Große Souveränität vor einem Auftritt auf einer großen Bühne bewiesen über 300 musizierende Schülerinnen und Schüler der Wigbertschule beim Frühlingskonzert am 27. April 2018. „Die Wigbertschule bereitet dahingehend auf das Leben vor, weil die Schülerinnen und Schüler schon in jungen Jahren ganz selbstverständlich auf der Bühne stehen lernen und ihr Können der Schulgemeinde und allen Interessierten zeigen,“ so Musiklehrer Thomas Nüdling zum Konzept des Frühlingskonzertes.

Ein Text der Wigbertschule

In seiner Eröffnung konnte Oberstudiendirektor Markus Bente zahlreiche Ehrengäste und viele Eltern im bis auf den letzten Platz gefüllten Kolpingsaal in Hünfeld begrüßen. Den Anfang machte Dirigent und Musiklehrer Martin Genßler mit seinen Bläserklassen der Jahrgangsstufen 5 und 6. Während die Klasse 5 unter anderem mit Variationen über „Winter ade“, arrangiert von Martin Genßler selbst, überzeugte, konnten die Sechstklässler das Stück „Appalachian Whisper“ zum Besten geben. Hierbei gelang es der nur kleinen Anzahl von Bläsern klar und präzise die Melodien aus Amerika zu gestalten.

Frühlingskonzert Wigbertschule April 2018
Foto: Christoph Heigel

Nach der Klasse 6 können die Bläserinnen und Bläser der Wigbertschule zunächst im Vororchester „Junior-Bl-O-W“ mitspielen. Das Ensemble „Junior-Bl-O-W“ stellte mit Andrew Lloyd Webbers „Phantom der Oper“ einen klangschönen Bläsersatz vor. Vielen bekannt dürfte auch das anschließend vorgestellte Thema aus den James-Bond-Filmen gewesen sein.

Frühlingskonzert Wigbertschule April 2018
Foto: Christoph Heigel

Mit der „Fanfare for the Common Man“ von Aaron Copland setzte das Trompeten-Register des Blasorchesters für die „Größeren“, „Bl-O-W“, das ebenfalls unter der musikalischen Leitung von Martin Genßler steht, einen klaren Doppelpunkt, der auf die beiden folgenden Stücke verwies: das Stück „Hoedown“ aus dem Ballett „Rodeo“, ebenfalls von Aaron Copland komponiert, das in mitreißendem Rhythmus eine Hochzeit auf einer amerikanischen Ranch beschreibt, sowie das musikalische Thema des Filmes „Chicken Run“, ein durch vielfältige charakteristische Register dargestelltes Hühner-Rennen.

Frühlingskonzert Wigbertschule April 2018
Foto: Christoph Heigel

„Komm lieber Mai und mache die Bäume wieder grün.“ Einige Zuhörerinnen und Zuhörer errieten schnell die Melodie, die sich hinter einem Arrangement versteckte, das Musiklehrerin Pia-Maria Sauer für den Chor der Jahrgangsstufe 5 erarbeitet hatte. Mit Stimme und einem bunten Percussion-Instrumenten-Mix machten sie dieses Volkslied lebendig.

Frühlingskonzert Wigbertschule April 2018
Foto: Christoph Heigel

Erstmals traten die „Jungen Streicher des Kammerorchesters“ unter der Leitung von Katharina Antonovska beim Frühlingskonzert auf. Ein Medley aus russischen Melodien stellten die Violinistinnen, die einmal das „Kammerorchester Hünfeld und Wigbertschule“ ergänzen wollen, dem Publikum mit Leidenschaft vor.

Foto: Christoph Heigel

Verweilten die Violonisten in Russland, so begleitete der Chor WiVox unter der Leitung von Thomas Nüdling das Auditorium im vollbesetzten Kolpinghaus zu einer Weltreise von der Rhön aus nach Kalifornien, Schweden und wieder zurück nach Russland: Zunächst stellte der über 90 Schülerinnen und Schüler umfassende Schulchor das nicht so bekannte Rhönlied „Wohlauf zur Rhön!“ von Johann Pfeufer vor. „California Dreaming“ erklang darauf folgend im couragierten Wechsel von Männer- und Frauenstimmen, während „Gabriellas Song“ aus dem schwedischen Film „Wie im Himmel“ durch den warmen Chorklang Gänsehaut erzeugte. Einen russischen Tanz führte der Schulchor zum Schluss auf, mit dem Chorsatz der ehemaligen Wigbertschülerin Gabriele Suchla „Wenn die Sonja russisch tanzt“. Dieses Lied führte in die Welt der russischen Tänzerin Sonja, deren Tänze immer schneller und ausgelassener werden – was der Chor WiVox mit seinem Vortrag eindrucksvoll nachvollzog.

Foto: Christoph Heigel

Wie immer, als krönender Abschluss, präsentierte sich die Schulband „Sound Express“ dem Publikum. Jede Anspannung war nun abgefallen und es konnte gefeiert werden: Egal ob aktuelle Songs, wie „Candyman“ von Christina Aguilera oder „Let me entertain you“, Sound Express vermochte alles mit Spaß und guter Laune zu interpretieren. Beim Stück „The Wanderer“ von Celine Dion präsentierte der Abiturient Tizian Wanko ein überzeugendes Solo am Tenorsaxophon. Neben den fünf Sängerinnen, die zu Recht großen Applaus erhielten, muss der Schüler Georg Rupprecht mit seinem herrlichen Bariton hervorgehoben werden. Mit saalfüllender Stimmgewalt riss er das Publikum mit Stücken aus dem Musikfilm „Blues Brothers“ mit sich, so dass sogar eine Zugabe von den Zuhörern eingefordert wurde. Schließlich muss neben der zuverlässigen Rhythmus- und Keyboardgruppe auch die hervorragend aufeinander abgestimmte Bläsergruppe unter Leitung von Dorothea Heller, Pia-Maria Sauer und Wolfgang Krieger mit ihren mitreißenden instrumentalen Solo-Passagen lobend erwähnt werden.

Foto: Christoph Heigel

Für Wolfgang Krieger, Initiator, Spiritus rector, Techniker, Organisator und Bassisten des „Sound Express“ war es der letzte Auftritt, da er zum Sommer in den Ruhestand verabschiedet wird. Für seine langjährige Treue und den systematischen Aufbau der Band bedankten sich Thomas Nüdling im Namen der Fachschaft Musik und der ganze Saal mit langanhaltendem Applaus. Nach zwei Stunden exzellenter, aber auch kurzweiliger Unterhaltung endete der Abend mit frenetischem Jubel.

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QuelleFotos: Christoph Heigel
Die Autoren:

Mariana Friedrich

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Buchstabendompteurin im Dienste der move36-Redaktion mit einem besonderen Blick auf gesellschaftliche Brennpunkte der Region.