Harte Lyrics, Diss und schnelle Beats. „Kamikaze“ ist die Antwort von Eminem auf die Kritiken seines letzten Albums und unser heißer Scheiß der Woche.

Unangekündigt und über Nacht. Knapp neun Monate seit der Veröffentlichung seines letzten Albums „Revival“ lässt Eminem in „Kamikaze“ seinen ganzen Frust gegenüber seinen Kritikern raus. Unterstützung holte sich der Rapper von Dr. Dre, der als Produzent für das 13 Tracks starke Album fungierte.

Mit den Zeilen: „Yo, ich schreibe meine ersten Gedanken auf und schaue, wohin mich das führt, weil ich fühl mich danach, der Welt den Mittelfinger entgegen zu strecken”, stellt er im ersten Track „The Ringer“ klar, was Sache ist. Gehatet wird gegen Trump, Vizepräsident Mike Pence und vor allem gegen Journalisten, die sein Album „Revival“ abgefertigt haben.

Eminem ist sich für nichts zu schade

Der 45-Jährige will zeigen, dass er immer noch „The Greatest“ ist unter den Rappern. Um das auch seinen Kritikern zu beweisen, rappt der Hardcore-Lyriker so schnell wie noch nie. Wortakrobatik in feinster Ausführung. Der Rapper lässt in seinen Songs nichts aus: Harte Instrumentals, die nach dem klassischen Sound von Eminem klingen und gewohnt ehrliche, direkte Zeilen.

Eminem inszeniert sich, wie auch in seinen vorherigen Alben, frauenfeindlich, homophob und gewaltverherrlichend, dabei setzt er das typische Rapper-Gehabe gekonnt für seinen Erfolg ein. Doch ähnlich wie die deutsche Rapformation K.I.Z. treibt er es so auf die Spitze, dass man es nicht ernst nehmen und eher als Kritik an der eigenen Zunft sehen sollte. „Wenn sich zwei Leute lieben, denke ich mir: Wo ist das Problem? Ich denke, dass jeder die Chance haben sollte, gleichermaßen unglücklich zu sein, wenn er das will”, sagte er 2010 über die „Homoehe“. Selbstkritik lässt Eminem in seinen Texten aber nicht außen vor: “Das ist in gewisser Weise Rache, ich bedauere es, dass ich es getan habe, ich habe ein paar Grammys gewonnen, aber ich habe meine Seele verkauft, um sie zu bekommen.”

Zurück an die Spitze

„Kamikaze“ holt Eminem nach dem Flop „Revival“ zurück an die Hip-Hop-Spitze. Das Magazin „Rolling Stone“ kritisierte “Revival” für den “aufgeblasenen Hip-Hop”, dass der Rapper sich Stars wie Beyoncé oder Ed Sheeran an Bord geholt hatte, wurde zudem nicht gern gesehen von seinen Fans. Doch jetzt beweist er, dass er es immer noch drauf hat.

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