Was verbindest du mit Blasmusik? Bestimmt einen Nachmittag bei Oma mit nervigem Trompetengetröte, aber kein rockiges Open-Air, oder? Marshall Cooper zeigen dir, dass dieses Vorurteil absoluter Quatsch ist. Am 19. Mai treten die Jungs auf Schloss Fasanerie in Eichenzell auf. move36 hat vorab mit Bandgründer Manuel Hilleke gesprochen.

Seid ihr zum ersten Mal hier in der Region?

Wir waren letztes Jahr im Oktober beim “Feinwerk – Markt für echte Dinge” auf Schloss Fasanerie zum ersten Mal hier. Damals haben wir Straßenmusik gespielt. So ist Schloss Fasanerie auf uns aufmerksam geworden, weshalb wir das Programm jetzt am 19. Mai im großen Rahmen machen.

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Bock auf rockige und funkige Brass-Musik? Dann pass jetzt gut auf. Marshall Cooper spielen am 19. Mai live auf Schloss Fasanerie. Noch gibt’s Tickets für 17 Euro im Vorverkauf (Abendkasse 20 Euro). Spar dir mit ein bisschen Glück die Kohle und sichere dir 1×2 Tickets. Hier geht’s zum Gewinnspiel.

Worauf fiebert ihr am meisten hin am 19. Mai?

Es ist immer toll, wenn man auf einer großen Bühne ein Open-Air-Konzert unter eigenem Namen spielen kann – anders als bei einem Auftritt auf einem Festival. Das ist etwas ganz Besonderes und eine große Ehre. Du kriegst als Band einen eigenen Spot. Das macht super viel Spaß, wenn du die ganze Bühne nutzen kannst und nicht wie bei einem Festival mal so zwischendrin eingeschoben wirst.

Worauf kann ich mich als Zuhörer einstellen?

Wir sind eine Brass-Band, allerdings eine, die nach außen hin sehr rockig klingt. Du musst dir das so vorstellen: Wir haben zwar Blasinstrumente, aber das ganze Ding enthält vom Sound her ziemlich viele Rockelemente. Natürlich auch Jazz, Blues und Funk. Aber dieses Dreckige, der Schmutzfaktor und Popkultur-Trash zeichnen uns aus. Für eine Brass-Band ist das was sehr besonderes.

Was sagt ihr zu dem Vorurteil Blasmusik ist was für Alte?

Kannst du dir ja mal anhören. Dann wirst du sehr schnell merken, dass das Quatsch ist. Natürlich ist das immer was für die ganze Familie. Die Älteren sind mit den Instrumenten aufgewachsen, aber sehr verwundert, was man damit alles machen kann. Die Jüngeren sind genauso verwundert. Viele wissen gar nicht mehr richtig, wie so ein Blasinstrument aussieht. Und die Leute in den 20ern und 30ern finden das geil, weil es tanzbar ist. Selbst wenn man die Leute nicht über die Instrumente kriegt, kriegt man sie immer über den Groove.

Ihr seid erst sieben Jahre alt. Wie kamt ihr auf die Idee für Marshall Cooper?

Marshall Cooper war am Anfang eine reine Street-Band. Wir haben viele Events, viele Cover gespielt. Sehr schnell haben wir gemerkt, dass wir uns woanders hin entwickeln und eigene Dinger gespielt. Das Ganze ging in eine künstlerische Richtung. Am Anfang war das aber mehr eine Spaßkapelle.

An was aus den letzten sieben Jahren Marshall Cooper denkst du am liebsten zurück?

Der Höhepunkt war sicher unser Woodstock-Auftritt 2013. Aber auch der Auftritt in der Fabrik in Hamburg war super. Oft sind es auch die kleinen Momente. Wenn man zusammen eine geile Nummer geschrieben hat und das Abgeschlossene feiert. Eine Band ist nicht nur Musik. Du hast auch mit vielen Menschen zu tun. Man kann schlecht sagen, es ist jetzt der eine Moment. Es sind viele und auch viele unterschiedliche Momente.

Wie bist du eigentlich zur Musik gekommen?

Du stellst Fragen. Ich persönlich komme aus Ost-Westfalen, einer Kultur-Diaspora. Als Kind wollte ich schon immer Trompete spielen. Aber ich weiß gar nicht wieso, wussten meine Eltern auch nicht. Das habe ich das dann einfach gemacht und der Rest hat sich ergeben. Musikbegeistert war ich hauptsächlich durch meinen Fernsehkonsum. Bei uns gab es wenig Konzerte. Ich komme vom Bauernhof, der tiefsten Provinz. Ich habe also vorm Fernseher gehangen und mich an der ganzen Filmmusik erfreut. Für mich war die erste Minute einer amerikanischen Fernsehserie immer die beste. Da kam geile Mucke. Hier schließt sich auch der Kreis zu Marshall Cooper. Da sind viele Filmmusik-Elemente dabei.

Wenn jemand keine Ahnung von euch hat, was für einen Song würdest du empfehlen?

Wir haben 2015 die Platte “Backseat Lover” gemacht, für die wir 15 Filme erfunden haben, die es nicht gibt. Zu diesen 15 erfunden Filmen haben wir jeweils ein Filmplakat designt, mit uns selbst als Hauptdarstellern. Wir haben also so getan, als hätten wir zu 15 imaginären Filmen die Soundtracks geschrieben. Das ist ein Konzept-Album. Die ganze Platte spiegelt die Bandbreite von Marshall Cooper wieder. Ich könnte schlecht sagen, höre dir einen bestimmten Song an.

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