit dem 17. Dezember wird an den acht Tagen vor Weihnachten in der katholischen Kirche jeden Tag eine Antiphon gesungen, um das Kommen von Jesus Christus zu erbitten. Ebenso zeigte das von Thomas Nüdling geschriebene Arrangement, das auf einem ostinaten Harmoniegerüst ruht, in jeder Strophe unterschiedliche Aspekte der Erwartung auf. Der Wechsel von Chor und Solisten (Janne Breitenbach und Tizian Wanko) sowie die später von der Empore einsetzende jazzige Begleitung durch ein Saxophon (ebenfalls Tizian Wanko) führten den Zuschauerinnen und Zuschauern imposant vor Augen, wie sich altkirchliche Tradition und die Darbietung durch  junge Musikerinnen und Musiker verbinden können.

Dass zu einem Chorklang auch sehr gut ein Glockenspiel passt, zeigte Percussionistin Pia Sauer, indem sie zu „Singen wir mit Fröhlichkeit“ eine vorweihnachtliche Melodie ertönen ließ. Weitere eindrückliche Lieder des Chores waren „Ubi caritas et amor“ sowie „And his name shall be called Wonderful“ von Sally de Ford.

Das Kammerorchester

Ein fester Bestand der Adventskonzerte der Wigbertschule ist das Kammerorchester Hünfeld und Wigbertschule. Der vorwiegend aus Streichern bestehende Hünfelder Klangkörper stellte in diesem Jahr – gewohnt souverän unter der Leitung von Thomas Nüdling – Antonio Vivaldis dreisätziges Konzert in C vor. Anschließend erklang das Medley „Weihnachtsklänge“, eine Zusammenführung verschiedener weihnachtlicher Lieder.

Nicht nur englische, sondern auch französische Weihnachtsmusik stand auf dem Programm: Der Bundespreisträger im Wettbewerb Jugend musiziert Georg Rupprecht (Q1) führte, begleitet von Jonas Schmitt (Q1), das Lied „Noel“ von Augusta Holmes auf. Zu erleben, welche künstlerische Kraft in diesem Oberstufenschüler steckt, war ein besonderer Akzent dieses Konzertes.

Der Abend klang aus mit „Macht hoch die Tür“, gemeinsam von Streichern, Bläsern, Sängern und allen Anwesenden musiziert. Auf dem Kirchenplatz verabschiedeten sich die Sängerinnen und Sänger von WiVox von den Besucherinnen und Besuchern der überfüllten Ulrichskirche mit einem letzten musikalischen Gruß: „Laudate, omnes gentes“.

Mit einem äußerst beeindruckenden Konzert, an welchem mehr als 200 Musikerinnen und Musiker mitwirkten, wurden die Gäste schließlich in einen vorweihnachtlichen Montagabend entlassen.

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QuelleFotso: Wigbertschule Hünfeld
Die Autoren:

Mariana Friedrich

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Buchstabendompteurin im Dienste der move36-Redaktion mit einem besonderen Blick auf gesellschaftliche Brennpunkte der Region.