Einmal im Monat lädt sich Heike Böcke bei „Bock auf Böcke“ im Markt 2 in Fulda Talkgäste aus allen Bereichen des Lebens ein. Diesen Mittwoch erwartete sie besonderen Besuch: Rolf Stahlhofen, Sänger und Songwriter und ehemaliger Frontsänger bei den Söhnen Mannheims sprach mit Heike über seinen Werdegang als Musiker, sein soziales Engagement und was Musik für ihn bedeutet.

„Jeder von euch formt mich zu dem Menschen, der ich jetzt bin“, las Heike aus ihrem Monatsgedicht den zahlreichen Besuchern am Mittwochabend bei „Bock auf Böcke“ im Markt 2 in Fulda vor. „Jede Begegnung, jedes Gedicht, jeder Verlust formt mich.“ Heike Böcke stimmte ihr Publikum mit ihren Worten auf einen Abend mit Klang, Berührung und Musik ein, bevor sie ihre Gäste begrüßte.

„Wenn wir von Rolf Stahlhofen reden, erwähnen wir häufig nur seine Zeit bei den Söhnen Mannheims. Das bringt zwar ein volles Haus, doch reduziert seine eigentliche Person. Denn Rolf ist nicht nur ein begnadeter Musiker, sondern engagiert sich bei vielen sozialen Projekten. Insgesamt zwölf in zehn Ländern.“

Soziales Engagement ist eine Herzensangelgenheit

Der Musiker ist in Saudi-Arabien, Nigeria und Algerien aufgewachsen, war Frontsänger bei den Söhnen Mannheims, arbeitete unter anderem mit Joe Cocker und Udo Lindenberg zusammen, und engagiert sich neben der Musik bei seiner Organisation „Water is a right“ dafür, dass sauberes Wasser für jeden zugänglich wird. Außerdem ist er bei “Schule ohne Rassismus” und “Menschen am Fluss” aktiv.

„Meine ersten Erfahrungen mit der Musik habe ich in Nigeria gemacht. Die Musik der Nigerianer hat mich als kleiner Junge umgehauen. Damals hat meine Stiefmutter mir aber das Musizieren verboten. Als ich als Jugendlicher ins Heim kam, wurde die Musikleidenschaft wieder durch einen Erzieher erweckt, in dessen Band ich spielen durfte“, erzählte der Sänger von seinen ersten Erfahrungen mit der Musik. Später wurde er Frontsänger der Band „Der mit dem Wolf tanzt“, sang bei der ersten Lesung von Heike Böcke und rührte die sonst so taffe Frau mit „Große Mädchen weinen nicht“ zu Tränen.

“Ich muss die Musik fühlen”

Kennengelernt haben sich die Gastgeberin und der Sänger bei einem seiner Konzerte. Heike widmete ihm daraufhin das Gedicht „Stimmbeben“, welches auf der Homepage des Sängers landete.

Im Laufe des Gesprächs gab Rolf Stahlhofen zu erkennen, dass Musik für ihn nicht nur der Erfolg ist: „Ich habe die Zeit bei den Söhnen Mannheims sehr genossen, aber während den Touren habe ich gemerkt, dass ich lieber auf kleinen Bühnen stehe. Bei einem Auftritt mit U2 habe ich irgendwann meine eigene Band angerufen, um in einer kleinen Kneipe spielen zu können, nur damit ich nicht vergesse, wie es ist, in privater Atmosphäre zu spielen“, sagte Stahlhofen. „Wenn ich Musik irgendwann nicht mehr fühle, dann höre ich auf.“

Hunger auf Musik

2017 war Rolf Stahlhofen noch einmal mit den Söhnen Mannheims auf Promotour. Im letzten Jahr galt seine Energie seiner Stiftung und seinem sozialen Engagement. Dieses Jahr, so sagt er, habe er wieder Lust und Hunger, ein neues Album zu machen und gab den Gästen und Heike ein privates Konzert.

Weitere Gäste des Abends waren Mirja Erd und Johannes Lowien, die die Besucher mit einer kurzen Klangmeditation in die Praxen der Klang-Energetik und Klang-Therapie einführten: „Die Berührung ist das Erste, was wir erfahren, wenn wir auf die Welt kommen und uns zwei Hände entgegennehmen. Wir wollen ein Feld für tiefe Erfahrungen schaffen und dass die Menschen zu Liebe in sich selbst finden“, sagte Mirja Erb. „Wir sind alle miteinander verbunden, ob wir wollen oder nicht.“

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