Argumente, Thesen und Überzeugungskraft: Auch an der Wigbertschule in Hünfeld wurde in den vergangenen Wochen heftig debattiert. Wieso? Die Schulen suchen die besten schlagfertigsten Schüler für das Regionalfinale von “Jugend debattiert”. 

Ein Text von Jonas Schmitt/Presse-AG

Am 1. Februar 2018 wurde an der Wigbertschule das Schulfinale von „Jugend debattiert“ ausgetragen. Bei diesem Wettbewerb stehen sich pro Debatte zwei Schülerteams gegenüber. Zwei Schüler vertreten die „Pro-Seite“ und treten für eine These ein, und zwei andere stehen für die „Contra-Seite“ und argumentieren dagegen. Das Interessante daran ist, dass sich die Schülerinnen und Schüler ihre Position nicht aussuchen können. Zufällig wird entschieden, wer welche Seite vertreten muss. So müssen die Schülerinnen und Schüler eine Ansicht vertreten, die nicht unbedingt ihrer eigenen Meinung entspricht. Hierbei lernen sie, beide Seiten einer Thematik differenziert und ausgewogen zu betrachten und sie überzeugend darzustellen.

Die Sieger der 9. Jahrgangsstufe: 1. Platz Tim Ebert (r.), 2. Platz Stefanie Kunz (l.)

Im Deutschunterricht wurden die Schülerinnen und Schüler der 9. sowie der 10. Jahrgangsstufe – der Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe – auf diese anspruchsvolle Aufgabe vorbereitet. Sie lernten, wie man die zweiminütige Einführungsrede strukturiert und wie man sich in der zwölfminütigen freien Aussprache gut einbringen kann. Dass sie die Kernargumente am Schluss gut auf den Punkt bringen können, konnte man bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Wettbewerbs gleichermaßen feststellen.

Kernkompetenzen und Spaß am Debattieren

Diese und andere rhetorische Kompetenzen wie das Eingehen auf die Argumente des anderen, das fließende freie Argumentieren sowie die problemlösende Kompromissbereitschaft sind zentrale Bewertungskriterien für die aus Lehrerinnen und Lehrern bestehende Jury. Herausstechend war in diesem Jahr der faire Umgang der Debattanten miteinander: Die Schülerinnen und Schüler fielen einander nie ins Wort.

Die Sieger der Einführungsphase: 1. Platz Gabriel Mai (r.), 2. Platz Fabian Bock (l.)

Die Themen, die debattiert wurden, waren aktuell und thematisch breit gefächert: Es ging beispielsweise um die Abschaffung des Videobeweises in der Bundesliga oder um die Frage, ob auf die Noten im Sportunterricht verzichtet werden sollten. Die Themen für die beiden Finalrunden waren die Legalisierung von Marihuana (9. Jahrgangsstufe) und die Frage nach einem Smartphone-Führerschein für Jugendliche (Einführungsphase).

Bewertet wurden die Schülerinnen und Schüler von einer Jury bestehend aus den Lehrerinnen und Lehrern Frau Reiter, Frau Weber, Herr Mirk und Herr Dehler und der Schülerin Lisa Noodt, die beim vorletzten Wettbewerb gewonnen hatte. Am Ende gaben die Mitglieder der Jury den jungen Schülerinnen und Schülern Feedback und Tipps für die kommenden Wettbewerbe. Zudem erhielten die Gewinner des Wettbewerbs als Preis einen Büchergutschein, den die Elternschaft der Wigbertschule gesponsert hat.

Die Jury an der Wigbertschule: (v.l.n.r.) Klaus Mirk, Lisa Noodt, Tatjana Reiter, Franziska Weber, Volker Dehler

Qualifikation für den Nordhessen-Entscheid

In der ersten Runde gewann Tim Ebert (9B) den ersten Platz und Stefanie Kunz (9F) den zweiten. Die zweite Runde entschied Gabriel Mai (E1L) für sich, gefolgt von Fabian Bock (E1G) auf dem zweiten Platz. Alle Siegerinnen und Sieger nehmen nun an der zweiten Runde des Wettbewerbs, dem Nordhessen-Entscheid, im Hünfelder Rathaus teil.

Was, wann wo?

Regionalfinale Jugend debattiert
Heinrich-von-Bibra-Schule Fulda
16.02.2018
9.30-13Uhr

Nordhessen-Finale Jugend debattiert
Richard-Müller-Schule Fulda
22.3.2018
14-17 Uhr

Schreibfehler gefunden?

Um uns Bescheid zu sagen, markiere den Fehler und drücke STRG + Enter.

Mariana Friedrich

Beiträge: 477

Buchstabendompteurin im Dienste der move36-Redaktion mit einem besonderen Blick auf gesellschaftliche Brennpunkte der Region.