„Der Mensch steht im Mittelpunkt.“ Das ist das Leitbild der Jahnschule. Rund 800 Schüler werden an der Haupt- und Realschule von 64 Lehrkräften in sechs Haupt- und 26 Realschulklassen unterrichtet. Und sowohl für Lehrer als auch für Schüler gibt es eine Besonderheit: Die Schule praktiziert seit zwei Jahren erfolgreich das Lehrerraum-Prinzip.

Ein Text der Jahnschule

Was verbirgt sich genau hinter dem Begriff? „Es bedeutet, dass jeder Lehrer einen festen Raum hat, und die Schüler wandern“, erklärt Schulleiter Hubertus Reith. Damit einher geht das Doppelstunden-Prinzip. Das heißt, in der Regel hat jeder Schüler drei Fächer pro Tag. „Es hat sich bewährt. Die Lehrer können methodisch besser arbeiten, die Schüler haben keine schweren Ranzen mehr“, nennt Reith einige Vorteile. Zwischen den einzelnen Doppelstunden ist jeweils große Pause.

Im dritten Jahr gibt es das Lehrerraum-Prinzip an der Schule – „und es läuft hervorragend. Der Tag wird entschleunigt“, hebt Reith hervor. Obwohl die Schüler nun zu den Lehrern gehen, werde weniger durch das Schulgebäude „gewandert“. Das Lehrerraum-Prinzip biete Lehrern außerdem die Möglichkeit, den Unterrichtsraum nach ihren Wünschen zu gestalten. Im Vorfeld haben die Verantwortlichen an einer Schule in Alsfeld hospitiert und ein Jahr in die Vorbereitungen gesteckt. Mittlerweile schauen sich andere Schulen an, wie das Prinzip an der Jahnschule umgesetzt wird.

Was sich durch die Umstellung nicht geändert hat, ist der Anspruch der Schule. „Unsere pädagogischen Ziele sind unter anderem die Erziehung zu Offenheit, Toleranz und verantwortungsbewusstem Handeln“, erklärt Hubertus Reith. Der Anspruch sei, alle Schüler entsprechend ihrer Neigungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten bestmöglich zu fordern und zu fördern.

„Voraussetzung dafür ist eine hohe Unterrichtsqualität“, betont Reith. Das sei durch das große Engagement des Kollegiums gewährleistet.

Zum Portfolio der Schule gehört darüber hinaus ein umfangreiches Ganztagsangebot – täglich bis 15.30 Uhr. „27 Kurse werden jede Woche angeboten“, erklärt Konrektor Andreas Waibel. Rund 540 Schüler haben sich zum Schuljahresanfang für die Kurse angemeldet. Zehn Sportkurse werden angeboten, zum Teil schulformübergreifend mit der Wigbertschule. Auch externe Trainer wurden dafür gewonnen. Es gibt Kooperationen zwischen Schule und Vereinen, derzeit zum Beispiel in Volleyball, Tischtennis und in der Leichtathletik. Textiles Gestalten wird in Zusammenarbeit mit der Konrad-Zuse-Schule angeboten. Nachgefragt sind auch Grundlagenkurse für Mathematik und Englisch für Schüler der Jahrgangsstufen fünf und sechs. „Außerdem findet jeden Tag eine Hausaufgabenbetreuung unter Aufsicht von Lehrern statt, die von Schülern der Klassen 10 unterstützt werden“, erklärt Waibel.

Seit rund fünf Jahren gibt es an der Jahnschule zwei Intensivklassen. „Sie wurden für Schüler nicht-deutscher Herkunft eingerichtet, die erst einmal Deutsch lernen und in das deutsche Schul- und Wertesystem integriert werden sollen“, sagt Reith. Schüler aus 14 Nationen besuchen die Jahnschule. Die sogenannten Seiteneinsteiger werden von Anfang an einer Regelklasse zugeordnet, und dort von zwei bis drei sozial anerkannten Schülern unterstützt. In der Regelklasse haben sie Unterricht in Sport, Kunst und Musik sowie teilweile auch in Mathematik und Englisch. „Je nach Sprachstand verbringen sie aber die meiste Zeit in der Intensivklasse“, verdeutlicht Amanda Kacmaz, die eine der beiden Intensivklassen leitet. Die Schüler erhalten einen individuellen Stundenplan, der die Sprachentwicklung im Blick hat und im Laufe eines Schuljahrs angepasst wird. „Die Intensivklassen laufen sehr gut, und die Kinder sind dort sehr gut betreut“, lobt der Schulleiter.

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