“Kulturstadt Fulda – mehr als nur Schlosstheater!”: So lautete die Überschrift zur Podiumsdiskussion, zu der die Grünen am Dienstagabend eingeladen hatten. Im Antoniuscafé versammelten sich fünf Kulturexperten, um über Verbesserungsmöglichkeiten in Fulda zu sprechen. Die Fördermittel, die Räumlichkeiten und die Vernetzung waren zentrale Themen des Abends.

Ein Text von Markus Weißmüller

An einem stürmischen, kalten Tag saß bereits eine halbe Stunde vor Beginn eine Handvoll Leute im hell erleuchteten, offenen Raum des Antoniuscafés. Sie saßen um einen Tisch herum und sprachen entspannt miteinander. Wenige Minuten später füllte sich das Café, und jeder Interessent fand einen Platz in der Runde.


“Die Region ist der Humus der Kultur”

 

Die Diskussion begann mit einer Einführung des Moderators, Prof. Dr. Thomas Göller (59). Das Mitglied des Schul- und Kulturausschuss der Fuldaer Stadtverordnetenversammlung hält es für sehr wichtig, die kulturelle Vielfalt in der Region zu erhalten und darüber hinaus noch zu fördern. Denn die Kultur spiegle auch maßgeblich die Region Fulda wider. Er finde, dass es die Aufgabe der Politik sei, der Kultur den Rahmen für kreatives Schaffen zu ermöglichen. Denn: “Die Region ist der Humus der Kultur.”


“Vernetzt euch”

 

Dann ging es los: Die freie Künstlerin Manuela Weichenrieder (41) stellte das 2008 ins Leben gerufene Projekt “Kümmerei Gießen” vor, das Kulturschaffende in Gießen unterstützt und vernetzt. Dass das Programm in diesem Jahr überflüssig wird, begrüßt sie sehr: “Wir haben von Anfang an an unserer eigenen Abschaffung gearbeitet, indem wir Plattformen aufbauen, wo sich Künstler vernetzen und austauschen können.” Dass diese Vernetzung auch in Fulda nötig scheint, zeigte die Diskussionsrunde.


Drei zentrale Themen

 

Die Diskutanten konzentrierten sich dabei vor allem auf drei Themen: Fördergelder, Räumlichkeiten und die Vernetzung der Kulturschaffenden untereinander. Jessica Stukenberg vom freien Theater in Fulda klagte beispielsweise, dass ihr Verein sich aus finanziellen Gründen keine Räume zum Proben leisten könne. Silvia Brünnel (49), Spitzenkandidatin der Grünen für die Kommunalwahl, bemängelte das Fördermanagement der Stadt: Fulda “stellt zwar jährlich 5,5 Millionen Euro für Wissenschaft und Kultur, doch bleiben am Ende nur 350.000 Euro für die freien Träger übrig, die sie sich mit den Museen noch teilen müssen”, kritisierte sie. Trotz all der Probleme habe Fulda aber eine Menge Potenzial, befand die von extern angereiste Weichenrieder und betonte, wie wichtig das Vernetzen sei: “Das kulturelle Klima hat Auswirkungen sowohl auf die Stadtgesellschaft als auch den Tourismus.”


Fulda hat eine Menge Potenzial

 

Moderator Göller war mit dem Feedback sehr zufrieden: “Die Vorschläge der Diskutantinnen waren sehr kompetent und vielschichtig. Meine Erwartungen wurden erfüllt.” Auch Brünnel appellierte an die Wichtigkeit für ein kulturelles Bewusstsein, das eine “Investition für die Zukunft und ein Garant für eine attraktive Stadt” sei.

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