Die Verabschiedung der Abiturientinnen und Abiturienten ist an jedem Gymnasium immer ein ganz besonderer Tag. Daher war auch in diesem Jahr die Aula gut besucht, als die 106 Absolventinnen und Absolventen der Wigbertschule ihre Zeugnisse in Empfang nehmen durften. So viele Abiturienten waren es zuletzt 2014, daher musste sogar die angrenzende Wigbertaula geöffnet werden, um Sitzplätze zur Verfügung zu stellen.

Ein Text von Christoph Heigel

Empfangen wurden die Gäste von einer eigens für diesen Anlass zusammengestellten Abi-Bigband mit dem Lied „Walking on Sunshine“ von Katrina & The Waves. In seiner engagierten Festrede, die eine gelungene Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit darstellte, griff Oberstudiendirektor Markus Bente zunächst das von den Abiturienten gewählte Thema des Abisturms auf: „HAbi End – Unser Märchen geht zu Ende“. Dies ist eine Anspielung auf das „Happy End“, das glückliche Ende, mit dem Märchen und Märchenfilme in der Regel enden.

Zunächst teilte Bente dem Auditorium seine Ängste mit, als was er beim Abisturm hätte auftreten müssen, wenn das zuerst geplanten Motto „DuschkABIne – wir brausen ab“ Wirklichkeit geworden wäre. Er habe befürchtet, in Badelatschen und Duschhaube auf der Bühne zu sitzen, und damit sein Ansehen zu verlieren wie einst Reichspräsident Ebert bei einem Auftritt am Ostseestrand in Badehose. Zu seinem Glück kam es anders.

Oberstudiendirektor Bente bedankte sich für viele freudvolle Momente der vergangenen Jahre und spürbare Zugewandtheit des Jahrgangs zu ihren Lehrerinnen und Lehrern und der Schule insgesamt. „Ihr seid als Jahrgang markant gewesen, hattet Charakter, habt Konturen entwickelt, die uns in angenehmer Erinnerung bleiben werden,“ so Bente. Das Abschiednehmen von einem Jahrgang sei für die Lehrerinnen und Lehrer der Wigbertschule kein Geschäft, das man abwickele, sondern Beziehungen, die man gegenseitig aufgebaut habe.

Hinsichtlich der Leistungen des Abiturjahrgangs hob er hervor, dass 106 ihr Abitur bestanden hätten. Darüber hinaus hätten 33 eine Hochschulreife mit einem Notendurchschnitt zwischen 1,0 und 1,9 zuerkannt bekommen. Insgesamt habe die Jahrgangsstufe einen Durchschnitt von 2,3 erreicht, der beste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1957.

Am Schluss seiner Rede kam Bente auf ein zentrales Problem der Gegenwart, die Digitalisierung, zu sprechen. Das Smartphone sei für die heutige Schülergeneration allgegenwärtig; Spiele und die ständige Kommunikation über soziale Medien seien vorherrschend, aber selbst um die Uhrzeit herauszufinden, scheine es für die meisten Schülerinnen und Schüler nur noch dieses elektronische Hilfsmittel zu geben. Dies führe aber in letzter Konsequenz dazu, dass man nicht mehr im Hier und Jetzt lebe, sondern immer an einem anderen Ort oder in einer anderen Zeit sei.

Dieser Realität der Digitalisierung setzte Bente eine Lehrgeschichte des Zen-Buddhismus entgegen: „Wenn ich sitze, dann sitze ich; wenn ich stehe, dann stehe ich; wenn ich gehe, dann gehe ich.“ Die digitale Welt verführe dagegen, immer schon zu stehen, wenn wir noch sitzen, und zu gehen, wenn wir noch stehen. „Wenn wir nicht gegensteuern, drohen wir den Kontakt zu uns selbst, zu unseren Mitmenschen und zu unserer Umwelt zu verlieren,“ so drückte der Schulleiter seine Sorge aus, die mit der zunehmenden Digitalisierung auch unseres Alltags einhergehe. „Schaut euch den Sonnenuntergang an, anstatt ihn zu fotografieren und schaut auch mal wieder in die Augen der Menschen, die ihr liebt, anstatt auf euer Smartphone,“ appellierte er an die jungen Erwachsenen.

Den guten Wünschen schlossen sich die Elternbeiratsvorsitzende Cornelia Leitsch und, stellvertretend für die Bürgermeister des Hessischen Kegelspiels, der Eiterfelder Bürgermeister Hermann-Josef Scheich, an. Bedankte sich Frau Leitsch, selbst Mutter einer Abiturientin, bei der Schule und wünschte den Abiturienten für ihren weiteren Lebensweg viel Erfolg, so verlieh Bürgermeister Scheich der Hoffnung Ausdruck, dass die Abiturienten nach einer erfolgen Ausbildung möglichst wieder in die Region zurückkehren möge. Schließlich gebe es im Landkreis zahlreiche attraktive Arbeitgeber, die auf standorttreue und gut ausgebildete junge Arbeitskräfte Wert lege.

Im Namen des Abiturjahrgangs bedankten sich Clarissa Bock und Julius Kimpel bei der Wigbertschule und seinem Lehrerkollegium für die umfangreiche Unterstützung, Förderung und für eine angenehme, wertschätzende Schulzeit, in der sie auch gelernt hätten, mit Fehlschlägen umzugehen und nicht den Kopf hängen zu lassen. Besonderer Dank galt dem Schulleiter Herrn Bente, den Tutoren, Frau Helm, Frau Schwalm, Frau Ackermann, Frau Helmeke, Herrn Geil, Herrn Krieger und Herrn Schleicher, dem Studienleiter Herrn Pießnack, dem stellvertretenden Schulleiter Herrn Gerhard sowie den Hausmeistern und Sekretärinnen.

Besonders geehrt wurden die Jahrgangsbesten mit einem Notendurchschnitt von 1,1–1,5: Hanna Zdiarstek (1,1), Lars Beutel, Antonia Hentze (beide 1,2), Leon Berk, Rosa Diegelmann, Lea Günther, Lisa Noodt und Noelle Schön (alle 1,5).

Außerdem erhielten einige Abiturientinnen und Abiturienten Ehrungen für besondere Leistungen in den Fächern Mathematik (Pauline Göbel), Physik (Jan Petermann und Hanna Zdiarstek) und katholische Religion (Rosa Diegelmann, Sophie Köhler und Hanna Zdiarstek). Nach den Ehrungen für die Teilnahme in verschiedensten Arbeitsgemeinschaften wurden die Feierenden von der Abiband mit Michael Bublés „It´s a Beautiful Day“ zu Sektempfang und Buffet entlassen.

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QuelleFotos: Anna Krimmel
Die Autoren:

Mariana Friedrich

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Buchstabendompteurin im Dienste der move36-Redaktion mit einem besonderen Blick auf gesellschaftliche Brennpunkte der Region.