Theater machen – wie geht das? Mit dieser Frage beschäftigen sich an der Wigbertschule Hünfeld Schüler der gymnasialen Oberstufe, aber auch der Unter- und Mittelstufe im Fach “Darstellendes Spiel”. Was sie lernen, haben sie unter Leitung der Lehrerinnen OStR Cornelia Stark und OStR Kristin Suppelt bei einem Theaterabend in der voll besetzten Wigbertaula gezeigt.

Ein Text der Wigbertschule

Die Junior-Theatergruppe (Klassen fünf und sechs) eröffneten den Abend mit der Geschichte der Heinzelmännchen: Die Arbeit der Kölner Handwerker wird jede Nacht von unbekannten Wesen zur größten Zufriedenheit der Arbeiter durchgeführt. Zwei Handwerkerinnen wollen endlich wissen, wer da zugange ist: Sie schmieden einen Plan, dessen Durchführung weitreichende Folgen für alle Beteiligten hat.

In der Szenenfolge „Ich sehe was – und du siehst nichts?“ beschrieb der DS-Kurs der Einführungsphase, wie Menschen auf eine behauptete Realität reagieren. Ganz unterschiedliche Personen wurden durch eine rote Ampel aus ihrem Alltag gerissen und reagierten höchst unterschiedlich. Die verschiedenen Charaktere wurden dabei von den Schülerinnen und Schülern auf humorvolle Art nachgezeichnet und zum Leben erweckt.

Eine eigene Antigone

Nach der Pause stand „Vier Lanzen für Antigone – Versuche das Unmögliche“, eine Bearbeitung des Antigone-Stoffes, auf dem Programm: Antigone, die im Spannungsfeld zwischen Königs-Befehl und göttlichem Recht steht, ist eine starke Frau. Sie handelt nach ihrer menschlichen Überzeugung und gerät dadurch in Konflikt mit ihrem Onkel, König Kreon.

Der alte Mythos des griechischen Dichters Sophokles wurde bereits unzählige Male auf die Bühne gebracht. Der DS-Kurs der Qualifikationsphase erstellte eine ganz eigene Antigone, die stark von der Beziehung zu ihrer Schwester Ismene und zu Hämon, Kreons Sohn, sowie der Schwachheit Kreons geprägt ist. Der Kurs spielte mit einer hohen Bühnenpräsenz und ausdrucksstarken Bildern. Dass sich auch im Jahr 2018 Schülerinnen und Schüler mit der Frage nach dem Gewissen auseinandersetzen, zeigt, wie aktuell und aussagestark der antike Stoff auch heute noch ist.

Leidenschaft fürs Theaterspiel

Theater ohne eine engagierte Gruppe, die sich um die Technik bemüht, ist undenkbar. Die Mitglieder der Technik AG kümmerten sich um die zeitgenaue Einspielung von Tonbeiträgen und setzten die Akteure auf der Bühne immer wieder gelungen und professionell ins rechte Licht.

Der Abend in der Wigbertaula bot viele Überraschungen und abwechslungsreiche Inszenierungsideen. Vor allem die große Leidenschaft der Schülerinnen und Schüler für das Theaterspiel mit all seinen vielen interessanten Facetten wurde vom Publikum mit Applaus belohnt.

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