Als Carlos Viering im Sommer 2017 für zwei Wochen nach Island reiste, fiel ihm eines auf: Massentourismus. Für den gebürtigen Fuldaer, der als Video-Journalist arbeitet, stand daraufhin fest, dass er dieses Thema in einem Dokumentarfilm aufgreifen möchte. Um das Projekt zu finanzieren, startet er heute mit zwei anderen eine Crowdfunding-Aktion.

Ein Text von Daniela Petersen

Island liegt im Trend, nicht erst seitdem die isländische Fußballmannschaft während der Europa-Meisterschaft 2016 vom Underdog zum Star mutierte und dem Land viele Sympathiepunkte einbrachte. Wer im Sommer die Insel bereist, der sieht zwar wunderschöne Landschaften, trifft aber auch auf viele andere Touristen. 2,3 Millionen waren es allein 2017.

Diesen Boom hat auch Carlos Viering erlebt. Der 25-Jährige war im Juni vergangenen Jahres mit seiner Frau Nadine auf Island. “Gerade an den Wasserfällen Gullfoss und Godafoss war sehr viel los. Wir haben während unserer Reise viele Einheimische getroffen, die uns erzählt haben, wie sich das Land dadurch verändert hat”, erklärt er. Steigende Mieten und hohe Preise im Restaurant seien nur zwei Beispiele.

Als Tourist hat man auch Verantwortung

In einem 45-minütigen Dokumentarfilm möchte Carlos Viering daher der Frage nachgehen, wie sich der Massentourismus in Island auf die Einheimischen und auch auf die Natur auswirkt. Viering, der vier Jahre lang beim Verlagshaus Parzeller als Video-Journalist angestellt war und unter anderem Beiträge für das Onlineportal Torgranate gedreht hat, studiert momentan in Kiel “Multimedia Production”.

“Der Film soll auch zeigen, dass man als Tourist eine Verantwortung hat”, betont er. Für das Island-Projekt konnte er zwei weitere Medienschaffende gewinnen: Niklas Christensen und Tom Köhn. Die drei möchten vom 20. Juli bis zum 10. August die Insel bereisen und neben dem Dokumentarfilm auch ein Making-of drehen, bei dem sie zeigen, wie der Film entstanden ist. “Der Dokumentarfilm, den es dann auch auf DVD geben wird, soll in ausgewählten Kinos und bei Filmfestivals gezeigt werden. Zudem werden wir ihn bei Wettbewerben einreichen”, sagt Viering. Bei der Reise möchten die drei außerdem einen Bildband, Postkarten und einen Wandkalender herstellen – Dinge, die – wie die DVD auch – von Unterstützern des Crowdfundings erworben werden können.

Ein rein journalistischer Beitrag

Insgesamt muss das Team 9500 Euro zusammenbekommen, um das Projekt zu realisieren. Davon werden Flüge, Mietwagen, Verpflegung, Unterkünfte und Equipment bezahlt. “Das ist eine Menge Geld, ich weiß. Aber ich weiß auch, dass es das wert ist”, betont Viering.
Um Sponsoren zu gewinnen, haben sich die drei verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten überlegt: Von der namentlichen Nennung auf der Homepage oder im Abspann des Making-of-Videos bis hin zu Produktplatzierung. “Im Dokumentarfilm wird es das jedoch nicht geben. Das soll ein rein journalistischer Beitrag werden”, betont Viering. Sollte der Geldbetrag nicht erreicht werden, dann möchte das Team 2019 einen zweiten Versuch starten. Wer das Projekt unterstützen möchte, der kann hier bei der Kampagne mitmachen.

Schreibfehler gefunden?

Um uns Bescheid zu sagen, markiere den Fehler und drücke STRG + Enter.

Fehlerbericht

Der folgende Text wird anonym an den Autor des Artikels gesendet: