Sneak-Previews im Kino sind so eine Sache. Da läuft selten mal ein richtiger Blockbuster, dafür aber deutsche und französische Filme. Bei eingefleischten Sneak-Schauern beide verdammt unbeliebt. Aber: Ausnahmen bestätigen die Regel. “Der Vorname” ist so eine und damit unser heißer Scheiß der Woche.

“Wie nennst du dein Kind?”, “Rate mal. Es ist was mit A.”, “Ne, ich komm nicht drauf.” – Ohrenbetäubende Stille. “Adolf”. Wer bitte nennt sein Kind Adolf? Macht man den eigenen Sohn damit nicht automatisch zum Mobbing-Opfer? Und ist der Name des größten deutschen Massenmörders nicht eigentlich verboten?

Ein Familienessen wird zur Katastrophe

In “Der Vorname” dreht sich alles um den Vornamen des Naziführers. Immobilienmakler Thomas, gespielt von Florian David Fitz, will seinen Sohn Adolf nennen, damit ein Statement gegen rechts setzen. Das behauptet er zumindest. Tatsächlich will er seinen Schwager, den linken Germanistikprofessor Stephan (Christoph Maria Herbst) so richtig auf die Palme bringen – mit Erfolg. Aus dem friedlich angedachten Familienessen wird die reinste Katastrophe.

Die Rahmenhandlung verspricht Lacher ohne Ende. Und das Versprechen hält sie. Man spürt förmlich, wie die Zuschauer nach einem Gag dem nächsten entgegenfiebern. Der Saal bebt, viele haben Tränen in den Augen. Dabei wirkt der Film nicht gewollt komisch. Die Diskussion rund um den Namen “Adolf” könnte so oder so ähnlich auch im Leben eines jeden ablaufen. Davon kannst du dich ab Donnerstag im Kino selbst überzeugen – in gerade einmal 91 Minuten.

Schreibfehler gefunden?

Um uns Bescheid zu sagen, markiere den Fehler und drücke STRG + Enter.

QuelleFoto: Constantin Film
Die Autoren:

Toni Spangenberg

Beiträge: 184

move36-Redakteur mit einem Faible für die Anime- und Mangaszene. Er nimmt Themen rund um Karriere und Politik in den Blick.