Wigbertschule, Polizei, Elternabend, Gefahren im Internet, Social Media
Foto: Ralf Urspruch

Kinder und Jugendliche sind in Sachen Internet und Soziale Medien ihren Eltern immer mindestens einen Schritt voraus. Diese Tatsache veranlasst die Wigbertschule dazu, jedes Jahr einen Elternabend zum Thema „Gefahren im Internet“ in Kooperation mit der Polizei anzubieten.

Ein Text der Wigbertschule

Im Netz ist nahezu alle möglich. Das wissen wir. Doch wenn es darum geht, was ihre Kids mit ihren Smartphones machen, ist das vielen Eltern plötzlich nicht mehr bewusst. Dabei sind gerade unsere Handys echte Hochleistungsrechner. Um hier zu sensibilisieren, luden die Präventionslehrer der Wigbertschule Kriminalhauptkommissar Marco Hohmann vom Polizeipräsidium Osthessen zu einem informativen Elternabend ein.

Hohmann, der selbst Vater eines „Pubertiers“ ist, klärte die etwa 120 Erziehungsberechtigten von Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 5 bis 7 in seinem Vortrag darüber auf, wie Eltern ihre Fürsorgepflicht auch auf den Smartphones ihrer Kinder wahrnehmen können.

Schulleiter Markus Bente wünschte den Eltern und den Lehrkräften keinen angenehmen, sondern einen „aufrüttelnden, vielleicht sogar schockierenden Abend“. Aufgabe der Eltern müsse es sein, zu wissen, auf welchen Internetseiten ihre Kinder unterwegs seien und was sich die Kids auf sozialen Netzwerken und Chatdiensten wie WhatsApp schicken. „Seien Sie versichert“, so Bente, „dass es sich um Seiten handelt, von denen Sie garantiert nicht wollen, dass sie Ihre Kinder sehen.“ Weiter führte er aus, dass es nicht allein Aufgabe der Schulen sein könne, Aufklärungsarbeit zu leisten; Eltern seien hier ebenso gefragt. „Wir als Schule wollen aber gerne dabei helfen, Sie aufklären und Sie zu unterstützen.“ Unter anderem mit solchen Vorträgen.

Marco Hohmann erklärte unter anderem, dass Eltern mit Tools wie der SafeSearch-Funktion dafür sorgen können, dass ihre Kinder im gesicherten Modus surfen. Google beispielsweise biete diesen Dienst an, was vielen Eltern nicht bekannt sei. Er demonstrierte also, wie man sie aktiviert und was genau die Funktion mache. Auch das Smartphone könne so sicherer eingestellt werden. Wie, erarbeiteten sich die Eltern in einer Gruppenarbeit. Dabei wurde klar: Allein eine solche „Kindersicherung“ zu finden, ist gar nicht so einfach. Bei älteren Betriebssystemen ist sie sogar erst gar nicht vorhanden.

Was Erwachsene online finden, ist natürlich auch für Kinder zugänglich. Pornoseiten beispielsweise. Marco Hohmann demonstrierte, wie leicht sich frei zugängliche Pornos finden lassen und was es mit Sexting über Chat- und Social-Media-Programme wie Chatroulette oder Instagram auf sich hat. Es sei erschreckend, wie schnell ein Pädophiler ein Kind kontaktieren könne.

Von Porno bis pro-ana

Im Anschluss an den Vortrag erklärte Marco Hohmann die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Instagram, Snapchat und WhatsApp, die ein Mindestalter von 13 Jahren vorsehen. Auch das wüssten viele Eltern nicht, wenn sie ihrem Kind ein Smartphone schenkten. Auch das Thema Bildrechte kam zur Sprache, denn wer online Bilder einstellt, verschickt oder sie herunterlädt, müsse wissen, welche Rechte und Pflichten damit verbunden sind. Kriminalhauptkomissar Hohmann erörterte die Gesetzeslage und machte deutlich, dass die Eltern bei Verstoß ihrer Kinder wie bei jedem anderen Delikt auch haftbar seien.

Doch nicht nur das seien Gefahren, auf die Kinder im Netz stoßen können. Bewegungen wie die Magersuchtbewegung „pro-ana“, Gruppen mit negativem Einfluss und Internetseiten mit Suizidanleitungen können auf junge Menschen, die nicht um Umgang mit diesem Medium geschult sind, fatal wirken, wies Hohmann warnend hin.

Die Wigbertschule ist aktiv

Auch wenn sicherlich die private Mediennutzung und -erziehung von den Eltern ausgehen müsse, ist auch die Wigbertschule in diesem Bereich aktiv, so die Lehrerin Vera Zimmermann, die die langjährige Arbeitsgruppe der „Digitalen Helden“ an der Wigbertschule betreut. Schon in Klasse 5 kämen speziell für digitale Fragen ausgebildete ältere Schülerinnen und Schüler zu den „Kleinen“ und erklärten ihnen Grundlegendes zum Umgang mit dem Internet und sozialen Medien. Zudem ständen sie als Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner bei Problem jederzeit bereit.

Die Verantwortlichen sind sich einig: In etwa zwei Jahren werde die Veranstaltung wiederholt, auch wenn dies aufgrund der Schnelllebigkeit des Internets wahrscheinlich keine wirkliche Wiederholung sondern eine ganz neue Information darstellen wird.

Schreibfehler gefunden?

Um uns Bescheid zu sagen, markiere den Fehler und drücke STRG + Enter.

Die Autoren:

Mariana Friedrich

Beiträge: 431

Buchstabendompteurin im Dienste der move36-Redaktion mit einem besonderen Blick auf gesellschaftliche Brennpunkte der Region.